Di, 08:18 Uhr
03.03.2015
Lebenshilfe mit besonderer Ausstellung
Die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis feiert in diesem Monat ihr 25jähriges Bestehen. Der Verein war eine der ersten in Thüringen, der sich um das Wohl der Menschen mit Behinderungen sorgt. Zum Jubiläum zählt jetzt auch eine Ausstellung, die gegewärtig im Eichsfelder Kulturhaus in Heilbad Heiligenstadt zu sehen ist....
Rund 300 Menschen waren der Einladung von Lebenshilfe Leinefelde-Worbis und Landrat Dr. Werner Henning am Sonntag gefolgt und freuten sich auf einen unterhaltsamen Nachmittag im Eichsfelder Kulturhaus.
Die 2. Ausstellung der Künstlergruppe der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis mit dem Thema: Du bist mir wichtig wurde mit einer Märchenaufführung eröffnet.
Das Thema Du bist mir wichtig zieht sich durch alle Aktivitäten der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis zum 25. Geburtstag des Vereins. Hierauf bezog sich auch Landrat Dr. Werner Henning in seinen Eröffnungsworten. Ihm gefällt an der Aktion, dass Menschen mit Behinderung in ganz normalen Beziehungen gezeigt werden.
Hier wird das ganz Normale medial präsentiert. Und das besteht darin, dass alle Menschen, so wie sie auf die Welt gekommen sind, oder welches Schicksal sie auch ereilt hat, miteinander auskommen. Niemand wird vorgeführt, sondern es wird gezeigt, wie Menschen mit Behinderung im Konsens mit anderen Akteuren in der bürgerlichen Welt leben und selbstverständlicher Bestandteil sind. Dr. Werner Henning unternahm auch einen kleinen Exkurs in 25 Jahre Lebenshilfe, die am 20. März gefeiert werden.
Mit dem Blick auf den früheren Sozialdezernenten Dr. Eberhard Liesaus und den ehemaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, die beide im Publikum saßen, sprach er über die Behindertenarbeit im Landkreis Eichsfeld. Es gibt einerseits die kirchlichen Einrichtungen, die auf eine lange Geschichte zurückblicken, aber auch die Lebenshilfe als nichtkirchlichen Träger, der sich in großer Selbstverständlichkeit seit der Gründung vor 25 Jahren etabliert und entwickelt hat. Verschiedene Einrichtungen, wie Werkstatt, Tabaluga – Förderschule, Tom – Mutters – Wohnstätte sind im Laufe der Zeit neu entstanden und bieten den Menschen mit Behinderung gute Arbeits- und Lebensbedingungen.
Das spiegelt sich auch in den Werken der KünstlerInnen wieder, die im Rahmen der arbeitsbegleitenden Maßnahmen der Werkstatt entstanden und im Eichsfelder Kulturhaus bis Ende Juni ausgestellt sind. Die Kunstgruppen der Lebenshilfe Leinefelde – Worbis e.V. gibt es seit 2011. Die Beschäftigten treffen sich einmal wöchentlich im 14-tägigen Wechsel, um ihre eigenen Ideen und künstlerischen Vorstellungen umzusetzen.
Die KünstlerInnen malen sehr fantasievoll und haben ein intuitives Verständnis für Form und Farbe. Die Kunstwerke zeichnen sich durch Originalität, Dynamik, Farbenvielfalt und eine besondere Sichtweise der Dinge aus. Immer wieder fordern sie vom Betrachter einen unverstellten Blick auf die Welt, wie sie sie sehen.
Einen ganz besonderen Blick auf die Welt zeigte Das Märchen vom traurigen Herrn Regenwasser, bei dem Schüler der Grundschule Worbis, Menschen mit Behinderung der Werkstatt der Lebenshilfe Leinefelde – Worbis, geistig behinderte Kinder der Tabaluga – Förderschule, ehrenamtlich tätige Bürger aus dem Landkreis, Mitarbeiter der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis und der Tabaluga - Förderschule gemeinsam auf der Bühne standen.
Während Kasper und Seppel ganz cool agierten, waren manche Mitspieler doch sehr aufgeregt. Auf einer richtigen Bühne zu stehen und vor solch einem großen Publikum zu spielen, war für einige eine ganz neue Erfahrung. Kasper und Seppel, die einer alten Frau, die sich später als gute Fee entpuppte, halfen und dadurch einen Wunsch frei hatten, wünschten sich, dass jeder Tag so sonnig sein sollte, wie heute.
Es war ja ihr Wunsch und so dachten sie nicht an andere Menschen, für deren Tun Wasser unabdingbar ist. Waschfrau, Bauer, Friseur, Fischer und Feuerwehrmann, ja selbst die Blumen litten unter der Trockenheit, währenddessen Herr Regenwasser schmollte und seine Familie das Treiben auf der Erde beobachtete. Die Bitte an die Fee, den Wunsch zurückzunehmen blieb unerhört und so blieb den beiden Burschen nichts anderes übrig, als sich bei Herrn Regenwasser zu entschuldigen.
Angeführt vom Wetterfrosch, der seinen unfreiwilligen Urlaub auch schon satt hatte, gingen alle zum Haus von Herrn Regenwasser. Dort warteten die Kinder schon aufgeregt. Herr Regenwasser ließ sich zunächst lange bitten, bevor er die Entschuldigung annahm, zutiefst war er beleidigt worden. Das Zureden seiner Frau half und so gab es am Schluss nicht nur ein Happy End, sondern auch einen großen bunten Regenbogen, der sich übers Land und alles, was da lebt ausbreitete.
Cathleen Köchy und Hans Joachim Jacobi, die Leiter des Eichsfelder Kulturhauses überreichten allen Schauspielern und Künstlern der Ausstellung Rosen als kleines Dankeschön.
Die Zuschauer zollten den Darstellern jede Menge Lob und Anerkennung und applaudierten eifrig.
Diese 45 Minuten waren eine Lehrstunde, die unterhaltsam vermittelte, dass alles im Leben seine Bedeutung hat. Sonne und Regen, Freude und Trauer, Glück und Leid. Themen wie z. B. : Hilfsbereitschaft, Aufmerksamkeit gegenüber älteren und hilfsbedürftigen Menschen, Treffen von Entscheidungen und Leben mit den Konsequenzen, Denken an andere Menschen und nicht an den eigenen Vorteil, Umgang mit Kritik, Fehler eingestehen, sich entschuldigen, vergeben, waren die Botschaften, die die Menschen im Publikum begeistert haben.
Alle waren sich einig, dass das ein wunderschöner Nachmittag war, der den Sonntag zu einem wirklichen Sonnentag fürs Herz gemacht hat!
Gisela Reinhardt
Autor: enRund 300 Menschen waren der Einladung von Lebenshilfe Leinefelde-Worbis und Landrat Dr. Werner Henning am Sonntag gefolgt und freuten sich auf einen unterhaltsamen Nachmittag im Eichsfelder Kulturhaus.
Die 2. Ausstellung der Künstlergruppe der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis mit dem Thema: Du bist mir wichtig wurde mit einer Märchenaufführung eröffnet.
Das Thema Du bist mir wichtig zieht sich durch alle Aktivitäten der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis zum 25. Geburtstag des Vereins. Hierauf bezog sich auch Landrat Dr. Werner Henning in seinen Eröffnungsworten. Ihm gefällt an der Aktion, dass Menschen mit Behinderung in ganz normalen Beziehungen gezeigt werden.
Hier wird das ganz Normale medial präsentiert. Und das besteht darin, dass alle Menschen, so wie sie auf die Welt gekommen sind, oder welches Schicksal sie auch ereilt hat, miteinander auskommen. Niemand wird vorgeführt, sondern es wird gezeigt, wie Menschen mit Behinderung im Konsens mit anderen Akteuren in der bürgerlichen Welt leben und selbstverständlicher Bestandteil sind. Dr. Werner Henning unternahm auch einen kleinen Exkurs in 25 Jahre Lebenshilfe, die am 20. März gefeiert werden.
Mit dem Blick auf den früheren Sozialdezernenten Dr. Eberhard Liesaus und den ehemaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, die beide im Publikum saßen, sprach er über die Behindertenarbeit im Landkreis Eichsfeld. Es gibt einerseits die kirchlichen Einrichtungen, die auf eine lange Geschichte zurückblicken, aber auch die Lebenshilfe als nichtkirchlichen Träger, der sich in großer Selbstverständlichkeit seit der Gründung vor 25 Jahren etabliert und entwickelt hat. Verschiedene Einrichtungen, wie Werkstatt, Tabaluga – Förderschule, Tom – Mutters – Wohnstätte sind im Laufe der Zeit neu entstanden und bieten den Menschen mit Behinderung gute Arbeits- und Lebensbedingungen.
Das spiegelt sich auch in den Werken der KünstlerInnen wieder, die im Rahmen der arbeitsbegleitenden Maßnahmen der Werkstatt entstanden und im Eichsfelder Kulturhaus bis Ende Juni ausgestellt sind. Die Kunstgruppen der Lebenshilfe Leinefelde – Worbis e.V. gibt es seit 2011. Die Beschäftigten treffen sich einmal wöchentlich im 14-tägigen Wechsel, um ihre eigenen Ideen und künstlerischen Vorstellungen umzusetzen.
Die KünstlerInnen malen sehr fantasievoll und haben ein intuitives Verständnis für Form und Farbe. Die Kunstwerke zeichnen sich durch Originalität, Dynamik, Farbenvielfalt und eine besondere Sichtweise der Dinge aus. Immer wieder fordern sie vom Betrachter einen unverstellten Blick auf die Welt, wie sie sie sehen.
Einen ganz besonderen Blick auf die Welt zeigte Das Märchen vom traurigen Herrn Regenwasser, bei dem Schüler der Grundschule Worbis, Menschen mit Behinderung der Werkstatt der Lebenshilfe Leinefelde – Worbis, geistig behinderte Kinder der Tabaluga – Förderschule, ehrenamtlich tätige Bürger aus dem Landkreis, Mitarbeiter der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis und der Tabaluga - Förderschule gemeinsam auf der Bühne standen.
Während Kasper und Seppel ganz cool agierten, waren manche Mitspieler doch sehr aufgeregt. Auf einer richtigen Bühne zu stehen und vor solch einem großen Publikum zu spielen, war für einige eine ganz neue Erfahrung. Kasper und Seppel, die einer alten Frau, die sich später als gute Fee entpuppte, halfen und dadurch einen Wunsch frei hatten, wünschten sich, dass jeder Tag so sonnig sein sollte, wie heute.
Es war ja ihr Wunsch und so dachten sie nicht an andere Menschen, für deren Tun Wasser unabdingbar ist. Waschfrau, Bauer, Friseur, Fischer und Feuerwehrmann, ja selbst die Blumen litten unter der Trockenheit, währenddessen Herr Regenwasser schmollte und seine Familie das Treiben auf der Erde beobachtete. Die Bitte an die Fee, den Wunsch zurückzunehmen blieb unerhört und so blieb den beiden Burschen nichts anderes übrig, als sich bei Herrn Regenwasser zu entschuldigen.
Angeführt vom Wetterfrosch, der seinen unfreiwilligen Urlaub auch schon satt hatte, gingen alle zum Haus von Herrn Regenwasser. Dort warteten die Kinder schon aufgeregt. Herr Regenwasser ließ sich zunächst lange bitten, bevor er die Entschuldigung annahm, zutiefst war er beleidigt worden. Das Zureden seiner Frau half und so gab es am Schluss nicht nur ein Happy End, sondern auch einen großen bunten Regenbogen, der sich übers Land und alles, was da lebt ausbreitete.
Cathleen Köchy und Hans Joachim Jacobi, die Leiter des Eichsfelder Kulturhauses überreichten allen Schauspielern und Künstlern der Ausstellung Rosen als kleines Dankeschön.
Die Zuschauer zollten den Darstellern jede Menge Lob und Anerkennung und applaudierten eifrig.
Diese 45 Minuten waren eine Lehrstunde, die unterhaltsam vermittelte, dass alles im Leben seine Bedeutung hat. Sonne und Regen, Freude und Trauer, Glück und Leid. Themen wie z. B. : Hilfsbereitschaft, Aufmerksamkeit gegenüber älteren und hilfsbedürftigen Menschen, Treffen von Entscheidungen und Leben mit den Konsequenzen, Denken an andere Menschen und nicht an den eigenen Vorteil, Umgang mit Kritik, Fehler eingestehen, sich entschuldigen, vergeben, waren die Botschaften, die die Menschen im Publikum begeistert haben.
Alle waren sich einig, dass das ein wunderschöner Nachmittag war, der den Sonntag zu einem wirklichen Sonnentag fürs Herz gemacht hat!
Gisela Reinhardt


