So, 10:13 Uhr
18.05.2014
Proteste in Leinefelde
Gähnende Leere machte sich gestern Vormittag in der Leinefelder Innenstadt breit. Viele Leute waren verreist oder im Garten. Das Theater rund um den von der NPD initiierten "Heimattag" wollten sie sich ersparen. Allerdings kamen aus anderen Gegenden wie Kassel und Göttingen auch Leute, um zu demonstrieren....
Doch diese Leute sah man beispielsweise beim Friedensgebet, das der Kundgebung und Demo voranging, nicht. Die evangelische und katholische Kirche hatte zum Ökumenischen Friedensgebet in die Kirche St. Maria Magdalena eingeladen mit dem Propst Christian Stawenow aus Eisenach, Propst Hartmut Gremler aus Heiligenstadt, Pfarrer Traugott Eber und Kaplan Philipp Förter aus Leinefelde. An diesem Friedensgebet nahmen auch Landrat Werner Henning, Heiligenstadts Bürgermeister Thomas Spielmann, der Leinefelde-Worbiser Bürgermeister Gerd Reinhardt, sowie Vertreter von Parteien und Kommunen aus dem Eichsfeld teil.
Probst Gremler sagte u.a., Achtung voreinander sei mehr als die moderne Form der Gleichgültigkeit. Als er die Wahlplakate der NPD gesehen habe, sei er entsetzt gewesen, welche Menschenverachtung hier auf die Straße getragen wird. Probst Stawenow verwies darauf, das rechte Parolen nichts mit dem Christentum zu tun haben, aber auch gar nichts. Pfarrer Traugott Eber erinnerte daran, niemals Böses mit Bösem zu vergelten und mit allen Menschen Frieden zu halten.
Die Fürbitten der ökumenischen Andacht wurden vorgetragen von Mechthild Wolf und Bernd Winkelmann. Hier ein Auszug:
Wo Menschen aufmerksam hinschauen und rechtsextreme Parolen in ihrem Umfeld mutig widersprechen, da haben es die Feinde der Demokratie schwer, ihre menschenfeindliche Propaganda zu verbreiten. Guter Gott, schenke uns den Mut und die Klarheit, die menschenverachtenden Äußerungen nicht unwidersprochen hinzunehmen. Gib uns die Kraft, mit Umsicht und Zivilcourage denen zu Hilfe zu kommen, die von Gewalt bedroht sind....
Nach dem Friedensgebet trafen sich alle am Bahnhof zur Kundgebung am Bahnhof, von wo aus sich dann rund 200 Demonstranten in Bewegung setzten, unter ihnen viele Landtagsabgeordnete und auch SPD-Bundestagsabgeordneter Jakob von Weizsäcker sowie Thüringens Sozialministerin Heike Taubert. Sie sagte bei der Kundgebung am Bahnhof: "Es sei unsere Pflicht, Gegendemonstrationen zu organisieren. Das, was uns zusammenhält ist, das wir rechtsextremen, antisemitischen und antidemokratischen Parolen keinen Platz geben."
Der sogenannte schwarze Block mit Demonstranten aus Kassel und Göttingen verkündete lautstark seinen Protest gegen die Nazis. Der Zug wurde von einem großen Polizeiaufgebot begleitet und führte in die Südstadt, wo die NPD ihren "Heimattag" beging und es auch weitere Gegenveranstaltungen gab. Nach Polizeiangaben waren rund 200 Rechte nach Leinefelde gekommen.
Im Thüringen Journal des MDR ist heute um 19 Uhr ein Beitrag mit dem Thema "Proteste gegen Neonazis" zu sehen.
Ilka Kühn
Autor: enDoch diese Leute sah man beispielsweise beim Friedensgebet, das der Kundgebung und Demo voranging, nicht. Die evangelische und katholische Kirche hatte zum Ökumenischen Friedensgebet in die Kirche St. Maria Magdalena eingeladen mit dem Propst Christian Stawenow aus Eisenach, Propst Hartmut Gremler aus Heiligenstadt, Pfarrer Traugott Eber und Kaplan Philipp Förter aus Leinefelde. An diesem Friedensgebet nahmen auch Landrat Werner Henning, Heiligenstadts Bürgermeister Thomas Spielmann, der Leinefelde-Worbiser Bürgermeister Gerd Reinhardt, sowie Vertreter von Parteien und Kommunen aus dem Eichsfeld teil.
Probst Gremler sagte u.a., Achtung voreinander sei mehr als die moderne Form der Gleichgültigkeit. Als er die Wahlplakate der NPD gesehen habe, sei er entsetzt gewesen, welche Menschenverachtung hier auf die Straße getragen wird. Probst Stawenow verwies darauf, das rechte Parolen nichts mit dem Christentum zu tun haben, aber auch gar nichts. Pfarrer Traugott Eber erinnerte daran, niemals Böses mit Bösem zu vergelten und mit allen Menschen Frieden zu halten.
Die Fürbitten der ökumenischen Andacht wurden vorgetragen von Mechthild Wolf und Bernd Winkelmann. Hier ein Auszug:
Wo Menschen aufmerksam hinschauen und rechtsextreme Parolen in ihrem Umfeld mutig widersprechen, da haben es die Feinde der Demokratie schwer, ihre menschenfeindliche Propaganda zu verbreiten. Guter Gott, schenke uns den Mut und die Klarheit, die menschenverachtenden Äußerungen nicht unwidersprochen hinzunehmen. Gib uns die Kraft, mit Umsicht und Zivilcourage denen zu Hilfe zu kommen, die von Gewalt bedroht sind....
Nach dem Friedensgebet trafen sich alle am Bahnhof zur Kundgebung am Bahnhof, von wo aus sich dann rund 200 Demonstranten in Bewegung setzten, unter ihnen viele Landtagsabgeordnete und auch SPD-Bundestagsabgeordneter Jakob von Weizsäcker sowie Thüringens Sozialministerin Heike Taubert. Sie sagte bei der Kundgebung am Bahnhof: "Es sei unsere Pflicht, Gegendemonstrationen zu organisieren. Das, was uns zusammenhält ist, das wir rechtsextremen, antisemitischen und antidemokratischen Parolen keinen Platz geben."
Der sogenannte schwarze Block mit Demonstranten aus Kassel und Göttingen verkündete lautstark seinen Protest gegen die Nazis. Der Zug wurde von einem großen Polizeiaufgebot begleitet und führte in die Südstadt, wo die NPD ihren "Heimattag" beging und es auch weitere Gegenveranstaltungen gab. Nach Polizeiangaben waren rund 200 Rechte nach Leinefelde gekommen.
Im Thüringen Journal des MDR ist heute um 19 Uhr ein Beitrag mit dem Thema "Proteste gegen Neonazis" zu sehen.
Ilka Kühn







































