Fr, 11:52 Uhr
06.03.2015
Frauenquote steigt
In Thüringen ist inzwischen fast wieder die Hälfte aller Arbeitnehmer weiblich. Und auch bundesweit stieg die Beschäftigung von Frauen seit 1991 um 5 Prozent an – nach Auffassung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt eine wichtige Voraussetzung für die Fachkräftesicherung in den kommenden Jahren...
Die stärkere Einbindung von Frauen ist neben der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer oder der Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland die größte Chance, den künftigen Personalbedarf Thüringer Unternehmen zu decken, stellt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, fest.
Dazu zähle auch das Angebot eines flexiblen Arbeitszeitrahmens der familiäre Bedingungen stärker berücksichtigt. Nach wie vor ist die Teilzeitarbeit eine Frauendomäne, während die Vollzeitquote der Arbeitnehmerinnen in Thüringen sogar leicht rückläufig ist, erklärt der IHK Chef. Eine moderne Personalpolitik, die Chancengleichheit und Familienbewusstsein fördere, könnte dem entgegenwirken. Viele Thüringer Firmen verwirklichten dies bereits in zunehmendem Maße.
Die IHK Erfurt unterstütze die Betriebe bei der Etablierung einer familienfreundlichen Unternehmenskultur, zu der in erster Linie flexible Einsatzzeiten und -orte der Angestellten gehörten. Eine solche Arbeitswelt sei jedoch insbesondere auf die bedarfsgerechte Kinderbetreuung angewiesen. In diesem Zusammenhang verweist die IHK auf das im Thüringer Koalitionsvertrag verankerte Vorhaben, das Landeserziehungsgeld abzuschaffen.
Wir hoffen, dass der jüngst eingebrachte Gesetzentwurf baldmöglichst umgesetzt wird. Die frei werdenden Gelder sollten dann weniger für ein beitragsfreies Kita-Jahr als vielmehr für einen bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagespflege genutzt werden, so Grusser.
Bei der Förderung der Karrierechancen von Frauen bestünden ebenso Entwicklungsmöglichkeiten. Wir ermuntern Unternehmen, sich die oftmals guten Qualifikationen von weiblichen Beschäftigten zu Nutze zu machen. Denn die Führungspotenziale von Frauen tragen sowohl zur Verbesserung der Entscheidungsstrukturen im Betrieb als auch zum wirtschaftlichen Erfolg bei.
Gesetzliche Vorgaben zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen lehne die IHK-Organisation ab. Dies untergrabe das freiwillige Engagement der Firmen und sei somit für die nachhaltige Förderung von Frauen kontraproduktiv. Der Anteil der Managerinnen in Führungsetagen ist kontinuierlich gestiegen. Die Unternehmer begreifen die Gewinnung von weiblichen Fach- und Führungskräften längst als strategische Aufgabe für die Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit, erläutert der IHK-Chef.
Autor: redDie stärkere Einbindung von Frauen ist neben der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer oder der Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland die größte Chance, den künftigen Personalbedarf Thüringer Unternehmen zu decken, stellt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, fest.
Dazu zähle auch das Angebot eines flexiblen Arbeitszeitrahmens der familiäre Bedingungen stärker berücksichtigt. Nach wie vor ist die Teilzeitarbeit eine Frauendomäne, während die Vollzeitquote der Arbeitnehmerinnen in Thüringen sogar leicht rückläufig ist, erklärt der IHK Chef. Eine moderne Personalpolitik, die Chancengleichheit und Familienbewusstsein fördere, könnte dem entgegenwirken. Viele Thüringer Firmen verwirklichten dies bereits in zunehmendem Maße.
Die IHK Erfurt unterstütze die Betriebe bei der Etablierung einer familienfreundlichen Unternehmenskultur, zu der in erster Linie flexible Einsatzzeiten und -orte der Angestellten gehörten. Eine solche Arbeitswelt sei jedoch insbesondere auf die bedarfsgerechte Kinderbetreuung angewiesen. In diesem Zusammenhang verweist die IHK auf das im Thüringer Koalitionsvertrag verankerte Vorhaben, das Landeserziehungsgeld abzuschaffen.
Wir hoffen, dass der jüngst eingebrachte Gesetzentwurf baldmöglichst umgesetzt wird. Die frei werdenden Gelder sollten dann weniger für ein beitragsfreies Kita-Jahr als vielmehr für einen bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagespflege genutzt werden, so Grusser.
Bei der Förderung der Karrierechancen von Frauen bestünden ebenso Entwicklungsmöglichkeiten. Wir ermuntern Unternehmen, sich die oftmals guten Qualifikationen von weiblichen Beschäftigten zu Nutze zu machen. Denn die Führungspotenziale von Frauen tragen sowohl zur Verbesserung der Entscheidungsstrukturen im Betrieb als auch zum wirtschaftlichen Erfolg bei.
Gesetzliche Vorgaben zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen lehne die IHK-Organisation ab. Dies untergrabe das freiwillige Engagement der Firmen und sei somit für die nachhaltige Förderung von Frauen kontraproduktiv. Der Anteil der Managerinnen in Führungsetagen ist kontinuierlich gestiegen. Die Unternehmer begreifen die Gewinnung von weiblichen Fach- und Führungskräften längst als strategische Aufgabe für die Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit, erläutert der IHK-Chef.