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Fr, 07:47 Uhr
30.10.2015
DAK-Studie mit erschreckendem Ergebnis

Gute Laune-Pille am Arbeitsplatz?

Die DAK-Gesundheit untersuchte in ihrem jüngsten Gesundheitsreport auch den aktuellen Trend „Hirndoping im Job“. Für die Studie hat die Krankenkasse die Daten ihrer Mitglieder analysiert und bundesweit 5.000 Männer und Frauen repräsentativ befragt. Das Ergebnis lässt aufhorchen....

Ein Fazit: In Thüringen nutzen 18.600 Beschäftigte mindestens zweimal im Monat verschreibungspflichtige Medikamente, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen. Insgesamt gaben 5,4 Prozent der Berufstätigen in Thüringen an, wenigstens einmal im Leben gedopt zu haben. „Auch wenn Doping im Job noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal“, warnt Beatrice Knauft-Müller.

„Nebenwirkungen und Suchtgefahr sind nicht zu unterschätzen. Deshalb müssen wir auch beim Thema Gesundheit vorausschauen und über unsere Wertvorstellungen und Lebensstilfragen diskutieren.“

Männer wollen mehr Leistung, Frauen gute Laune
Im Vergleich zum Jahr 2008 hat bundesweit das Doping im Job zugenommen. In Thüringen kennen aktuell drei Viertel der Befragten den vermeintlichen Nutzen des Hirndopings. Häufig werden dafür Betablocker und Antidepressiva eingesetzt, aber auch Wachmacher und ADHS-Pillen – Medikamente also, die eigentlich zur Behandlung von Krankheiten verschrieben werden. Auslöser für den Griff zur Pille sind meist hoher Leistungsdruck sowie Stress und Überlastung.

Männer greifen eher zu leistungssteigernden Mitteln, Frauen nehmen häufiger stimmungsaufhellende Medikamente ein. Entgegen der landläufigen Meinung sind es nicht primär Führungskräfte oder Kreative, die sich mit Medikamenten zu Höchstleistungen pushen wollen.

Der DAK-Report zeigt, dass vor allem Erwerbstätige mit einfachen Jobs gefährdet sind. Auch Beschäftigte mit einem unsicheren Arbeitsplatz haben ein erhöhtes Doping-Risiko. „Hirndoping ist mittlerweile bei ‚Otto Normalverbraucher‘ angekommen, um den Arbeitsalltag besser zu meistern. Das Klischee der dopenden Top-Manager ist damit vom Tisch“, so Beatrice Knauft-Müller.

Die Studie zeigte, dass
- 56.400 Erwerbstätige, inklusive Dunkelziffer bis zu 101.600 Erwerbstätige, die wenigstens einmal Hirndoping betrieben haben,

- rund 33.200 Erwerbstätige, die in Thüringen
in den letzten 12 Monaten Hirndoping
betrieben haben,

- rund 18.600 Erwerbstätige, die in Thüringen
in den letzten 12 Monaten regelmäßig
Hirndoping betrieben haben.

Pharmakologisches Neuroenhancement (so der medizinische Begriff) ist der Versuch, mit verschreibungspflichtigen Medikamenten die kognitive Leistungsfähigkeit oder das psychische Wohlbefinden zu verbessern oder Ängste und Nervosität abzubauen.

Die häufigste Bezugsart der zum Neuroenhancement missbrauchten Medikamente ist der Bezug mit Rezept aus einer Apotheke. Dieser Befund wird durch die Analyse von Verordnungsdaten der DAK-Gesundheit gestützt, denen zufolge nicht alle Verordnungen mit
einer medizinisch nachvollziehbaren Diagnose verbunden sind.

In Thüringen ist der vermeintliche Nutzen des pharmakologischen Neuroenhancement 73,4
Prozent der Erwerbstätigen bekannt, ist die Erkenntnis in der DAK-Studie.
Autor: en

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