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Do, 07:35 Uhr
05.03.2015

Duderstädter Gespräch mit 140 Teilnehmern

„Auf der Flucht - zwischen Asyl und gewünschter Zuwanderung“. So lautete das Motto der diesjährigen Duderstädter Gespräche, die bereits zum 26. Mal im Kolping-Ferienparadies auf dem Pferdeberg stattfanden. 140 Teilnehmer warem bei den 26. Duderstädter Gesprächen auf dem Pferdeberg....

Duderstädter Gespräch -  (Foto: G. Germeshausen) Duderstädter Gespräch - (Foto: G. Germeshausen)

Kolpingvorsitzender Andreas Bulitta (2. v. l.) mit Bürgermeister Nolte (3. v. r.) und Referenten.
Fotos: Germeshausen.


„Auf der Flucht - zwischen Asyl und gewünschter Zuwanderung“. So lautete das Motto der diesjährigen Duderstädter Gespräche, die bereits zum 26. Mal im Kolping-Ferienparadies auf dem Pferdeberg stattfanden.

Im Auftrage der Veranstalter Kolping-Diözesanverband Hildesheim hieß deren Vorsitzender Andreas Bulitta und für den Caritas-Diözesanverband Hildesheim Elisabeth Stankowski etwa 140 Kolpinger aus dem Bistum Hildesheim und über dessen Grenzen hinaus willkommen. Oberstes Anliegen war den Veranstaltern, zur Diskussion innerhalb der Bevölkerung um die Flüchtlingssituation beizutragen.

So betonte es auch der Diözesansekretär des Kolpingwerkes, Josef Teltemann, der in die Thematik einführte. Bereits am Vorabend hatte man sich mit Experten über die Flüchtlingspolitik kundig gemacht. Im Verlauf dieser Diskussion führte Kai Weber, Geschäftsführer des Flüchtlingsrates Niedersachsen, in die Arbeit der Härtefallkommission ein. „Flucht und Migration - Herausforderungen für die Politik“ stellte Dr. Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Allein im Jahre 2014 seien bisher von Italien mehr als 140.000 Flüchtlinge aufgenommen worden. Die Welt sei in Bewegung. Derzeit fänden sich weltweit mehr Menschen auf der Flucht als zum Ende des 2. Weltkrieges. In Deutschland seien innerhalb von sechs Monaten 25.000 Flüchtlinge eingetroffen. Um der in Zukunft noch steigenden Zahl von Flüchtlingen Herr zu werden, müssten laut Schmidt Prioritäten für bestimmte Länder gesetzt werden. Mit dem Problem „Integration als Chance für unsere Gesellschaft“ setzte sich Doris Schröder-Köpf auseinander. Sie ist Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

In ihren Ausführungen beklagte sie, dass es in zunehmendem Maße Gewalt gegen Flüchtlinge gebe. Vehement setzte sie sich für eine bessere Willkommens- und Anerkennungskultur ein. Auf die Notwendigkeit einer humanitären Offensive für Flüchtlinge und eine neue Asylpolitik bezog sich Luise Amtsberg (Bündnis 90/Die Grünen) in ihrem Referat und forderte für ihre Partei eine liberalere Flüchtlingspolitik. Eine Zielrichtung der Politik in der Flüchtlingsfrage benannte Dr. André Berghegger (CDU) und nannte ein Einwanderungsgesetz als ideale Lösung für dieses Problem.

Der Oberbürgermeister von Goslar, Dr. Oliver Junk, nannte zur Lösung des Flüchtlingsproblems einen Rückbau der Verwaltung und eine finanziell höhere Beteiligung von Bund und Ländern zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. Abschließend ging Pastor i. R. Gerrit Halms auf das Thema „Humanitäre Hilfe als Christenpflicht“ ein.

Er selbst hatte vor einiger Zeit sein Gotteshaus für Flüchtlingsunterkünfte geöffnet. Er betonte, für Christen müsse es selbstverständlich sein, im Denken, Reden und Handeln zu überzeugen, dass jeder Mensch ein Abbild Gottes sei. Dazu zitierte er mehrere Stellen aus der Bibel, in denen immer wieder zum Ausdruck komme, dass sich Jesus stets für die ärmsten und hilflosen Menschen eingesetzt habe.

Insgesamt waren die Redner der festen Meinung, dass die Bundesrepublik Deutschland wegen des demografischen Wandels langfristig auf Zuwanderung von Arbeitskräften angewiesen sei. Es wurde davor gewarnt, die Flüchtlingsproblematik, die Asylfrage und die Frage nach der Integration undifferenziert zu vermischen.
G. Germeshausen
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