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Di, 16:04 Uhr
03.05.2016
Verschwendung vom Acker bis zum Teller:

11 Millionen Tonnen landen im Müll

Lebensmittel: Zwischen Wertschätzung und Verschwendung - Jahr für Jahr landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro von der Lebensmittelherstellung bis zum Privathaushalt im Müll. Ein Blick auf die Internetseite der Verbraucherzentrale Thüringen lohnt sich, um über das Thema Lebensmittel einmal nachzudenken.....

Um 11 Millionen Lebensmittel zu transportieren, sind 275.000 Sattelschlepper notwendig. Hintereinander gestellt ergibt das die Strecke von Düsseldorf nach Lissabon und zurück. Hinzu kommen schätzungsweise bis zu 4 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste, die in der Landwirtschaft entstehen.

"Zu groß, zu klein, kleine Macken - trotzdem lecker"
Verschwendung vom Acker bis zum Teller

in der Landwirtschaft werden zum Beispiel Salate untergepflügt, weil sie in Form, Farbe oder Größe abweichen oder zu niedrige Preise erzielen,
sensible Lebensmittel, wie Erdbeeren, verderben beim Transport oder Lagerung, beim Hersteller wird eine Überproduktion vernichtet, weil bei schlechtem Wetter weniger Grillwürste bestellt wurden, der Handel entsorgt Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, Bäckereien bieten Brot vom Vortag nicht mehr an, sondern werfen es weg,
in Kantinen müssen Buffetreste aus hygienischen Gründen entsorgt werden und Verbraucher kaufen oder kochen zuviel oder lagern Lebensmittel falsch.

Was wird in Haushalten weggeworfen?

Aus der Wertschätzung von Lebensmitteln ist inzwischen eher eine Geringschätzung geworden. Zurückzuführen ist dies auf den ständigen Preiskampf des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland. In der Folge sind die Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel von 1950 mit 50 Prozent des Haushaltseinkommens auf aktuell nur noch 9,5 Prozent gesunken. Lebensmittel sind immer billiger geworden. Und die "Geiz ist Geil"-Mentalität wird weiter geschürt, denn es vergeht kein Tag ohne Werbung mit neuen Sonderangeboten.

Das Marketing tut ein Übriges und hält die Idylle einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft und eines nach traditionellen Verfahren arbeitenden Handwerks hoch.

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Der Trend zu Fast Food und Fertigprodukten hält ungebrochen an. Der veränderte Alltag und die Zeitknappheit haben dazu geführt, dass inzwischen über 30 Prozent der Lebensmittelausgaben in der Außer-Haus-Verpflegung erfolgen – mit steigender Tendenz. Das damit Kenntnisse und Kompetenzen der Lebensmittelauswahl. Lagerung und Zubereitung "auf der Strecke" bleiben, liegt auf der Hand.

Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel ist ein hoher Verbrauch an Energie, Wasser und anderen Rohstoffen in der Kette vom Anbau bis zum Handel verbunden. Beispielsweise werden für die Menge der weggeworfenen Lebensmittel knapp 30 Prozent der weltweit verfügbaren Anbauflächen unnötig "genutzt".

Lebensmittelverluste wirken sich auch negativ auf das Klima aus. Der vermeidbare Lebensmittelmüll der EU verursacht im Jahr die gleiche CO2-Menge klimaschädliche Gase wie die Niederlande.
Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landet nutzlos in der Tonne - insgesamt etwa 1,3 Milliarden Tonnen im Jahr. In vielen armen Ländern der Erde ist dagegen die Versorgung mit Nahrungsmitteln schwierig, auch weil Ackerflächen für den Lebensmittelexport und unsere Ernährungsgewohnheiten belegt werden.

Vermeidbare Lebensmittelverluste erhöhen die Nachfrage nach Rohstoffen wie Getreide. Dadurch steigen die Preise für wichtige Grundnahrungsmitteln, von dem arme Länder besonders betroffen sind.
Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen im

Wir alle können jedoch schon heute damit beginnen, denn über die Hälfte aller Lebensmittelabfälle im Haushalt ist vermeidbar. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln kann zu Einsparungen von 230 Euro pro Person und mehr führen. Damit tun Sie nicht nur Gutes für den Umwelt- und Klimaschutz, sondern schonen gleichzeitig Ihren Geldbeutel.

Im Durchschnitt wirft heute jeder Bundesbürger im Jahr circa 80 Kilogramm Lebensmittel weg; zwei Drittel davon sind vermeidbarer Lebensmittelmüll.

Tipps von der Verbraucherzentrale:
Checken Sie Ihre Vorräte und notieren Sie die notwendigen Einkäufe!

Werden Sie kreativ - Planen Sie Ihre Reste beim Wochenplan gleich mit ein!

Übrig gebliebene Speisen in geschlossenen Dosen einfrieren oder im Kühlschrank lagern. Nehmen Sie die Reste am nächsten Tag mit zur Arbeit oder kochen Sie beispielsweise einen Eintopf daraus!

Erst prüfen - dann entscheiden: Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist oder nicht! Das gilt für Produkte mit einem abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum oder den Resten im Kühlschrank. Produkte mit abgelaufenen Verbrauchsdatum müssen in die Tonne.

Achten Sie auf die Temperatur- und Lagerhinweise auf verpackten Lebensmitteln! Lagern Sie länger haltbare Lebensmittel im (Kühl-)Schrank hinten und Produkte, die schnell aufzubrauchen sind, ganz vorne. Dies schafft mehr Überblick!

Beim Einkaufen
Vermeiden Sie möglichst Spontankäufe, insbesondere Sonderangebote!

Noch schnell in den Supermarkt, weil Zutaten für das Abendessen fehlen? Kaufen Sie doch mal Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft!

Lassen Sie Ihren Supermarkt wissen, dass Sie es sehr wohl akzeptieren, am Abend keine riesige Auswahl mehr an Brot oder Gemüse zu bekommen!
Sie haben einen Hofladen in der Nähe - kaufen Sie dort auch mal Obst und Gemüse, hier gibt es auch mal die krumme Gurke!
Autor: en

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