eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 16:11 Uhr
25.11.2016
Menschen in Eichsfeld

Seit 36 Jahren kommt Dr. Christa Kirchner nach Hundeshagen

Sie kennt Hundeshagen bestens - jedes Haus, alle Einwohner, das ganze Dorf. Das ist auch kein Wunder, denn sie ist sozusagen dort die Landärztin: Dr. Christa Kirchner. Seit 1980 fährt sie einmal in der Woche von Worbis nach Hundeshagen....

Wilma Wickert und Dr. Christa Kirchner (Foto: Ilka Kühn) Wilma Wickert und Dr. Christa Kirchner (Foto: Ilka Kühn)

Wilma Wickert freut sich, dass Dr. Christa Kirchner immer noch nach Hundeshagen kommt und dort Sprechstunde hält.

Zu DDR-Zeit war Christa Kirchner als Ärztin für Allgemeinmedizin in der Poliklinik in Worbis tätig. Jeder Arzt hatte noch Außenstellen zu betreuen, für sie waren es Breitenbach und Hundeshagen. Und das war so bis zur Wende. Die Genehmigung gab es aber immer nur für ein Jahr, dann musste neu beantragt werden. Es gab genaue Vorschriften, damit ein Arzt stundenweise in einem Dorf praktizieren konnte. Beispielsweise wieviel Einwohner über 80 Jahre, 85 oder 90 das Dorf sind, ob es eine Busverbindung gibt u.a.

Nach der Wende hatte sich Christa Kirchner entschieden, auch weiterhin Hundeshagen zu betreuen. Von der Gemeinde konnte sie für einen Tag in der Woche Räume anmieten. Dort ist sie seitdem jeden Dienstag zu finden. Ihre Patienten wissen das ganz genau und es soll schon einige gegeben haben, die mit ihrem Leiden lieber bis zum Dienstag gewartet haben, als zwischendurch in die Stadt zu fahren, wo Christa Kirchner ihre eigentliche Praxis hat, eine Gemeinschaftspraxis mit Dr. Andrea Eckart und ganz neu auch mit Dr. Anne-Katrin Hofauer.

Dort gibt es genug Arbeit, viele Patienten. Aber Christa Kirchner möchte Hundeshagen nicht missen. Dort ist es so, dass mitunter noch drei oder sogar vier Generationen unter einem Dach wohnen. Und die Hundeshagener vertrauen ihrer Ärztin. Generationsübergreifend nehmen sie ihre Dienste in Anspruch.

Christa Kirchner erinnert sich noch an die Anfänge in Hundeshagen. Die Praxis dort war schon an verschiedenen Standorten. Wenn die Sprechstunde einmal ausfallen musste, weil die Ärztin nicht nach Hundeshagen kommen konnte, fuhr ein Lautsprecherwagen durch das Dorf und verkündete es.

Das weiß auch Wilma Wickert noch. Mittlerweile ist sie 78 Jahre. Die gebürtige Hundeshagenerin ist schon immer zu Christa Kirchner in die Sprechstunde gekommen. Es würde etwas fehlen, wenn sie nicht nach Hundeshagen kommen würde, meint sie. Vor allem für die älteren Patienten, die selbst nicht mehr Auto fahren, andere erst um einen Fahrdienst bitten müssten, ist das eine große Erleichterung.

Die Ärztin selbst hat in Hundeshagen gute Unterstützung, wenn Hilfe Not tut, beispielsweise, um die Heizung anzustellen, bevor die Sprechstunde beginnt. Das übernimmt regelmäßig die 76jährige treue Patientin Margret Müller. Und auch der Bürgermeister ist ansprechbar, wenn etwas fehlt.

Dr. Christa Kirchner ist ein gutes Beispiel dafür, dass medizinische Versorgung in Dörfern mit einem Landarzt funktionieren kann. Den Patienten werden viele Wege abgenommen. Das geht sogar bis zum Rezept, dass verschrieben wird. Arzthelferin Christin ist in Hundeshagen mit vor Ort, nimmt Blut ab, erledigt Hausbesuche, impft u.a., nimmt die Rezepte mit und bringt sie in die jeweilige Apotheke, die der Patient angegeben hat. Die Apotheke selbst bringt dann die Medizin zum Patienten.

Dass jetzt Hundeshagen den Beschluss gefasst hat, zur Stadt Leinefelde-Worbis zu gehören, freut die Ärztin. Obwohl es für sie ja nichts Neues ist. Sie praktiziert schon seit 36 Jahren eine gewisse Gemeinsamkeit zwischen Worbis und Hundeshagen.
Ilka Kühn
Autor: en

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)