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Do, 11:01 Uhr
06.06.2013

Auf den Spuren von Max und Moritz

Die Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen bei Duderstadt ist nicht nur für Eichsfelder ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt waren auch Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen dort. Wie sie das Museum erlebten, lesen Sie hier....

Wilhelm-Busch-Mühle (Foto: Silke Senge) Wilhelm-Busch-Mühle (Foto: Silke Senge)


Was hat Wilhelm Busch mit Ebergötzen zu tun? Mit dieser Frage begann Marianne Tillmann von der Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen ihre Führung im Beisein von Mitgliedern des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen.

Im größten Raum der alten Mühle, er befindet sich im Erdgeschoß, hatte die Gästeführerin ihre Besucher versammelt, um diese Frage zu beantworten. Eng zusammengerückt, damit auch alle Platz bekamen, lauschten sie den Ausführungen von Marianne Tillmann.

Sie wusste zu berichten, dass in der Biografieschreibung sehr wenig über die Zeit von Wilhelm Busch in Ebergötzen zu lesen sei. Busch habe fünf Jahre im Pfarrhaus bei seinem Onkel, dem Pastor Georg Kleine gewohnt. Der Pastor unterrichtete den jungen Busch und er war es auch, der das künstlerische Talent, das Zeichnen, förderte. In der Zeit, in der Wilhelm Busch in Ebergötzen wohnte, so erzählte Tillmann weiter, lernte er den Müllerssohn Erich Bachmann kennen. Die Beiden verband eine Freundschaft, die bis an das Lebensende dauern sollte.

Aus den gemeinsamen Kindheitserinnerungen entstand die Geschichte von „Max und Moritz“ in sieben Streichen. Die damaligen Bewohner des Dorfes fühlten sich beim Lesen der Geschichte an so manchen Dorftratsch erinnert. Heute ist sie das wohl meist übersetzte Kinderbuch der Welt und auch in den Haushalten der Verbandsmitglieder zu finden.

Für Menschen mit Seheinschränkung gibt es im Shop die Streiche der beiden Lausbuben als Hörbuch zu kaufen.

Über eine schmale, steile Treppe führte der Weg in das erste Obergeschoß. Die Schlafkammern oder auch das Arbeitszimmer, in dem sich Erich Bachmann mit seinem Freund Wilhelm Busch aufhielt, sind sehr niedrig und erinnern an die damalige Zeit. Das Haus wurde 1528 erbaut, im Keller sind noch alte Gewölbe zu finden. „Die Mühle ist heute ein Technisches Denkmal und noch so, wie sie Wilhelm Busch erlebt hat. Bis 1938 haben Bachmanns in der Mühle gearbeitet“, so Tillmann.

Buschmühle2 (Foto: Silke Senge) Buschmühle2 (Foto: Silke Senge)


Spannend war der Teil der Führung, in der die Mühlentechnik erklärt und besichtigt werden kann. Mit einem kleinen Handgriff wurde das hinter dem Haus rauschende Wasser in das Mühlrad geleitet und mit „rumpelnden“ Mahlsteinen Korn gemahlen. Sofort war der ganze Raum von einer hohen Geräuschkulisse erfüllt, jeder spürte die Vibration des altehrwürdigen Gebäudes. Blinde und Sehbehinderte durften selbstverständlich auch Tasten: den Trichter, in dem das Getreide eingefüllt wird und auch einen Mahlstein. Petra Paschel aus Gerbershausen und Tom Jungandreas aus Leinefelde, der von seinem Vater begleitet wurde, nahmen die Möglichkeit sehr gern war.

Noch beeindruckt von den liebevoll eingerichteten Räumen, ausführlichen Informationen und die Möglichkeit, die Arbeitswelt eines Müllers hautnah zu erleben, ging es für die Gruppe Sehbehinderter zum unweit gelegenen Seeburger See. Die Mehrheit unternahm einen Spaziergang an frischer Luft rund um den See.
Autor: en

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