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Mi, 08:26 Uhr
24.02.2016
Wissenswert: Niedersachsen bleibt bei Ankündigung

Ende des Kükenschredderns kommt

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die Ankündigung des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer in der Neuen Osnabrücker Zeitung, wonach er das Töten männlicher Küken in Niedersachsen endgültig beenden will....

Eine Ausnahmegenehmigung soll dafür bis Ende 2017 auslaufen. In Deutschland werden jährlich circa 45 Millionen männliche Eintagsküken getötet, weil sie aufgrund der immer spezialisierteren Zucht kein Fleisch ansetzen, aber als männliche Küken auch keine Eier legen. Der Deutsche Tierschutzbund kämpft seit Jahren gegen diese tierschutzwidrige Praxis.

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„Das Ende des millionenfachen Kükenmordes fordern wir schon lange. Es gibt dafür keinen vernünftigen Grund, es ist schlicht tierschutzwidrig. Wir sind froh, dass Niedersachsen nun beharrlich weiter Fakten schafft. Auch der Bundesrat hat im vergangenen Herbst auf Initiative Nordrhein-Westfalens das Ende des Kükenmordens gefordert. Jetzt ist Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt gefragt, die Ländererlasse auch im Tierschutzgesetz abzusichern: Wir brauchen ein bundesweites Verbot dieser tierschutzwidrigen Praxis, sofort“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Hintergrund:
Da die männlichen Tiere der Legehennenrassen weniger schnell Fleisch ansetzen als ihre Altersgenossen der speziell für die Mast gezüchteten Hühnerrassen, werden sie heute nicht mehr gemästet. Mehr als 45 Millionen männliche Küken der Legehennenrassen werden allein in Deutschland an ihrem ersten Lebenstag getötet. Spätestens seit im Jahr 2002 das Staatsziel Tierschutz in Kraft getreten ist, kann das Töten von Tieren aus rein wirtschaftlichen Gründen nicht mehr als „vernünftiger Grund" im Sinne des Tierschutzgesetzes gelten.

Als Eintagsküken werden die Tiere meist durch eine Begasung mit Kohlendioxid getötet. Erlaubt ist auch die
Tötung durch Häckseln der lebenden Tiere. 27 Millionen männliche Küken werden jährlich allein in Niedersachsen vergast. Der Bundesminister setzt auf eine technische Lösung. Das Geschlecht des Huhnes soll im 72 Stunden lang bebrüteten Ei ermittelt werden. Eier mit männlichem Embryo können aussortiert werden, bevor ein Schmerzempfinden feststellbar ist. Die negativen Folgen der Hochleistungszucht werden durch dieses Vorgehen allerdings nicht beseitigt. Zudem ist diese Technik noch in der Erforschung und vermutlich erst in einigen Jahren serienreif. Aus Tierschutzsicht bleibt die Entwicklung hin zum Zweinutzungs-Huhn ein Weg, der konsequenter als bisher gegangen werden muss.
Autor: en

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