Fr, 20:59 Uhr
04.07.2014
Ältester Verein von Beuren
Der Schützenverein Eintracht Beuren 1904 wurde, wie der Name schon sagt, im Jahre 1904 gegründet. Der Schützenverein ist der älteste Verein des Ortes. Heute hat das Jubiläumsschützenfest begonnen. Hier mal ein Blick in die Geschichte des Vereins....
Wegen der langen Zwangspause die der Verein von 1938 bis 1991 einlegen musste, gibt es heute nur noch wenige ältere Bürger in Beuren, die Auskunft über den alten Verein geben können. Trotz fehlender Unterlagen ist es den Chronisten des Vereins gelungen einige sehr aufschlussreiche Berichte über das Wirken des Vereins vor dem zweiten Weltkrieg zu bekommen.
So zum Beispiel ist heute bekannt, das die Schützenkette von einmarschierenden russischen Soldaten im Haus von Franz Eckardt gefunden und entwendet wurde. Die Vereinsfahne wurde im Haus von Albert Hunold im Jahre 1958 von der Stasi entwendet und ist trotz intensiver Nachforschungen bis heute nicht wieder aufgetaucht.
Noch in privaten Besitz befindliche Schützenscheiben und Pokale gingen ebenfalls in den letzten Jahrzehnten verloren. So gibt es nur noch sehr wenige Anhaltspunkte, die auf die Traditionen des alten Vereins hinweisen.
Es kommen aber immer wieder einige kleinere Details zum Vorschein, die sich dann wie ein Puzzle zusammensetzen lassen. Das sind kleinere Relikte wie zum Beispiel ein altes Königskreuz, eine alte Eintrittskarte oder eine Ehrennadel, aber auch komplette Niederschriften über Abläufe im Vereinsleben.
Durch die Vermittlung von Heinz Herzberg sen. kam der Schützenverein an eine solche Niederschrift, die den Ablauf der Schützenfeste vor 1938 wiedergibt.
Hier einige Ausschnitte:
Am 2. Sonntag im Juli war das Schützenfest, es wurde am Bierdor (Beuertor) gefeiert. Das aufgeschlagene Zelt war primitiv. Sitzgelegenheiten und Tische wurden aus Holzpfählen und Brettern provisorisch gezimmert. Das Rundholztragwerk wurde mit einer Plane abgedeckt, die Seiten nur bis auf halbe Höhe.
Die Musikanten saßen seitlich auf einer erhöhten Fläche. Die Tanzfläche bestand aus einem sehr primitiven Holzfußboden und war klein. Nur eine bescheidene Zahl Tanzlustiger fand Platz, die anderen standen im Solo. Sie konnten oft nur mit einem Strick hineingeschellt werden. Nun schwangen die neu abgezählten das Tanzbein so lange, bis sie wieder in den Solo geschellt wurden.
Männliche Nichtmitglieder mussten für 50 Pfennige ein Tanzband erwerben. Für die Dame war das Tanzen frei. Sie saß mit den vielen anderen vor der Tanzfläche und wurde vom Herrn mit einer Verbeugung zum Tanz aufgefordert. Sie dankte mit einem Knicks. Dasselbe tat sie auch, wenn sie der Herr nach Tanzbeendigung zum Platz zurückbrachte. Von Emanzipation war noch nichts zu merken. Die Frau war die ergebene, sie musste stets die Herrschaft des Mannes anerkennen.
Autor: enWegen der langen Zwangspause die der Verein von 1938 bis 1991 einlegen musste, gibt es heute nur noch wenige ältere Bürger in Beuren, die Auskunft über den alten Verein geben können. Trotz fehlender Unterlagen ist es den Chronisten des Vereins gelungen einige sehr aufschlussreiche Berichte über das Wirken des Vereins vor dem zweiten Weltkrieg zu bekommen.
So zum Beispiel ist heute bekannt, das die Schützenkette von einmarschierenden russischen Soldaten im Haus von Franz Eckardt gefunden und entwendet wurde. Die Vereinsfahne wurde im Haus von Albert Hunold im Jahre 1958 von der Stasi entwendet und ist trotz intensiver Nachforschungen bis heute nicht wieder aufgetaucht.
Noch in privaten Besitz befindliche Schützenscheiben und Pokale gingen ebenfalls in den letzten Jahrzehnten verloren. So gibt es nur noch sehr wenige Anhaltspunkte, die auf die Traditionen des alten Vereins hinweisen.
Es kommen aber immer wieder einige kleinere Details zum Vorschein, die sich dann wie ein Puzzle zusammensetzen lassen. Das sind kleinere Relikte wie zum Beispiel ein altes Königskreuz, eine alte Eintrittskarte oder eine Ehrennadel, aber auch komplette Niederschriften über Abläufe im Vereinsleben.
Durch die Vermittlung von Heinz Herzberg sen. kam der Schützenverein an eine solche Niederschrift, die den Ablauf der Schützenfeste vor 1938 wiedergibt.
Hier einige Ausschnitte:
Am 2. Sonntag im Juli war das Schützenfest, es wurde am Bierdor (Beuertor) gefeiert. Das aufgeschlagene Zelt war primitiv. Sitzgelegenheiten und Tische wurden aus Holzpfählen und Brettern provisorisch gezimmert. Das Rundholztragwerk wurde mit einer Plane abgedeckt, die Seiten nur bis auf halbe Höhe.
Die Musikanten saßen seitlich auf einer erhöhten Fläche. Die Tanzfläche bestand aus einem sehr primitiven Holzfußboden und war klein. Nur eine bescheidene Zahl Tanzlustiger fand Platz, die anderen standen im Solo. Sie konnten oft nur mit einem Strick hineingeschellt werden. Nun schwangen die neu abgezählten das Tanzbein so lange, bis sie wieder in den Solo geschellt wurden.
Männliche Nichtmitglieder mussten für 50 Pfennige ein Tanzband erwerben. Für die Dame war das Tanzen frei. Sie saß mit den vielen anderen vor der Tanzfläche und wurde vom Herrn mit einer Verbeugung zum Tanz aufgefordert. Sie dankte mit einem Knicks. Dasselbe tat sie auch, wenn sie der Herr nach Tanzbeendigung zum Platz zurückbrachte. Von Emanzipation war noch nichts zu merken. Die Frau war die ergebene, sie musste stets die Herrschaft des Mannes anerkennen.