Mo, 10:12 Uhr
16.12.2013
Vertrauen auf starke Wirtschaft
Zum Jahreswechsel verharrt das Stimmungsbarometer in den neuen Bundesländern etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums: Auf die Frage nach der Zukunft Deutschlands antworten drei von zehn Ostdeutschen mit Zuversicht oder mit großer Zuversicht. Gegenüber dem vierten Quartal 2012 ist die Stimmung damit nahezu unverändert...
Grafik (Foto: IfD Allensbach)
Im bundesweiten Vergleich der Regionen belegen die neuen Bundesländer den sechsten Platz, vor Niedersachsen (29 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die Region um einen Platz zurückgefallen. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der seit 2007 monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einem Gemeinschaftsprojekt der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim.
Insbesondere die allgemeine Wirtschaftslage sorgt für Zuversicht: 41 Prozent der Ostdeutschen schätzen die wirtschaftlichen Perspektiven in den kommenden zwölf Monaten optimistisch ein. Das ist ein Zuwachs um 14 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresquartal. Nur in Norddeutschland ist der Anstieg genauso groß wie im Osten Deutschlands. Auch im Langzeitvergleich ist dieser Wert spitze: Lediglich im zweiten Quartal 2011 waren die Menschen im Osten Deutschlands hier noch zuversichtlicher als derzeit (42 Prozent).
Die Zuversicht für den deutschen Arbeitsmarkt ist leicht gestiegen: 22 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Arbeitsplätze im nächsten Jahr sicher sein werden. Das sind drei Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Das Konjunkturtief ist überwunden, die konjunkturelle Stimmung hellt sich wieder auf. Die Zahl offener Stellen steigt und aus dem Auslandsgeschäft rechnen die ostdeutschen Industriefirmen weiterhin mit positiven Impulsen. Auch die Beseitigung der Flutschäden sollte die Wirtschaft in Ostdeutschland stimulieren, sagt Prof. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet.
Die insgesamt verbesserte wirtschaftliche Situation und die allmählich bessere Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgen für bessere Laune in den neuen Bundesländern und machen Hoffnung, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt. Für das Bildungssystem sind die Menschen in Ostdeutschland Bundesländern dagegen deutlich skeptischer als vor einem Jahr: 21 Prozent erwarten hier in den kommenden zwölf Monaten Fortschritte. Das sind neun Prozentpunkte weniger als im vierten Quartal 2012.
Nach Jahren des Aufschwungs leiden ostdeutsche Universitäten unter chronischem Geldmangel. In den nächsten Jahren drohen massive Kürzungen. Viele Professuren und ganze Studiengänge stehen auf der Kippe, sagt Frank Brettschneider. Diese Entwicklung torpediert die mühevolle Aufbauarbeit der Vergangenheit. Sie dürfte die Zuversicht in diesem Bereich dämpfen. Auch für den Umwelt- und Klimaschutz ist die Stimmung der Ostdeutschen deutlich verhaltener als im Winter 2012: Lediglich zwei von zehn Befragten sehen hier eine positive Entwicklung. Das sind 14 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Mit diesem Ergebnis ist die Stimmung in diesem Bereich auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen zur Allianz Zuversichtsstudie. Die Energiewende stockt. Das ist bundesweit zu spüren, auch in den neuen Bundesländern. Außerdem ächzen die Ostdeutschen unter den hohen Strompreisen. Momentan haben sie bundesweit die höchsten Netzentgelte zu bezahlen.
Dazu erlebt die Braunkohle wieder eine Renaissance. Für die Verbraucher ist das zwar eine kostengünstige Alternative, widerspricht jedoch den offiziellen Beteuerungen, den Ausbau der alternativen Energien weiter voranzutreiben, sagt Frank Brettschneider. Das bestärkt die Menschen in ihrer Ansicht, dass die Umsetzung der Energiewende noch länger auf sich warten lässt.
61 Prozent der Ostdeutschen blicken für ihr eigenes Leben zuversichtlich auf die kommenden zwölf Monate. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im vierten Quartal 2012. Mit diesem Ergebnis erreicht der Osten Deutschlands das zweitbeste Resultat seit Beginn der Erhebungen zur Allianz Zuversichtsstudie.
Im bundesweiten Vergleich der Regionen rangieren die neuen Bundesländer aktuell auf Platz sechs, knapp hinter Norddeutschland (62 Prozent). Die Stimmung für die einzelnen Lebensbereiche zeigt sich im Osten Deutschlands gegenüber dem Vorjahresquartal fast unverändert: Vier von sechs Kategorien sind stabil geblieben. Konstant geblieben ist die Zuversicht der Menschen für die Sicherheit des eigenen Jobs.
Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) äußert sich optimistisch, dass der eigene Arbeitsplatz im kommenden Jahr erhalten bleibt. Das entspricht einem leichten Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Für das eigene Zuhause ist die Zuversicht gegenüber dem Jahresende 2012 um fünf Prozentpunkte auf 73 Prozent gesunken. Etwas aufwärts geht es allerdings bei der Einschätzung der persönlichen finanziellen Lage: Mehr als die Hälfte der Ostdeutschen (52 Prozent) blickt optimistisch in den eigenen Geldbeutel. Das ist ein leichter Zuwachs von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Autor: red
Grafik (Foto: IfD Allensbach)
Im bundesweiten Vergleich der Regionen belegen die neuen Bundesländer den sechsten Platz, vor Niedersachsen (29 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die Region um einen Platz zurückgefallen. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der seit 2007 monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einem Gemeinschaftsprojekt der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim.
Insbesondere die allgemeine Wirtschaftslage sorgt für Zuversicht: 41 Prozent der Ostdeutschen schätzen die wirtschaftlichen Perspektiven in den kommenden zwölf Monaten optimistisch ein. Das ist ein Zuwachs um 14 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresquartal. Nur in Norddeutschland ist der Anstieg genauso groß wie im Osten Deutschlands. Auch im Langzeitvergleich ist dieser Wert spitze: Lediglich im zweiten Quartal 2011 waren die Menschen im Osten Deutschlands hier noch zuversichtlicher als derzeit (42 Prozent).
Die Zuversicht für den deutschen Arbeitsmarkt ist leicht gestiegen: 22 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Arbeitsplätze im nächsten Jahr sicher sein werden. Das sind drei Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Das Konjunkturtief ist überwunden, die konjunkturelle Stimmung hellt sich wieder auf. Die Zahl offener Stellen steigt und aus dem Auslandsgeschäft rechnen die ostdeutschen Industriefirmen weiterhin mit positiven Impulsen. Auch die Beseitigung der Flutschäden sollte die Wirtschaft in Ostdeutschland stimulieren, sagt Prof. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet.
Die insgesamt verbesserte wirtschaftliche Situation und die allmählich bessere Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgen für bessere Laune in den neuen Bundesländern und machen Hoffnung, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt. Für das Bildungssystem sind die Menschen in Ostdeutschland Bundesländern dagegen deutlich skeptischer als vor einem Jahr: 21 Prozent erwarten hier in den kommenden zwölf Monaten Fortschritte. Das sind neun Prozentpunkte weniger als im vierten Quartal 2012.
Nach Jahren des Aufschwungs leiden ostdeutsche Universitäten unter chronischem Geldmangel. In den nächsten Jahren drohen massive Kürzungen. Viele Professuren und ganze Studiengänge stehen auf der Kippe, sagt Frank Brettschneider. Diese Entwicklung torpediert die mühevolle Aufbauarbeit der Vergangenheit. Sie dürfte die Zuversicht in diesem Bereich dämpfen. Auch für den Umwelt- und Klimaschutz ist die Stimmung der Ostdeutschen deutlich verhaltener als im Winter 2012: Lediglich zwei von zehn Befragten sehen hier eine positive Entwicklung. Das sind 14 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Mit diesem Ergebnis ist die Stimmung in diesem Bereich auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen zur Allianz Zuversichtsstudie. Die Energiewende stockt. Das ist bundesweit zu spüren, auch in den neuen Bundesländern. Außerdem ächzen die Ostdeutschen unter den hohen Strompreisen. Momentan haben sie bundesweit die höchsten Netzentgelte zu bezahlen.
Dazu erlebt die Braunkohle wieder eine Renaissance. Für die Verbraucher ist das zwar eine kostengünstige Alternative, widerspricht jedoch den offiziellen Beteuerungen, den Ausbau der alternativen Energien weiter voranzutreiben, sagt Frank Brettschneider. Das bestärkt die Menschen in ihrer Ansicht, dass die Umsetzung der Energiewende noch länger auf sich warten lässt.
61 Prozent der Ostdeutschen blicken für ihr eigenes Leben zuversichtlich auf die kommenden zwölf Monate. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im vierten Quartal 2012. Mit diesem Ergebnis erreicht der Osten Deutschlands das zweitbeste Resultat seit Beginn der Erhebungen zur Allianz Zuversichtsstudie.
Im bundesweiten Vergleich der Regionen rangieren die neuen Bundesländer aktuell auf Platz sechs, knapp hinter Norddeutschland (62 Prozent). Die Stimmung für die einzelnen Lebensbereiche zeigt sich im Osten Deutschlands gegenüber dem Vorjahresquartal fast unverändert: Vier von sechs Kategorien sind stabil geblieben. Konstant geblieben ist die Zuversicht der Menschen für die Sicherheit des eigenen Jobs.
Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) äußert sich optimistisch, dass der eigene Arbeitsplatz im kommenden Jahr erhalten bleibt. Das entspricht einem leichten Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Für das eigene Zuhause ist die Zuversicht gegenüber dem Jahresende 2012 um fünf Prozentpunkte auf 73 Prozent gesunken. Etwas aufwärts geht es allerdings bei der Einschätzung der persönlichen finanziellen Lage: Mehr als die Hälfte der Ostdeutschen (52 Prozent) blickt optimistisch in den eigenen Geldbeutel. Das ist ein leichter Zuwachs von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.




