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Do, 10:35 Uhr
03.07.2014

Thüringischer Ganztagsschulausbau erlahmt

Der Ausbau der Ganztagsschule (ohne Hort) in Thüringen stagniert. Im Schuljahr 2012/13 nahm mit rund 84.500 Kindern und Jugendlichen zwar mehr als jeder zweite Erst- bis Zehntklässler (51,9 Prozent) an einem ganztägigen Schulangebot teil. Das belegt eine heute veröffentlichte Studie des Essener Bildungsforschers Prof. Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung...


Thüringen liegt damit deutlich über dem bundesdeutschen Schnitt von 32,3 Prozent. Bundesweit ist die Nachfrage allerdings deutlich höher: 70 Prozent aller Eltern wünschen sich einen Ganztagsplatz für ihr Kind (TNS Emnid/ JAKO-O 2012). „Der Ausbau der Ganztagsschulen muss mehr Fahrt aufnehmen. Ganztagsschulen ermöglichen eine bessere individuelle Förderung aller Kinder und damit mehr Chancengerechtigkeit“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

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Zwischen den Bundesländern bestehen beim Ganztagsausbau deutliche Unterschiede. In Sachsen gehen heute bereits 79,1 und in Hamburg 61,7 Prozent der Schüler ganztags zur Schule, in Bayern hingegen sind es nur 12,4 Prozent. Vom Besuch eines gebundenen Ganztags profitieren in Thüringen lediglich 12,5 Prozent aller Erst- bis Zehntklässler, mehr als doppelt so viele lernen im offenen Ganztag.

Der gebundenen Form schreiben Wissenschaftler auf Grund ihrer Verbindlichkeit allerdings besonders große Möglichkeiten beim sozialen und kognitiven Lernen zu, weil sich abwechselnde Lern-, Übungs- und Entspannungsphasen sinnvoll über den ganzen Tag verteilen. Nur in Baden-Württemberg (11,1 Prozent), Rheinland-Pfalz (20,7 Prozent), Nordrhein-Westfalen (22,4 Prozent), Bremen (27,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (27,6 Prozent) liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen im gebundenen Ganztag über den Nutzerquoten offener Angebote.

Mit unter fünf Prozent aller Erst- bis Zehntklässler entscheiden sich in Hessen und Schleswig-Holstein hingegen besonders wenig Kinder und Jugendliche für das verbindliche ganztägige Lernen. Bundesweit nehmen 14,4 Prozent (Vorjahr: 13,7 Prozent) an einem gebundenen, rund 18 Prozent hingegen an einem offenen Ganztagsangebot teil.

Vor zehn Jahren besuchten in Thüringen nur 21,4 Prozent der Schüler eine Ganztagsschule. Mit Hilfe des vier Milliarden schweren Investitionsprogramms „Zukunft Bildung und Betreuung“ (2003-2009) konnte die Bundesregierung den Ausbau in den Jahren 2003 bis 2009 bundesweit etwas beschleunigen. In Thüringen kamen in dieser Zeit rund 5.600 Ganztagsschüler pro Jahr hinzu – das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 2,2 Prozentpunkten. Seither hat sich diese Entwicklung kontinuierlich verlangsamt – der durchschnittliche jährliche Anstieg lag von 2009 bis 2012 lediglich noch bei 0,6 Prozentpunkten. Wird der thüringische Ganztagsausbau in diesem Tempo fortgesetzt, hätten nach Berechnungen von Prof. Klaus Klemm im Jahr 2020 auch unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung nur unwesentlich mehr Schüler als heute (57,5 Prozent) die Chance auf einen Platz im Ganztag.

Dräger bekräftigte deshalb den Vorschlag der Bertelsmann Stiftung, jedem Schüler einen Rechtsanspruch auf den Besuch einer Ganztagsschule einzuräumen: „Ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz ist der entscheidende Hebel für eine Ganztagsoffensive. Neben dem quantitativen Ausbau müssen wir aber gleichzeitig auf Qualität achten“, so Dräger. Ganztagsschule müsse mehr sein als eine Halbtagsschule mit Nachmittagsbetreuung. Dafür würden mehr Lehrer und pädagogische Mitarbeiter benötigt.
Autor: red

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