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Mo, 13:25 Uhr
21.09.2015
Unser Dorf hat Zukunft

Landessieger bewerben sich für Bundeswettbewerb

Ministerpräsident Bodo Ramelow und Ministerin Birgit Keller zeichneten in Braunichswalde die Gewinner von „Unser Dorf hat Zukunft“ aus. Der Wettbewerb geht im kommenden Jahr in eine neue Runde....

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller ehrten am Samstag (19. September) die Sieger sowie die Teilnehmer des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ in Braunichswalde. Die beiden Siegerdörfer Braunichswalde (Landkreis Greiz) und Kaltohmfeld (Landkreis Eichsfeld) erhielten 5.000 Euro beziehungsweise 3.000 Euro. Die 13 Teilnehmerdörfer wurden mit Urkunden ausgezeichnet und bekamen einen symbolischen Scheck über 1000 Euro überreicht.

Ministerpräsident Bodo Ramelow betonte die Bedeutung des ländlichen Raums für Thüringen und würdigte in seiner Rede die Siegerdörfer. Von Braunichswalde, das er kurz vor der Siegesfeier spontan besichtigte, zeigte er sich beeindruckt. "Hier steppt der Bär. Braunichswalde ist ein Ort, in dem Jung und Alt gut zusammenleben", sagte der Ministerpräsident. Besonders gelungen sei der Umbau der Dreiseitenhöfe, die in dieser Gegend weit verbreitet sind, für die es aber kaum noch landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten gibt. "Braunichswalde hat neue Wohnformen geschaffen und dabei den Charakter der Höfe erhalten. Ein Zukunftsmodell", lobte der Ministerpräsident.

In der Begrünung heißt es:
Der Ortsteil Kaltohmfeld des Mittelzentrums Leinefelde-Worbis im Eichsfeld mit seinen 167 Einwohnern besticht durch seine exponierte Lage auf der höchsten Erhebung des Ohmgebirges, seinen außerordentlichen alten Baumbestand und noch mehr durch seine Bürger. Die Frauen engagieren sich überdurchschnittlich. Mit ihrer selbstbewussten, enthusiastischen und herzlichen Art sind sie für ihr Dorf präsent und sympathische Botschafterinnen.

Konkrete Vorstellungen über das Ziel der dörflichen Entwicklung, gepaart mit Hartnäckigkeit und Einsatzbereitschaft der Menschen sind das Erfolgsrezept einer der charmanten Dorfgemeinschaften im Eichsfeld.

Die exponierte landschaftliche Lage mit ihrer klimatischen Benachteiligung haben die Kaltohmfelder zu einem eigenständigen Profil mit starker Strahlkraft ausgebaut. So thematisieren sie dies beispielsweise mit ihren Highland-Games oder dem jährlichen Biathlon.

Überzeugend ist die Entwicklung des sanften Tourismus. Auch hier nutzten sie ihre Alleinstellung als eine der wenigen evangelischen Gemeinden im Eichsfeld mit der Anlage des Lutherweges, der diese Kirchgemeinden wie selbstverständlich verbindet. Ein weiteres Beispiel der touristischen Entwicklung ist die geplante Umnutzung der ehemaligen Radarstation der Sowjet-Streitkräfte zu einem exponierten Anziehungspunkt mit einer auf den Standort und seine Geschichte bezogene, signifikanten Architektur.

Kaltohmfeld ist ein Paradebeispiel und Vorbild für die Zukunftsfähigkeit kleiner Dorfgemeinschaften im Kontext einer modernen Verwaltungsstruktur – ein Dorf mit Zukunft, im gewinnbringenden Zusammenwirken mit seinen Nachbarn.

Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer fairen, auf Augenhöhe gelebten Partnerschaft, die die Stadt Leinefelde-Worbis mit seinen ländlichen Ortsteilen praktiziert und maßgeblich planerisch gestaltend unterstützt, ohne zu bevormunden.
Autor: en

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