Mi, 20:47 Uhr
24.05.2017
Lebenshilfe Leinefelde-Worbis
Gib ADHS eine Chance!
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom, so heißt das Schreckgespenst, das zunehmend über Schulklassen und Kinderzimmer geistert. Das ist eine, bereits im Kindesalter, beginnende Störung. Darüber gab es kürzlich einen Vortrag bei der Lebenshilfe, jetzt ist er auch online.....
Sie zeigt sich in Form von leichter Ablenkbarkeit, mangelnder Konzentrationsfähigkeit, geringem Durchhaltevermögen, oft verbunden mit Disziplinlosigkeit und einem aufbrausenden Verhalten. In seinem Vortrag ADHS-kranke Kinder oder kranke Gesellschaft, den mehr als 100 Gäste am 12. Mai 2017 in der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis besuchten, gelang es Dr.med. Jürgen Fleischmann Arzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin/Psychotherapie, Sozialpsychiatrie in Sinzig mit dem Schwerpunkt ADHS, der Krankheit ADHS den Schrecken zu nehmen.
Dr. Fleischmann (Foto: Gisela Reinhardt)
Dr. Fleischmann begann seinen Vortrag mit dem Elefantengleichnis: Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist. Und so machten sich die Blinden auf die Reise nach Indien. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten, sich durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen.
Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten. Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel betastet. Er sprach: "Ein Elefant ist wie ein langer Arm." Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: "Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer." Der dritte Gelehrte sprach: "Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule." Er hatte ein Bein des Elefanten berührt. Der vierte Weise sagte: "Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende", denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet. Und der fünfte Weise berichtete seinem König: " Also ich sage, ein Elefant ist wie eine riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf." Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt.
Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist. Doch der König lächelte weise: "Ich danke Euch, denn ich weiß nun, was ein Elefant ist: Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist, mit Ohren, die wie Fächer sind, mit Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist." Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufrieden gegeben hatten.
Er erklärte: Selbst, wenn man einen Elefanten in seiner Gesamtheit sieht, wenn man ihn ausmisst, seine Organe und sein Skelett untersucht hat, wenn man seine DANN sequenziert und verglichen hat und seinen Metabolismus kennt, wird diese Erkenntnis immer nur eine Teilrealität Elefant bleiben, denn man weiß dann zum Beispiel immer noch nicht, welche Besonderheiten sein Sozialverhalten hat, wie er kommuniziert und wie er seine Umwelt und sich selber wahrnimmt. So ist ADHS mehr als Genetik, Neurophysiologie, Psychiatrie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik alleine beschreiben können!
Die Zuhörer waren von der Professionalität des Referenten und seinem rheinischen Humor begeistert. Viele Fragen wurden gestellt und so manches Problem konnte entschärft werden. Das Abschlussbild seiner Präsentation hatte die Aussage: Gib ADHS eine Chance!
Der gesamte Vortrag kann über folgenden Link angeschaut werden: http://www.lebenshilfe-leinefelde-worbis.de/verein_aktivitaeten_2017.htm
Als besonderes Bonbon für die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis e.V. spendet Dr. Fleischmann sein Honorar für das Schnitzen einer Holzskulptur von Dr. Tom Mutters. Zusammen mit Eltern und Fachleuten gründete der gebürtige Niederländer Mutters 1958 in Marburg die Bundesvereinigung Lebenshilfe. Zudem hatte er maßgeblichen Anteil an der Gründung der ZDF-Fernsehlotterie Aktion Sorgenkind, die heute Aktion Mensch heißt. Tom Mutters, der im Februar 2016 verstorben ist, wäre im Januar 2017 100 Jahre alt geworden.
Nach ihm wurde die Wohnstätte der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis, die er 2001 selbst einweihte und die Straße, in der sich die Einrichtung befindet, benannt. Privat war Tom Mutters der Schwiegervater des Modedesigners Guido Maria Kretschmer. Da Dr. Jürgen Fleischmann seit vielen Jahren mit verschiedenen Lebenshilfevereinigungen zusammenarbeitet, war ihm die projektbezogene Spende ein Herzensanliegen.
Gisela Reinhardt
Autor: enSie zeigt sich in Form von leichter Ablenkbarkeit, mangelnder Konzentrationsfähigkeit, geringem Durchhaltevermögen, oft verbunden mit Disziplinlosigkeit und einem aufbrausenden Verhalten. In seinem Vortrag ADHS-kranke Kinder oder kranke Gesellschaft, den mehr als 100 Gäste am 12. Mai 2017 in der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis besuchten, gelang es Dr.med. Jürgen Fleischmann Arzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin/Psychotherapie, Sozialpsychiatrie in Sinzig mit dem Schwerpunkt ADHS, der Krankheit ADHS den Schrecken zu nehmen.
Dr. Fleischmann (Foto: Gisela Reinhardt)
Dr. Fleischmann begann seinen Vortrag mit dem Elefantengleichnis: Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist. Und so machten sich die Blinden auf die Reise nach Indien. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten, sich durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen. Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten. Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel betastet. Er sprach: "Ein Elefant ist wie ein langer Arm." Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: "Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer." Der dritte Gelehrte sprach: "Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule." Er hatte ein Bein des Elefanten berührt. Der vierte Weise sagte: "Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende", denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet. Und der fünfte Weise berichtete seinem König: " Also ich sage, ein Elefant ist wie eine riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf." Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt.
Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist. Doch der König lächelte weise: "Ich danke Euch, denn ich weiß nun, was ein Elefant ist: Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist, mit Ohren, die wie Fächer sind, mit Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist." Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufrieden gegeben hatten.
Er erklärte: Selbst, wenn man einen Elefanten in seiner Gesamtheit sieht, wenn man ihn ausmisst, seine Organe und sein Skelett untersucht hat, wenn man seine DANN sequenziert und verglichen hat und seinen Metabolismus kennt, wird diese Erkenntnis immer nur eine Teilrealität Elefant bleiben, denn man weiß dann zum Beispiel immer noch nicht, welche Besonderheiten sein Sozialverhalten hat, wie er kommuniziert und wie er seine Umwelt und sich selber wahrnimmt. So ist ADHS mehr als Genetik, Neurophysiologie, Psychiatrie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik alleine beschreiben können!
Die Zuhörer waren von der Professionalität des Referenten und seinem rheinischen Humor begeistert. Viele Fragen wurden gestellt und so manches Problem konnte entschärft werden. Das Abschlussbild seiner Präsentation hatte die Aussage: Gib ADHS eine Chance!
Der gesamte Vortrag kann über folgenden Link angeschaut werden: http://www.lebenshilfe-leinefelde-worbis.de/verein_aktivitaeten_2017.htm
Als besonderes Bonbon für die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis e.V. spendet Dr. Fleischmann sein Honorar für das Schnitzen einer Holzskulptur von Dr. Tom Mutters. Zusammen mit Eltern und Fachleuten gründete der gebürtige Niederländer Mutters 1958 in Marburg die Bundesvereinigung Lebenshilfe. Zudem hatte er maßgeblichen Anteil an der Gründung der ZDF-Fernsehlotterie Aktion Sorgenkind, die heute Aktion Mensch heißt. Tom Mutters, der im Februar 2016 verstorben ist, wäre im Januar 2017 100 Jahre alt geworden.
Nach ihm wurde die Wohnstätte der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis, die er 2001 selbst einweihte und die Straße, in der sich die Einrichtung befindet, benannt. Privat war Tom Mutters der Schwiegervater des Modedesigners Guido Maria Kretschmer. Da Dr. Jürgen Fleischmann seit vielen Jahren mit verschiedenen Lebenshilfevereinigungen zusammenarbeitet, war ihm die projektbezogene Spende ein Herzensanliegen.
Gisela Reinhardt
