Die von Thüringen angestoßene Bundesratsdebatte um den Heimunterricht sei vor allem ein Ablenkungsmanöver der Brombeerkoalition von den realen bildungspolitischen Problemen im Freistaat, argumentiert die AfD-Landtagsfraktion in Erfurt...
Unterricht (Symbolbild) (Foto: Thomas G. auf Pixabay)
Während Lehrermangel, Unterrichtsausfälle und überlastete Schulen den Alltag vieler Familien prägen, inszeniert die Landesregierung eine Scheindebatte über den Unterricht zu Hause. Bildung und Schulrecht liegen in der Verantwortung der Länder; der Bundesrat kann hierzu politische Signale setzen, löst aber keinen einzigen Unterrichtsausfall in Thüringen.
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Dazu äußerte sich der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Denny Jankowski: Heimunterricht ist in vielen europäischen Ländern möglich, ohne dass dort Bildungssysteme oder demokratische Strukturen zusammenbrechen. Wer darüber spricht, die Schulpflicht weiterzuentwickeln, schafft Bildung nicht ab, sondern stellt die Frage, wie Bildungsqualität auch außerhalb starrer Strukturen gesichert werden kann.
Entscheidend wären klare Standards, regelmäßige Leistungsüberprüfungen und verlässliche Kontrolle. Die Thüringer Bundesratsinitiative dient vor allem dazu, eine notwendige Debatte zu skandalisieren, statt sie endlich offen und sachlich zu führen.
Und was sagen Sie dazu liebe Leserinnen und Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare
die Möglichkeit zum Homeschooling ist in Europa weit verbreitet, wird aber kaum genutzt
Professionelle Lehrer machen es doch besser und es is ja auch eine Frage der Zeit und der Betreuung. Sollte die AfD in Sachsen Anhalt das Schulwesen verändern, wird kein voller Prozent der Bevölkerung die Kinder zu Hause unterrichten. Ein typisches Nichtthema. Trotzdem wird aufgeregt gestritten.
Jeder unterrichtet seine Kinder nach persönlichen Maßstäben oder wie soll das ablaufen ? Wer genügend Geld hat, leistet sich eine qualifizierte Lehrkraft, andere unterrichten nach Gutdünken ?? Habe wahrscheinlich zu wenig Infos bezüglich der Umsetzung, wies ablaufen soll.
Grundsätzlich halte ich diese Diskussion für völlig überflüssig. Zumindest die Schulbildung sollte so einheitlich und qualifiziert sein, wie nur möglich. Die "Elitenauswahl" beginnt auch so schon viel zu früh.
Was ist das Ziel der AFD beim Thema "Heimunterricht" ?
Wäre es nicht sinnvoller, den Lehrerberuf attraktiver zu machen, als den Bildungsauftrag an die Eltern auszulagern ?
Ich vermute jedoch - gerade vor dem Hintergrund der Debatte um die Politische Bildung - dass es der AFD einfach darum geht, dass die Vermittlung der Demokratischen Grundwerte, (wie sie ja in den Schulen geschieht) und der Kontakt zu Andersdenkenden geschwächt werden soll. Schulen sind Orte, an denen Kinder mit unterschiedlichen Meinungen, Hintergründen und Lebensrealitäten in Kontakt kommen – genau das, was extremere politische Milieus eher vermeiden möchten.
Homeschooling ermöglicht es, Kinder stärker im eigenen ideologischen Umfeld zu halten – ohne Korrektiv durch Schule, Lehrkräfte oder Mitschüler. Gerade in einem Bundesland, in dem die Partei so viele Anhänger hat.
Die Frage ist daher nicht, ob Eltern unterrichten könnten, sondern was manche Kinder dann zu Hause vermittelt bekämen – und ob das noch etwas mit demokratischer Bildung zu tun hätte.
P.Burkhardt man könnte es auch genau umgekehrt sehen
..oder gar frei jeglicher politischer Indoktrin, einfach nur Wissensvermittlung. Meine Cousine in den USA beschult ihren Sohn mit Homescooling. Er wird mit Sicherheit genauso Karriere machen, wie sein Vater. Wie Sie vermutlich wissen, geschieht das mit Programmen ,digital. In dem Punkt dürfte es keine Defizite geben, außer man betrachtet weithin das Internet als Neuland 😆 Entziehung demokratischer Werte? Fehlanzeige! Meine Cousine ist Koreanerin, die Familie achtet Demokratie und liebt ihre alte sowie ihre neue Heimat. Es ist zudem eine Mordsaufgabe, sein Kind zu Hause zu beschulen. Viele werden das garnicht in Betracht ziehen. Allein schon ,wenn beide Elternteile im Job stehen. Aus Existenz- Gründen, wie sicher nachvollziehbar ist.. P.B. machen Sie sich mal keine Sorgen, dass in Kinderzimmern nur noch Nazi- Kram vermittelt wird. Allet wird jut.
Es geht nicht darum, dass überall Nazi-Kram vermittelt wird. Es geht darum, dass Schule bewusst Orte schafft, an denen Kinder unterschiedlichen Meinungen, Lebensrealitäten und Weltbildern begegnen.
Genau dieses Korrektiv fällt beim Homeschooling weg – und das ist bildungspolitisch relevant, unabhängig davon, wie gut einzelne Eltern es machen.
Interessant ist auch, dass genau jene Gruppen, die heute Homeschooling fordern, während der Corona‑Zeit den Heimunterricht als Zumutung empfanden.
Ich habe ja auch nur vermutet... genauso wahrscheinlich hat die AFD wohl nur das Wohl der Schüler im Blick, genauso wie das der Arbeitnehmer, der Arbeitslosen, der Hilfsbedürftigen...u.s.w.
Ihre Cousine bekommt demokratische Werte (von Ihren Eltern ?) vermittelt. Sehr gut. In einem Bundesland, in dem ein erheblicher Teil der Wählerschaft eine Partei unterstützt, die Kompromisse – also das Fundament demokratischer Prozesse – ablehnt, ist es legitim zu fragen, ob dort überall demokratische Werte im Elternhaus vermittelt würden...
Schule ist eben weitaus mehr als nur Unterrichtsfächer..
Wenn man ins Wahlprogramm der AfD in Sachsen‑Anhalt schaut, wird schnell klar, dass es nicht um eine Stärkung von Bildung geht, sondern um eine Schwächung der Schule als gesellschaftliche Instanz. Die Schulpflicht soll aufgeweicht, staatliche Kontrolle reduziert und Verantwortung vollständig ins Elternhaus verlagert werden – ohne darzulegen, wie das genau passieren soll (Qualität, demokratische Bildung oder soziale Teilhabe) .
Das ist kein pädagogisches Konzept, sondern ein politisches. Ein Schulsystem, das Kinder aus gemeinsamen Lernräumen holt, fördert nicht Vielfalt, sondern Vereinsamung und Bildungsblasen. Und genau das ist der Punkt: Schule ist ein Ort, an dem junge Menschen lernen, mit unterschiedlichen Sichtweisen umzugehen. Wer das schwächt, schwächt am Ende auch die demokratische Kultur... es ist im Grunde der umgekehrte StaBü-Unterricht. Es gibt ihn nicht in den Schulen, also soll er daheim stattfinden...und zwar ohne Gegenargumente von anderen Schülern.
...und ich vermute, dass das genau das Ziel der AFD ist - es passt zu gut ins Gesamtbild, welches wir laufend live auf Phönix aus dem Bundestag kennen.
nicht wie zu Corona Zeiten, als die Jugend abtrünnig geworden ist!
Und zur Info: Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende plädiert dafür, die Schulpflicht durch eine sogenannte "Bildungspflicht" aufzulockern. Nach seiner Ansicht sollen Eltern das Wahlrecht zwischen dem Schulbesuch und dem Hausunterricht erhalten. Der Leistungsstand der Kinder müsse dann lediglich regelmäßig staatlich überprüft werden
Schulpflicht vs. Bildungspflicht: Die Schulpflicht zwingt Kinder dazu, eine staatlich anerkannte Präsenzschule zu besuchen. Die Bildungspflicht hingegen schreibt lediglich vor, dass ein bestimmtes Bildungsziel erreicht werden muss
Freiheit der Lernorte: Wo und wie dieses Wissen vermittelt wird, ist flexibel. Neben Schulen sind auch Hausunterricht (Homeschooling) oder freie Lerngruppen zulässig.
De facto würde eine Bildungspflicht Eltern endlich die Freiheit geben, den Bildungsweg ihrer Kinder selbst mitzugestalten. Statt jedes Kind in dasselbe starre Schulsystem zu zwingen, könnte stärker auf die individuellen Bedürfnisse, Talente und Lerngeschwindigkeiten eingegangen werden.
Gerade Kinder mit Lernschwächen, Behinderungen oder besonderem Förderbedarf könnten von einem auf sie zugeschnittenen Unterricht profitieren. Aber auch Kinder ohne Förderbedarf hätten die Möglichkeit, in einem Umfeld zu lernen, das besser zu ihren Fähigkeiten und Interessen passt.
Dabei würde Bildung keineswegs abgeschafft werden. Die Lernziele und Bildungsstandards blieben bestehen und könnten weiterhin regelmäßig staatlich überprüft werden. Der Unterschied wäre lediglich, dass Eltern selbst entscheiden dürften, ob ihre Kinder diese Ziele in einer Schule, durch Hausunterricht oder in alternativen Lernformen erreichen.
Mehr Freiheit für Familien, mehr individuelle Förderung für Kinder und trotzdem eine staatliche Kontrolle der Bildungsqualität – genau darin sehen Befürworter die Vorteile einer Bildungspflicht gegenüber der bisherigen Schulpflicht.
Es ist ein paar Jahre her, da wurde als eine der schlimmsten Auswirkungen der Coronalockdowns die Isolation der Kinder und Jugendlichen außerhalb der sozialen Medien und Messengerdienste am lautesten von der AFD angeprangert. Und damals gab es eine pandemische Notlage. Und heute soll der Offenbarungseid des Bildungssythems über Homescooling und private Bildungsanbieter genau diese Isolation in Kauf nehmend das Allheilmittel sein. Das ist doch verrückt. Anstatt eine Stärkung des Bildungsangbotes mit mehr Pädagogen zu fordern, soll nun Mutti wieder an den Herd und die Kleinen dann ausbilden. Dieses Konzept hatten doch die Trümmerfrauen mit Recht gleich mit begraben. Eine Frau ist doch nun wirklich mehr als Gebärmutter, Kochlöffel und Vorleserin. Vielleicht wäre es an der Zeit, den Weg nach 2026 zu finden !!!
Hausunterricht, nein... nur, wenn es gar nicht anders geht...
... im Pandemiefall, oder so...
Lieber BjörnLuky... bei der ganzen diskussion wird oft vergessen, was Kinder eigentlich brauchen. Sie lernen nicht nur aus Büchern, sondern vor Allem voneinander. Deswegen schicken wir sie in die KiTa und auch in die Schule.
Ja, die Schulpflicht, zwingt die Kinder in die Schule, wie Sie schreiben.. aber sie zwingt sie eben auch dazu die Schule zu erleben...also die Lehrer, die anderen Schüler, die ebenso in die Schule gehen müssen... in all ihrer Unterschiedlichkeit, mit all ihren Einschränkungen und Vorzügen... in ihrer Diversität.
Es geht um soziale Bindungen (Freunde, Verbündete... und auch darum, welche Verhaltensweisen ein Kind eben nicht mag), Konflikte, neue Sichtweisen, mit denen sich die Kinder beschäftigen müssen. Genau dieser breite Horizont entsteht nur, wenn sie täglich mit anderen Kindern zusammen sind — auch mit denen, die anders ticken oder andere Voraussetzungen mitbringen.... und deren Weltbild vielleicht auch dem der Eltern widerspricht. Sie stimmen mir doch zu, dass ein Kind selbst seinen Weg finden soll und die Eltern ihm die verschiedenen Wege zeigen, oder ?
Das gilt besonders für die Inklusion. Sie funktioniert nur, weil in der Schule Menschen arbeiten, die dafür ausgebildet sind: Lehrerinnen und Lehrer, die Entwicklungsstände erkennen, fördern, Grenzen setzen (anders als viele Eltern zuhause) und Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit begleiten. Das ist pädagogische Kompetenz, geht nicht mal so nebenbei und nichts, was man im Wohnzimmer nachbauen kann, egal wie engagiert man ist.
Homeschooling mag in Einzelfällen klappen, aber es nimmt Kindern genau das, was sie stark macht: ein vielfältiges Umfeld, professionelle Begleitung und die Erfahrung, dass die Welt größer ist als die eigene Familie. Und gerade Kinder mit besonderen Bedürfnissen profitieren davon am meisten.
Kinder sollen und müssen mit der Verschiedenartigkeit der Menschen in Berührung kommen, damit sie eben NICHT in dem Glauben aufwachsen, dass alle Menschen so sein müssen wie Mama und Papa...
Fazit: Kinder wachsen an Vielfalt und Fachleuten — nicht an Vereinzelung.