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Mi, 13:35 Uhr
17.08.2016
Lebenshilfe Leinefelde-Worbis

Eine ungewöhnliche Unterrichtsstunde

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. Die Menschen mit Behinderung, die in der Werkstatt der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis als Beschäftigte arbeiten, freuen sich immer über Besucher. Stolz berichten sie von ihrer Arbeit, von ihrem Leben in der Werkstatt und auch von sich selbst.....

Rundgang in Worbis (Foto: Gisela Reinhardt) Rundgang in Worbis (Foto: Gisela Reinhardt)
Aufgeschlossen und freundlich treten sie jedem gegenüber, der sich für sie interessiert. Seit 2013 besteht bei der Lebenshilfe die Möglichkeit, für einen Tag in den Einrichtungen der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis mitzuarbeiten und die Arbeit von Beschäftigten und Mitarbeitern kennenzulernen. Der Geschäftsführer der Arbeitsagentur, der Regionaldirektor der Volksbank Mitte, der Stellvertretendem Chef der Kreishandwerkerschaft, der Leiter des Schulamtes, Bürgermeister und Kommunalpolitiker haben das Angebot bereits genutzt und waren begeistert.

Jedem Interessierten steht die Tür offen. Auch Kindergarten- und Schülergruppen sind häufige Gäste in der Werkstatt. Um den Besuchern ein Gefühl des Willkommen-seins zu vermitteln und sie angemessen zu begleiten und zu betreuen, wurden im letzten Jahr aus allen Arbeitsgruppen Werkstatt-Besucherlotsen ausgebildet. Dieses Projekt befähigt die Kursteilnehmer, den Gästen das Thema Behinderung näher zu bringen und alles zu tun, damit sich die Besucher wohlfühlen und Hemmnisse und Schranken abgebaut werden.

Gerade Jugendliche und Schüler haben häufig vorgefertigte Meinungen und Ansichten, denen es zu begegnen gilt. Hier müssen die Menschen mit Behinderung mit dem nötigen „Rüstzeug“ ausgestattet sein. Neben fachlichen und werkstattbezogenen Inhalten, erlernten sie ein freundliches, sympathisches und sicheres Auftreten und freies Sprechen vor Besuchergruppen. Die Schulung wurde von der URANIA- Bildungsgesellschaft durchgeführt. Allen Besucherlotsen hat der Lehrgang so viel Freude gemacht, dass sie sich eine Fortsetzung wünschten.

So treffen sie sich einmal im Monat mit Referenten der URANIA, um ihr erworbenes Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Eine besondere Unterrichtseinheit bot Alwine Klose mit einer historischen Stadtführung. Traditionsgemäß startete die Unterrichtseinheit mit einer Gedichtrezitation. Begeisternd und mit profunden Kenntnissen vermittelte sie wichtige Informationen zur Worbiser Stadtgeschichte.

Viel gab es zu berichten über Worbis als Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße auf der Strecke „Vom Harz zum Thüringer Wald“. Auch der Weg der Wipper von der Quelle durch die Stadt war Gegenstadt ihrer Führung. Die Kursteilnehmer staunten über das umfangreiche Wissen von Alwine Klose. Sie erinnerte sich an zahlreiche geschichtliche Fachvorträge, die Theo Bauer früher bei Veranstaltungen der Volkssolidarität gehalten hatte. Davon hat sie sich viel gemerkt. Sie hatte sich aber auch sehr umfangreich vorbereitet, um die Lebenshilfebeschäftigten zu begeistern.

Das hat sie geschafft, denn nicht einmal einsetzende Regenschauern unterbrachen die spezielle Stadtführung. Alwine Klose erzählte, dass sie zu DDR-Zeiten beobachtet hatte, dass Besucher der Stadt vor alten Haustüren stehenblieben und sie fotografierten. „Die haben damals schon das schöne Schnitzwerk bewundert. Da haben wir gar nicht drauf geachtet“ sagte sie rückblickend.

Die Geschichten über Folterkammer, Gerichtsstube, Kerker und das Haus des damaligen Scharfrichters zogen die Herren natürlich besonders in ihren Bann. An der Antonius- Kirche fand die Führung ihren Abschluss. Anschaulich haben die Werkstatt-Besucherlotsen erlebt, wie ein einfacher Gang durch die Stadt zu einem Ereignis werden kann.

Gerade solche praktischen Lerneinheiten bleiben bei den Lernenden in besonderer Erinnerung. Zum Schluss erklang in der Langen Straße von Worbis Alwine Klose zu Ehren, noch ein kräftiges Happy Birthday, denn ihr Geburtstag lag nur wenige Tage zurück.
Gisela Reinhardt
Autor: en

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