Do, 15:55 Uhr
03.07.2014
Kyffhäuserdenkmal übergeben
Mit einem Besuch von Thüringens Kultusminister Christoph Matschie wurde die Sanierung des Kyffhäuserdenkmals heute vorerst offiziell abgeschlossen.
Gebaut wurde ja schon lange am Kyffhäuser, nicht nur als das Kaiser-Wilhelm-Denkmal entstand, sondern auch in neuerer Zeit. So wurde zum Beispiel im Jahre 2010 der Rollstuhlweg für behinderte Menschen übergeben. Dafür wurden mit dem letzten Mittelabruf im Juli diesen Jahres 1.227.000 Euro Bundes- und Landesmittel für die Baumaßnahmen des Kyffhäuserkreises abgerufen, rund 2,7 Millionen kostete das ganze Vorhaben.
Seit 2012 wurde aber bereits wieder das Kyffhäuserdenkmal saniert. Viele Millionen flossen in Umbaumaßnahmen und Reparaturen im gesamten Denkmalsbereich. Lange Zeit gab es eine Einrüstung des Turms bei laufendem Betrieb. Trotzdem gingen die Besucherzahlen stark zurück, was letztlich zu einer finanziellen Schieflage des Tourismusverbandes führte (damaliger Betreiber des Denkmals) und den Kreisausschuss veranlasste, den Kyffhäusertourismusverband in die Insolvenz zu schicken, einem Vorgang den nur Wenige nachvollziehen konnten.
Damals wurde der komplette Turm in rund zwei Jahren sandgestrahlt, die Fugen und eine ganze Reihe Steine am Denkmal erneuert. Auch wurden neue Fenster und Türen eingebaut und auch das Reiterstandbild mit den Nebenfiguren wurde ebenso runderneuert und mit Wachs versiegelt.
Kultusminister Christoph Matschie und Landrätin Antje Hochwind (beide SPD) haben heute das Denkmal feierlich übergeben. Nicht ganz hat man den Termin 18. Juni für die Übergabe geschafft, denn das Denkmal war erstmals am 18. Juni 1896 übergeben worden. Da seit Anfang des Jahres mit der Kurgesellschaft Bad Frankenhausen ein neuer Betreiber gefunden wurde, sollte es am Kyffhäuser wieder "bergauf" gehen. Erste Events im Jahr geben Anlass zu Optimismus, so Bürgermeister Matthias Strejc (SPD), der hier den Betreiber, die Kurgesellschaft Bad Frankenhausen vertrat. In den letzten drei Monaten waren rund 50.000 zahlende Besucher am Kyffhäuserdenkmal, eine Verdoppelung gegenüber der Bauphase im vorigen Jahr. Und man hat noch viel vor im Hinblick auf das Marketing.
Was wurde nicht alles schon am Kyffhäuserdenkmal getan? Die südliche Ringmauer wurde teils saniert und Geländer angebracht. Es erfolgte die Steilwandsicherung im Bereich des Burghofes und der Weg zur Mittelburg wurde verlegt. Auch der Barbarossaturm wurde saniert und mit einer Ausstellung versehen. Neben der schon erwähnten Zufahrt für Behinderte wurde auch eine Behindertentoilette mitsamt Wickelraum errichtet.
Aus vielen Fördertöpfen und auch aus Mitteln des Kreises flossen seit 1994 über 10 Millionen Euro in die Anlage rund um das Kyffhäuserdenkmal, so Landrätin Antje Hochwind (SPD). Hauptfördermittelgeber war das Kultusministerium Thüringens. Und es steht aber trotzdem noch viel Arbeit an. Gerade im Zufahrtsbereich und an den Parkplätzen muss für Besucher mehr getan werden. Gerade das Stichwort Toiletten sollte wichtig sein. Man will und soll ja auch in der Region wandern. In diesem Jahr, so Hochwind, sollen in die Freiflächen am Eingangsbereich noch rund 120.000 Euro verbaut werden.
Kultusminister Christoph Matschie (SPD) hob die Wichtigkeit des Kyffhäuserdenkmals als Kulturgut in Thüringen hervor. Auch wenn das Denkmal früher als Zeichen des nationalistischen Gebarens entstanden ist, gehört es trotzdem zu unserer Geschichte und es ist wichtig, dieses Denkmal zu erhalten. In diesem Zusammenhang verwies Matschie auf die Tatsache, dass der Freistaat bei sinkendem Etat 25 Prozent mehr Mittel in die Kultur steckte.
Strejc hob hervor, das Kyffhäuserdenkmal ist kein Fluch (wegen der hohen Kosten) sondern ein Segen für die Region. Nach dem Fertigstellen der Sanierungsarbeiten erwartet man jetzt Besucherzahlen von 130.000 bis 150.000 pro Jahr.
Chefarchitektin Dr. Ing. Bärbel Angermann vom gleichnamige, Ingenieurbüro und Thüringens Landeskonservator Holger Reinhardt unterstrichen, wie Hochwind, Matschie und Strejc, die Leistungen der Bauleute. Es war eine logistische Meisterleistung, die Sanierung während des Baubetriebes zu organisieren. Das Reiterstandbild drohte wegen verrosteter Gitter sogar zusammenzubrechen. Deshalb ging der Dank beider an die Baufirmen, die Überwiegend aus der Region kamen.
Ritter Gerwig von Kyffhausen gab den Gästen noch einen historischen Abriss des Geschehens um den Kyffhäuser.
Ist jetzt alles in Butter am Kyffhäuser? Mit dem Stichwort Wandern kommt man an eine ganz wunde Stelle des Kyffhäusers, nämlich zu den Radwanderern. Der Boom in ganz Deutschland im Fahrradbereich geht am Kyffhäuser völlig vorbei. Es gibt nicht einen ausgewiesenen Radwanderweg hinauf zum Kyffhäuserdenkmal, von einer Verbreiterung der B85, um wenigstens in den Steigungsstrecken eine abgegrenzte Fahrradspur zu haben, oder gar einem kompletten Radweg ganz zu schweigen. Mit dem Rad die B85 hochfahren, erwies sich heute wieder mal als lebensgefährlich, wie kn hautnah spüren konnte.
Nicht mal geeignete Fahrradständer gibt es am Kyffhäuser oder der benachbarten Barbarossahöhle, um sein Fahrrad halbwegs sicher anschließen zu können! Hier muss im Bereich des Tourismus unbedingt in den nächsten Jahren etwas entstehen. In einem Gespräch mit Matschie räumte er gegenüber kn ein, in der Tat hier müssen wir uns auch an Erfurt ernsthafte Gedanken machen. Hier legte kn auch noch eine Schippe nach, denn der Norden Thüringens (Sondershausen und Nordhausen) ist auch über die B4 praktisch von Erfurt aus nicht mit dem Rad zuerreichen.
Das Denkmal ist saniert, die Besucher können kommen, man darf gespannt sein, wie es am Kyffhäuser in den nächsten Jahren weiter geht.
Autor: khhGebaut wurde ja schon lange am Kyffhäuser, nicht nur als das Kaiser-Wilhelm-Denkmal entstand, sondern auch in neuerer Zeit. So wurde zum Beispiel im Jahre 2010 der Rollstuhlweg für behinderte Menschen übergeben. Dafür wurden mit dem letzten Mittelabruf im Juli diesen Jahres 1.227.000 Euro Bundes- und Landesmittel für die Baumaßnahmen des Kyffhäuserkreises abgerufen, rund 2,7 Millionen kostete das ganze Vorhaben.
Seit 2012 wurde aber bereits wieder das Kyffhäuserdenkmal saniert. Viele Millionen flossen in Umbaumaßnahmen und Reparaturen im gesamten Denkmalsbereich. Lange Zeit gab es eine Einrüstung des Turms bei laufendem Betrieb. Trotzdem gingen die Besucherzahlen stark zurück, was letztlich zu einer finanziellen Schieflage des Tourismusverbandes führte (damaliger Betreiber des Denkmals) und den Kreisausschuss veranlasste, den Kyffhäusertourismusverband in die Insolvenz zu schicken, einem Vorgang den nur Wenige nachvollziehen konnten.
Damals wurde der komplette Turm in rund zwei Jahren sandgestrahlt, die Fugen und eine ganze Reihe Steine am Denkmal erneuert. Auch wurden neue Fenster und Türen eingebaut und auch das Reiterstandbild mit den Nebenfiguren wurde ebenso runderneuert und mit Wachs versiegelt.
Kultusminister Christoph Matschie und Landrätin Antje Hochwind (beide SPD) haben heute das Denkmal feierlich übergeben. Nicht ganz hat man den Termin 18. Juni für die Übergabe geschafft, denn das Denkmal war erstmals am 18. Juni 1896 übergeben worden. Da seit Anfang des Jahres mit der Kurgesellschaft Bad Frankenhausen ein neuer Betreiber gefunden wurde, sollte es am Kyffhäuser wieder "bergauf" gehen. Erste Events im Jahr geben Anlass zu Optimismus, so Bürgermeister Matthias Strejc (SPD), der hier den Betreiber, die Kurgesellschaft Bad Frankenhausen vertrat. In den letzten drei Monaten waren rund 50.000 zahlende Besucher am Kyffhäuserdenkmal, eine Verdoppelung gegenüber der Bauphase im vorigen Jahr. Und man hat noch viel vor im Hinblick auf das Marketing.
Was wurde nicht alles schon am Kyffhäuserdenkmal getan? Die südliche Ringmauer wurde teils saniert und Geländer angebracht. Es erfolgte die Steilwandsicherung im Bereich des Burghofes und der Weg zur Mittelburg wurde verlegt. Auch der Barbarossaturm wurde saniert und mit einer Ausstellung versehen. Neben der schon erwähnten Zufahrt für Behinderte wurde auch eine Behindertentoilette mitsamt Wickelraum errichtet.
Aus vielen Fördertöpfen und auch aus Mitteln des Kreises flossen seit 1994 über 10 Millionen Euro in die Anlage rund um das Kyffhäuserdenkmal, so Landrätin Antje Hochwind (SPD). Hauptfördermittelgeber war das Kultusministerium Thüringens. Und es steht aber trotzdem noch viel Arbeit an. Gerade im Zufahrtsbereich und an den Parkplätzen muss für Besucher mehr getan werden. Gerade das Stichwort Toiletten sollte wichtig sein. Man will und soll ja auch in der Region wandern. In diesem Jahr, so Hochwind, sollen in die Freiflächen am Eingangsbereich noch rund 120.000 Euro verbaut werden.
Kultusminister Christoph Matschie (SPD) hob die Wichtigkeit des Kyffhäuserdenkmals als Kulturgut in Thüringen hervor. Auch wenn das Denkmal früher als Zeichen des nationalistischen Gebarens entstanden ist, gehört es trotzdem zu unserer Geschichte und es ist wichtig, dieses Denkmal zu erhalten. In diesem Zusammenhang verwies Matschie auf die Tatsache, dass der Freistaat bei sinkendem Etat 25 Prozent mehr Mittel in die Kultur steckte.
Strejc hob hervor, das Kyffhäuserdenkmal ist kein Fluch (wegen der hohen Kosten) sondern ein Segen für die Region. Nach dem Fertigstellen der Sanierungsarbeiten erwartet man jetzt Besucherzahlen von 130.000 bis 150.000 pro Jahr.
Chefarchitektin Dr. Ing. Bärbel Angermann vom gleichnamige, Ingenieurbüro und Thüringens Landeskonservator Holger Reinhardt unterstrichen, wie Hochwind, Matschie und Strejc, die Leistungen der Bauleute. Es war eine logistische Meisterleistung, die Sanierung während des Baubetriebes zu organisieren. Das Reiterstandbild drohte wegen verrosteter Gitter sogar zusammenzubrechen. Deshalb ging der Dank beider an die Baufirmen, die Überwiegend aus der Region kamen.
Ritter Gerwig von Kyffhausen gab den Gästen noch einen historischen Abriss des Geschehens um den Kyffhäuser.
Ist jetzt alles in Butter am Kyffhäuser? Mit dem Stichwort Wandern kommt man an eine ganz wunde Stelle des Kyffhäusers, nämlich zu den Radwanderern. Der Boom in ganz Deutschland im Fahrradbereich geht am Kyffhäuser völlig vorbei. Es gibt nicht einen ausgewiesenen Radwanderweg hinauf zum Kyffhäuserdenkmal, von einer Verbreiterung der B85, um wenigstens in den Steigungsstrecken eine abgegrenzte Fahrradspur zu haben, oder gar einem kompletten Radweg ganz zu schweigen. Mit dem Rad die B85 hochfahren, erwies sich heute wieder mal als lebensgefährlich, wie kn hautnah spüren konnte.
Nicht mal geeignete Fahrradständer gibt es am Kyffhäuser oder der benachbarten Barbarossahöhle, um sein Fahrrad halbwegs sicher anschließen zu können! Hier muss im Bereich des Tourismus unbedingt in den nächsten Jahren etwas entstehen. In einem Gespräch mit Matschie räumte er gegenüber kn ein, in der Tat hier müssen wir uns auch an Erfurt ernsthafte Gedanken machen. Hier legte kn auch noch eine Schippe nach, denn der Norden Thüringens (Sondershausen und Nordhausen) ist auch über die B4 praktisch von Erfurt aus nicht mit dem Rad zuerreichen.
Das Denkmal ist saniert, die Besucher können kommen, man darf gespannt sein, wie es am Kyffhäuser in den nächsten Jahren weiter geht.




































