So, 14:47 Uhr
20.09.2015
Bistumswallfahrt in Erfurt
Ein Zeichen der Solidarität
Mit einem Zeichen der Solidarität hat Bischof Ulrich Neymeyr (58) die Erfurter Bistumswallfahrt am heutigen Sonntag eröffnet....
In englischer Sprache hieß er zum Beginn der Wallfahrtsmesse Flüchtlinge aus drei Gemeinschaftsunterkünften der Landeshauptstadt herzlich willkommen. Männer, Frauen und Kinder, die vor Krieg, Terror und politischer Verfolgung in ihren Ländern geflohen sind, hatte Neymeyr in der Vorwoche mit einem persönlichen Brief zu einem Willkommens- und Begegnungsfest während der Wallfahrt eingeladen. Wir beten für Sie und Ihre Angehörigen um Frieden und Freiheit in Ihren Heimatländern, sicherte der Bischof zu. Ein junger Mann aus Syrien trug eine Bibellesung auf Deutsch und Arabisch vor.
Außerdem begrüßte Neymeyr Angehörige der ukrainischen Gemeinde, die den Wallfahrtsgottesdienst mitfeierten. Wir beten mit ihnen für die vielen Menschen, die als Binnenflüchtlinge in den Westen der Ukraine vertrieben wurden, und denken an die vielen Flüchtlinge in aller Welt, vor allem auch an die zwei Millionen Syrer, die in der Türkei Zuflucht gefunden haben, sagte Neymeyr, der vor einem Jahr zum Bischof von Erfurt ernannt wurde und jetzt seine erste Bistumswallfahrt in Thüringen erlebt.
Der Bischof rief die über 5.000 Wallfahrer zu tätiger Solidarität mit den Flüchtlingen in Deutschland auf. Die Angst vor den Flüchtlingsströmen, die zu uns kommen, ist verständlich, aber sie darf nicht handlungsleitend werden, sagte er unter Beifall der Gläubigen. Mensch, trau dich!, zitierte Neymeyr das Wallfahrtsmotto und verwies darauf, dass Fremde und sogar Feinde für Christen Mitgeschöpfe Gottes seien. Die Zahl der Flüchtlinge stelle eine große gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar, nicht nur für Europa, sondern auch für die Herkunftsländer. Aber niemand fliehe freiwillig, sondern fast immer, weil nichts anderes übrig bleibt, unterstrich der Bischof.
Auch Menschen, die aus sicheren Herkunftsländern geflohen sind, würden keine Perspektive für ihr Leben sehen, weil unklare Rechtsverhältnisse und die damit verbundene Korruption die wirtschaftliche Entwicklung blockieren. Hier sei aber nicht das Asylrecht die Lösung, sondern der politische Druck auf die sicheren Herkunftsländer. Dennoch unterstrich Bischof Neymeyr eine wichtige Ausnahme: Wer zu uns flüchtet, weil Leib und Leben bedroht werden, muss bei uns Schutz finden.
Dass sich christliche Solidarität nicht in Worten erschöpft, wurde bei der Kollekte im Wallfahrtsgottesdienst deutlich, die in den Flüchtlingsfond für Erst- und Einzelfallhilfe der Caritas fließt. Aufgrund der aktuellen Lage hatte das Bistum Erfurt schon zuvor den Caritas-Etat für die Flüchtlingshilfe um 50.000 Euro aufgestockt. Zwölf Wohnungen sind als Unterkünfte für Flüchtlingsfamilien angeboten worden oder schon von ihnen bezogen.
Außerdem hat das Ökumenische-Hainich-Klinikum, bei dem Caritas und evangelische Diakonie Mitgesellschafter sind, jüngst die Betreibung und Betreuung der dritten Erstaufnahmeunterkunft in Thüringen übernommen. Bei dieser Unterkunft handelt es sich um die ehemalige Görmar-Kaserne in Mühlhausen, die zuvor für die Nutzung als Erstaufnahmeunterkunft saniert wurde und bis zu 1.000 Flüchtlingen Platz bietet.
Autor: enIn englischer Sprache hieß er zum Beginn der Wallfahrtsmesse Flüchtlinge aus drei Gemeinschaftsunterkünften der Landeshauptstadt herzlich willkommen. Männer, Frauen und Kinder, die vor Krieg, Terror und politischer Verfolgung in ihren Ländern geflohen sind, hatte Neymeyr in der Vorwoche mit einem persönlichen Brief zu einem Willkommens- und Begegnungsfest während der Wallfahrt eingeladen. Wir beten für Sie und Ihre Angehörigen um Frieden und Freiheit in Ihren Heimatländern, sicherte der Bischof zu. Ein junger Mann aus Syrien trug eine Bibellesung auf Deutsch und Arabisch vor.
Außerdem begrüßte Neymeyr Angehörige der ukrainischen Gemeinde, die den Wallfahrtsgottesdienst mitfeierten. Wir beten mit ihnen für die vielen Menschen, die als Binnenflüchtlinge in den Westen der Ukraine vertrieben wurden, und denken an die vielen Flüchtlinge in aller Welt, vor allem auch an die zwei Millionen Syrer, die in der Türkei Zuflucht gefunden haben, sagte Neymeyr, der vor einem Jahr zum Bischof von Erfurt ernannt wurde und jetzt seine erste Bistumswallfahrt in Thüringen erlebt.
Der Bischof rief die über 5.000 Wallfahrer zu tätiger Solidarität mit den Flüchtlingen in Deutschland auf. Die Angst vor den Flüchtlingsströmen, die zu uns kommen, ist verständlich, aber sie darf nicht handlungsleitend werden, sagte er unter Beifall der Gläubigen. Mensch, trau dich!, zitierte Neymeyr das Wallfahrtsmotto und verwies darauf, dass Fremde und sogar Feinde für Christen Mitgeschöpfe Gottes seien. Die Zahl der Flüchtlinge stelle eine große gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar, nicht nur für Europa, sondern auch für die Herkunftsländer. Aber niemand fliehe freiwillig, sondern fast immer, weil nichts anderes übrig bleibt, unterstrich der Bischof.
Auch Menschen, die aus sicheren Herkunftsländern geflohen sind, würden keine Perspektive für ihr Leben sehen, weil unklare Rechtsverhältnisse und die damit verbundene Korruption die wirtschaftliche Entwicklung blockieren. Hier sei aber nicht das Asylrecht die Lösung, sondern der politische Druck auf die sicheren Herkunftsländer. Dennoch unterstrich Bischof Neymeyr eine wichtige Ausnahme: Wer zu uns flüchtet, weil Leib und Leben bedroht werden, muss bei uns Schutz finden.
Dass sich christliche Solidarität nicht in Worten erschöpft, wurde bei der Kollekte im Wallfahrtsgottesdienst deutlich, die in den Flüchtlingsfond für Erst- und Einzelfallhilfe der Caritas fließt. Aufgrund der aktuellen Lage hatte das Bistum Erfurt schon zuvor den Caritas-Etat für die Flüchtlingshilfe um 50.000 Euro aufgestockt. Zwölf Wohnungen sind als Unterkünfte für Flüchtlingsfamilien angeboten worden oder schon von ihnen bezogen.
Außerdem hat das Ökumenische-Hainich-Klinikum, bei dem Caritas und evangelische Diakonie Mitgesellschafter sind, jüngst die Betreibung und Betreuung der dritten Erstaufnahmeunterkunft in Thüringen übernommen. Bei dieser Unterkunft handelt es sich um die ehemalige Görmar-Kaserne in Mühlhausen, die zuvor für die Nutzung als Erstaufnahmeunterkunft saniert wurde und bis zu 1.000 Flüchtlingen Platz bietet.