Mo, 09:50 Uhr
22.09.2014
Abwassermäßig wie ein Kreuzfahrtschiff
Die Urania Eichsfeld organisierte im Rahmen ihrer Reihe ‚Urania öffnet Türen‘ die Besichtigung der Unterdruck-Abwasseranlage in Stöckey – der einzigen dieser Art im Eichsfeld....
Der Geschäftsleiter des WAZ Eichsfelder Kessel‘, Eckart Lintzel (2. von links) erläutert den Anwesenden die Funktion der Unterdruck Abwasseranlage in Stöckey.
Eckart Lintzel und Herr Müller vom WAZ ‚Eichsfelder Kessel‘, in dessen Einzugsbereich Stöckey liegt, stellten den Anwesenden die Anlagen vor.
Als die Entscheidung im Jahr 2009 anstand, das bestehende Abwassersystem mit einer zentralen Schmutzwasserbehandlung zukunftsfähig zu gestalten, entschied man sich in Stöckey für diese unkonventionelle Lösung, weil, im Gegensatz zum herkömmlichen Abwassersystem, mit wesentlich kleineren Rohrdurchmessern in schmalen Gräben mit geringen Tiefen gebaut werden konnte.
So kann auch Schmutzwasser von Grundstücken entsorgt werden, die höhenmäßig sogar unterhalb der Kläranlage liegen. In vier Jahren konnten so ca. 5.500 Meter Schmutzwasserkanal gebaut werden und alle 150 Grundstücke des 430 Einwohner-Dorfes erhielten das umweltschonendste Trennsystem.
Wassermeister Müller (links) zeigt ein Abwasserventil, wie es in den Schächten auf den Grundstücken in Stöckey eingebaut ist.
Die vorhandenen, zum größten Teil undichten und mangelhaften, Altkanäle aus Beton können nun noch für die Ableitung des Niederschlagswasser, von den Grundstücken und Straßen aus dem Dorf in die Helme, genutzt werden.
Stöckey funktioniert nun abwassermäßig wie ein Kreuzfahrtschiff. Im gesamten Abwasser-Rohrsystem herrscht ein leichter Unterdruck von 0,7 bar. Dieser wird von Pumpen in einer Station unmittelbar vor der Kläranlage erzeugt. Das Abwasser wird auf den Grundstücken in Schächten gesammelt in denen Ventile sitzen, die mit dem Rohrsystem verbunden sind.
Bei entsprechender Füllmenge im Schacht wird das Ventil pneumatisch – also ohne Strom – geöffnet, wobei etwa 50 l häusliches Schmutzwasser abgesaugt werden. Alle Ventile sind über Kabel mit der Zentralanlage im Klärwerk verbunden, so dass bei Havarien sofort gehandelt werden kann.
In den 3 Jahren seit Inbetriebnahme ist es zu lediglich drei Störungen gekommen, die sofort behoben werden konnten.
Die an der Veranstaltung teilnehmenden Bürger aus Stöckey konnten genau sehen, wann von ihrem Grundstück Abwasser abgesaugt worden war.Das abgesaugte Abwasser wird anschließend wie in einer normalen Kläranlage weiterbehandelt.
Eine Besonderheit gibt es in Stöckey noch: Dadurch, dass sich die Grundstücksnutzer der empfindlicheren Ventiltechnik bewusst sind, wird wesentlich weniger Abfall als in anderen Orten ‚ über das Abwassersytem entsorgt.– so werden Kosten gespart und die Umwelt geschont.
Dr. Löffelholz, Urania
Autor: enDer Geschäftsleiter des WAZ Eichsfelder Kessel‘, Eckart Lintzel (2. von links) erläutert den Anwesenden die Funktion der Unterdruck Abwasseranlage in Stöckey.
Eckart Lintzel und Herr Müller vom WAZ ‚Eichsfelder Kessel‘, in dessen Einzugsbereich Stöckey liegt, stellten den Anwesenden die Anlagen vor.
Als die Entscheidung im Jahr 2009 anstand, das bestehende Abwassersystem mit einer zentralen Schmutzwasserbehandlung zukunftsfähig zu gestalten, entschied man sich in Stöckey für diese unkonventionelle Lösung, weil, im Gegensatz zum herkömmlichen Abwassersystem, mit wesentlich kleineren Rohrdurchmessern in schmalen Gräben mit geringen Tiefen gebaut werden konnte.
So kann auch Schmutzwasser von Grundstücken entsorgt werden, die höhenmäßig sogar unterhalb der Kläranlage liegen. In vier Jahren konnten so ca. 5.500 Meter Schmutzwasserkanal gebaut werden und alle 150 Grundstücke des 430 Einwohner-Dorfes erhielten das umweltschonendste Trennsystem.
Wassermeister Müller (links) zeigt ein Abwasserventil, wie es in den Schächten auf den Grundstücken in Stöckey eingebaut ist.
Die vorhandenen, zum größten Teil undichten und mangelhaften, Altkanäle aus Beton können nun noch für die Ableitung des Niederschlagswasser, von den Grundstücken und Straßen aus dem Dorf in die Helme, genutzt werden.
Stöckey funktioniert nun abwassermäßig wie ein Kreuzfahrtschiff. Im gesamten Abwasser-Rohrsystem herrscht ein leichter Unterdruck von 0,7 bar. Dieser wird von Pumpen in einer Station unmittelbar vor der Kläranlage erzeugt. Das Abwasser wird auf den Grundstücken in Schächten gesammelt in denen Ventile sitzen, die mit dem Rohrsystem verbunden sind.
Bei entsprechender Füllmenge im Schacht wird das Ventil pneumatisch – also ohne Strom – geöffnet, wobei etwa 50 l häusliches Schmutzwasser abgesaugt werden. Alle Ventile sind über Kabel mit der Zentralanlage im Klärwerk verbunden, so dass bei Havarien sofort gehandelt werden kann.
In den 3 Jahren seit Inbetriebnahme ist es zu lediglich drei Störungen gekommen, die sofort behoben werden konnten.
Die an der Veranstaltung teilnehmenden Bürger aus Stöckey konnten genau sehen, wann von ihrem Grundstück Abwasser abgesaugt worden war.Das abgesaugte Abwasser wird anschließend wie in einer normalen Kläranlage weiterbehandelt.
Eine Besonderheit gibt es in Stöckey noch: Dadurch, dass sich die Grundstücksnutzer der empfindlicheren Ventiltechnik bewusst sind, wird wesentlich weniger Abfall als in anderen Orten ‚ über das Abwassersytem entsorgt.– so werden Kosten gespart und die Umwelt geschont.
Dr. Löffelholz, Urania

