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Do, 07:48 Uhr
17.07.2014

Deutsch-Russisches Schulprojekt

„Uwidimcja v St. Peterburge“ – So hieß es am 24. Juni für 11 russische und 13 deutsche Schüler als sie sich am Bahnhof in Heiligenstadt verabschiedeten. Hinter der Gruppe deutscher und russischer Schüler lag eine abwechslungsreiche und interessante Woche.

ZU Besuch in Heiligenstadt (Foto: Ulrike Plath) ZU Besuch in Heiligenstadt (Foto: Ulrike Plath)

Als die Schüler aus St. Petersburg am 17. Juni in Heiligenstadt ankamen, kannte man sich bis dahin nur durch gemeinsames Schreiben von E-Mails. Am Bahnhof war daher die Spannung äußerst groß, wie nun der russische Gastschüler in echt aussehen würde. Schnell hatte aber jeder seinen Partner gefunden und die Freude war groß.

Alle Schüler kamen bei ihren deutschen Gastfamilien gut unter und wurden in den nächsten Tagen zu wahren Familienmitgliedern. Alle waren bei der Verständigung gefordert, lernen doch die russischen Schüler Deutsch als zweite Fremdsprache und die deutschen Schüler Russisch als zweite Fremdsprache. Da das Lernalter bei allen unterschiedlich war, musste auch ab und zu die englische Sprache benutzt werden. Eltern kramten sogar ihre Russischkenntnisse aus der Schulzeit hervor.

Wie kam es zu der Begegnung des Gymnasiums Nr. 363 aus St. Petersburg mit der Bergschule? Der Kontakt besteht schon seit zwei Jahren mit der russischen Deutschlehrerin Galina Novitzkaja. Nach einem Besuch in St.Petersburg wurde der Austausch gemeinsam geplant und organisiert, d.h. man überlegte sich ein Projektthema, an dem sowohl in Heiligenstadt als auch in St.Petersburg gearbeitet werden könnte. Die Wahl fiel auf die Welt der Märchen.

Zu Besuch in Heiligenstadt (Foto: Ulrike Plath) Zu Besuch in Heiligenstadt (Foto: Ulrike Plath)
Für Heiligenstadt liegt es nahe, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit den Märchen der Gebrüder Grimm und der Deutschen Märchenstrasse beschäftigen würden. Genauso sah dann die gemeinsame Projektarbeit in Heiligenstadt aus. Neben der Arbeit in der Schule gab es auch einen Ausflug nach Kassel in das Gebrüder-Grimm-Museum sowie einen Ausflug nach Ebergötzen zur Wilhelm-Busch-Mühle.

Max und Moritz sind zwar keine Märchenfiguren, aber ihre Streiche sind in der ganzen Welt bekannt und die sie gehören ja fast zu unserer Nachbarschaft. Nach drei Tagen intensiver Arbeit wurden die Ergebnisse der gemischten Gruppen in der Aula präsentiert. Außerdem erfreuten uns die russischen Schüler bei dieser Gelegenheit mit einem kleinen Kulturprogramm und beeindruckten uns dabei mit ihren vielen verschiedenen Talenten.

Das Wochenende war den Gastfamilien vorbehalten. Hier konnten die russischen Schüler unsere Umgebung noch einmal besser kennenlernen sowie den Alltag und das Leben auf dem Dorf erfahren, denn einige der russischen Kinder wohnten während ihres Aufenthalts in verschiedenen Eichsfelddörfern. Ein starkes Kontrastprogramm zur Fünf-Millionenstadt St.Petersburg.

Die deutschen Schüler sind jetzt schon gespannt, wenn wir uns im September auf die Reise zum Gegenbesuch machen. Unsere gemeinsamen Unternehmungen und Projektkosten hier sowie die Fahrt nach St.Petersburg werden freundlicherweise von der Stiftung Deutsch-russischer Jugendaustausch finanziell unterstützt. So konnten zum Beispiel Märchenbücher und Max-und Moritz-Bücher für die Projektarbeit angeschafft werden.

Viele Eindrücke sind geblieben und müssen sicherlich auch noch verarbeitet werden. Eins steht dabei aber fest: alle sind sehr vertraut miteinander geworden, es gab auf jeder Seite sprachliche Fortschritte und Unbefangenheit, jeder Gastgeber hatte den passenden Gastschüler gefunden und alle Familien waren wunderbare Gastgeber.

Die russischen Schüler haben inzwischen auch eine kurze Rückmeldung gegeben: „ Es war einfach Klasse, lustig, ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so gut unterhalten kann.“ „ Die Schule gefiel mir sehr gut.“ „Nach der Reise blieben viele Eindrücke, Erinnerungen und viel neue Freunde.“ Bleibt zu hoffen, dass der Gegenbesuch in St. Petersburg im September dann genauso erfolgreich verlaufen wird.
Autor: en

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