Di, 20:30 Uhr
06.10.2015
Aus dem Polizeibericht
Vier Ermittlungsverfahren eingeleitet
Im Zusammenhang mit dem Großeinsatz auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) in Friedland hat die Polizei insgesamt vier Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung, Körperverletzung und Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung eingeleitet....
Noch im Laufe der Nacht wurden weitere Informationen zum vermuteten Tathergang bzw. Auslöser der Konfrontation zusammengetragen.
Den derzeit vorliegen Erkenntnissen zufolge, küsste der 52 Jahre
alte Iraker gegen 18.00 Uhr in einem Friedländer Supermarkt die
28-jährige verheiratete Frau aus Afghanistan mutmaßlich gegen ihren
Willen auf die Wange. Beide Personen sind in der LAB NI
untergebracht.
Einige Zeit danach wurde der Iraker von der betroffenen Frau,
deren Ehemann und einem weiteren Flüchtling aus Afghanistan auf dem
Unterkunftsgelände festgestellt und sollte offenbar "gemaßregelt"
werden. Beim Aufeinandertreffen der Parteien trat die 28-Jährige
dem 52-Jährigen gegen das Bein. Vor Ort anwesende Beamte der
Bereitschaftspolizei, die auf dem Gelände regelmäßig Präsenzstreifen
versehen, wurden auf die aufkeimenden Aggressionen aufmerksam. Durch
sofortiges Einschreiten konnten die Polizisten Übergriffe des
Ehemannes und seines Begleiters auf den Iraker unterbinden und die
Beteiligten räumlich voneinander trennen.
Die Situation sorgte schnell für starkes Aufsehen in der
Einrichtung, so dass sich innerhalb kürzester Zeit ca. 100
Flüchtlinge beider Nationalitäten am Ereignisort einfanden. Die
Stimmung war zunehmend aufgeheizt und aggressiv.
Über die Lage-und Führungszentrale der Polizeidirektion Göttingen
wurden vor diesem Hintergrund sofort alle verfügbaren Funkstreifen
von anderen Dienststellen, darunter auch aus der benachbarten
Polizeiinspektion Northeim/Osterode und dem Polizeipräsidium
Nordhessen angefordert, um eine Eskalation der Lage zu verhindern.
Trotz der zuvor durchgeführten Trennung konnte ein weiterer
Afghane den Iraker während des unübersichtlichen Geschehens
angreifen und treten. Der Mann wurde sofort von Einsatzkräften
überwältigt.
Um eine Beruhigung der Lage herbeizuführen, transportierten
Einsatzkräfte den Iraker und die drei Afghanen zur
Polizeidienststelle nach Göttingen. Die 28 Jahre alte Frau musste
aufgrund einer plötzlichen aufgetretenen Erkrankung mit einem
Rettungswagen in die Krankenstation der LAB eingeliefert werden.
Die genaue Ursache hierfür ist noch unbekannt. Die Ermittlungen dazu
dauern an.
Der 52-jährige Iraker wurde nach Abschluss der polizeilichen
Maßnahmen incl. einer Gefährderansprache nicht wieder zurück nach
Friedland gebracht. Er kam stattdessen in eine andere Unterkunft.
Da sich die Lage vor Ort noch immer nicht beruhigen ließ, wurde
erneut unter Zuhilfenahme von Sprachmittlern versucht, beruhigend auf
die beiden Personengruppen einzuwirken.
Über Lautsprecher führte die Polizei außerdem weitere
Gefährderansprachen durch und forderte anwesende Flüchtlinge auf,
sich zu entfernen. Dieser Aufforderung kam ein Großteil zunächst
nach und die Lage beruhigte sich. Wenig später erschienen beide
Flüchtlingsgruppen jedoch erneut vor Ort und provozierten sich
gegenseitig verbal.
Der Polizei gelang es trotz der großen Zahl an Einsatzkräften nur
mit Schwierigkeiten, ein Aufeinandertreffen der Kontrahenten zu
verhindern. Es wurde mehrfach vergeblich versucht, die Distanz
zwischen den rivalisierenden Gruppen zu vergrößern. Zur Durchsetzung
der Maßnahme musste schließlich unmittelbarer Zwang in Form von
körperlicher Gewalt angewendet sowie in zwei Fällen kurzfristig vom
Einsatzmehrzweckstock Gebrauch gemacht werden.
Erst nach erneuter Einflussnahme der Sprachmittler auf die Gruppe
der Iraker, suchten diese schließlich ihre Unterkünfte auf und die
Situation entspannte sich. Auch die Afghanen entfernten sich
daraufhin.
Zur Verhinderung weiterer Eskalationen wurde das gesamte
Unterkunftsgelände im Anschluss intensiv von der Polizei bestreift.
Den Rest der Nacht blieb es daraufhin ruhig. Zu weiteren
Zwischenfällen kam es nicht.
Ein 19-jähriger Afghane, der nach derzeitigen Informationen
während der Auseinandersetzung als Rädelsführer agiert haben soll,
wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen und nach Göttingen
gebracht. Auch er erhielt eine Gefährderansprache mittels
Dolmetscher. Zurück in die LAB NI durfte er nicht. Nach Ende der
polizeilichen Maßnahmen wurde der 19-Jährige ebenfalls in einer
anderen Unterkunft untergebracht.
Die Polizei führte an diesem Abend insgesamt sechs
Identitätsfestellungen und ebenso viele Gefährderansprachen durch und
sprach zwei Platzverweisungen aus. Vier Personen wurden körperlich
durchsucht. Rund 90 Beamte waren im Einsatz.
Die weiteren Ermittlungen dauern an.
Autor: enNoch im Laufe der Nacht wurden weitere Informationen zum vermuteten Tathergang bzw. Auslöser der Konfrontation zusammengetragen.
Den derzeit vorliegen Erkenntnissen zufolge, küsste der 52 Jahre
alte Iraker gegen 18.00 Uhr in einem Friedländer Supermarkt die
28-jährige verheiratete Frau aus Afghanistan mutmaßlich gegen ihren
Willen auf die Wange. Beide Personen sind in der LAB NI
untergebracht.
Einige Zeit danach wurde der Iraker von der betroffenen Frau,
deren Ehemann und einem weiteren Flüchtling aus Afghanistan auf dem
Unterkunftsgelände festgestellt und sollte offenbar "gemaßregelt"
werden. Beim Aufeinandertreffen der Parteien trat die 28-Jährige
dem 52-Jährigen gegen das Bein. Vor Ort anwesende Beamte der
Bereitschaftspolizei, die auf dem Gelände regelmäßig Präsenzstreifen
versehen, wurden auf die aufkeimenden Aggressionen aufmerksam. Durch
sofortiges Einschreiten konnten die Polizisten Übergriffe des
Ehemannes und seines Begleiters auf den Iraker unterbinden und die
Beteiligten räumlich voneinander trennen.
Die Situation sorgte schnell für starkes Aufsehen in der
Einrichtung, so dass sich innerhalb kürzester Zeit ca. 100
Flüchtlinge beider Nationalitäten am Ereignisort einfanden. Die
Stimmung war zunehmend aufgeheizt und aggressiv.
Über die Lage-und Führungszentrale der Polizeidirektion Göttingen
wurden vor diesem Hintergrund sofort alle verfügbaren Funkstreifen
von anderen Dienststellen, darunter auch aus der benachbarten
Polizeiinspektion Northeim/Osterode und dem Polizeipräsidium
Nordhessen angefordert, um eine Eskalation der Lage zu verhindern.
Trotz der zuvor durchgeführten Trennung konnte ein weiterer
Afghane den Iraker während des unübersichtlichen Geschehens
angreifen und treten. Der Mann wurde sofort von Einsatzkräften
überwältigt.
Um eine Beruhigung der Lage herbeizuführen, transportierten
Einsatzkräfte den Iraker und die drei Afghanen zur
Polizeidienststelle nach Göttingen. Die 28 Jahre alte Frau musste
aufgrund einer plötzlichen aufgetretenen Erkrankung mit einem
Rettungswagen in die Krankenstation der LAB eingeliefert werden.
Die genaue Ursache hierfür ist noch unbekannt. Die Ermittlungen dazu
dauern an.
Der 52-jährige Iraker wurde nach Abschluss der polizeilichen
Maßnahmen incl. einer Gefährderansprache nicht wieder zurück nach
Friedland gebracht. Er kam stattdessen in eine andere Unterkunft.
Da sich die Lage vor Ort noch immer nicht beruhigen ließ, wurde
erneut unter Zuhilfenahme von Sprachmittlern versucht, beruhigend auf
die beiden Personengruppen einzuwirken.
Über Lautsprecher führte die Polizei außerdem weitere
Gefährderansprachen durch und forderte anwesende Flüchtlinge auf,
sich zu entfernen. Dieser Aufforderung kam ein Großteil zunächst
nach und die Lage beruhigte sich. Wenig später erschienen beide
Flüchtlingsgruppen jedoch erneut vor Ort und provozierten sich
gegenseitig verbal.
Der Polizei gelang es trotz der großen Zahl an Einsatzkräften nur
mit Schwierigkeiten, ein Aufeinandertreffen der Kontrahenten zu
verhindern. Es wurde mehrfach vergeblich versucht, die Distanz
zwischen den rivalisierenden Gruppen zu vergrößern. Zur Durchsetzung
der Maßnahme musste schließlich unmittelbarer Zwang in Form von
körperlicher Gewalt angewendet sowie in zwei Fällen kurzfristig vom
Einsatzmehrzweckstock Gebrauch gemacht werden.
Erst nach erneuter Einflussnahme der Sprachmittler auf die Gruppe
der Iraker, suchten diese schließlich ihre Unterkünfte auf und die
Situation entspannte sich. Auch die Afghanen entfernten sich
daraufhin.
Zur Verhinderung weiterer Eskalationen wurde das gesamte
Unterkunftsgelände im Anschluss intensiv von der Polizei bestreift.
Den Rest der Nacht blieb es daraufhin ruhig. Zu weiteren
Zwischenfällen kam es nicht.
Ein 19-jähriger Afghane, der nach derzeitigen Informationen
während der Auseinandersetzung als Rädelsführer agiert haben soll,
wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen und nach Göttingen
gebracht. Auch er erhielt eine Gefährderansprache mittels
Dolmetscher. Zurück in die LAB NI durfte er nicht. Nach Ende der
polizeilichen Maßnahmen wurde der 19-Jährige ebenfalls in einer
anderen Unterkunft untergebracht.
Die Polizei führte an diesem Abend insgesamt sechs
Identitätsfestellungen und ebenso viele Gefährderansprachen durch und
sprach zwei Platzverweisungen aus. Vier Personen wurden körperlich
durchsucht. Rund 90 Beamte waren im Einsatz.
Die weiteren Ermittlungen dauern an.