Mi, 12:54 Uhr
27.12.2017
IHK zur Wirtschaft im Jahr 2017
Thüringer Außenhandel boomte
Die exportorientierten Thüringer Unternehmen blicken auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurück. Ein wieder schneller wachsender Welthandel sowie die konjunkturelle Belebung bei wichtigen europäischen Handelspartnern haben die Ausfuhren der Firmen weiter ansteigen lassen...
Vorläufigen Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zufolge, dürften die Exporte 2017 mit rund 15 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert erreichen.
Der Thüringer Außenhandel setzt seinen Wachstumskurs unvermindert fort. Angesichts zahlreicher außenpolitischer Querelen war zu befürchten, dass die Exporte eine etwas langsamere Gangart einschlagen. Umso erfreulicher ist die aktuelle Entwicklung, erklärt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Immerhin wäre der Export in den ersten neun Monaten 2017 um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. So sei denkbar, dass in der Jahresendabrechnung zum ersten Mal die 15-Milliarden-Euro-Marke geknackt werden könne.
Die guten Zahlen sind nicht zuletzt auf die günstige Entwicklung in der Eurozone zurückzuführen, begründet der IHK-Chef. Die Währungsunion habe ihre Konjunkturkrise endgültig hinter sich gelassen. Deshalb wären die Thüringer Exporte dorthin in den ersten neun Monaten mit 7,3 Prozent überdurchschnittlich gewachsen. Auch die Warenlieferungen nach Russland hätten trotz des Embargos wieder deutlich an Schwung gewonnen. So seien die Exporte in die Russische Föderation von Januar bis September 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent gestiegen.
Dagegen liefen die Geschäfte mit den Vereinigten Staaten von Amerika 2017 nicht mehr so dynamisch, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. Zwar würden die USA in der Exportländerstatistik noch den ersten Platz belegen, seit Jahresbeginn seien die Ausfuhren über den Atlantik jedoch um rund 4 Prozent gesunken. Der gegenwärtige Zickzackkurs der Trump-Regierung hinterlasse bei zahlreichen Unternehmern große Unsicherheit.
Ein weiterer Risikofaktor für den Thüringer Außenhandel ist der bevorstehende Brexit. Immerhin ist Großbritannien der viertgrößte Handelspartner des Freistaats. Vielen Firmenchefs bereitet die aktuelle Situation deshalb Sorgen, so Grusser. Es sei bereits sehr viel Zeit verstrichen. Die Brexit-Verhandler müssten sich jetzt mit den für die Wirtschaft wesentlichen Themen beschäftigen. Fragen wie künftige Zollverfahren, das Ausmaß der Rechtsangleichung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU und die gegenseitige Anerkennung von Normen- und Sicherheitskontrollbehörden wären nur einige der kritischen Bereiche, in denen Unternehmen Klarheit brauchten.
Autor: redVorläufigen Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zufolge, dürften die Exporte 2017 mit rund 15 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert erreichen.
Der Thüringer Außenhandel setzt seinen Wachstumskurs unvermindert fort. Angesichts zahlreicher außenpolitischer Querelen war zu befürchten, dass die Exporte eine etwas langsamere Gangart einschlagen. Umso erfreulicher ist die aktuelle Entwicklung, erklärt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Immerhin wäre der Export in den ersten neun Monaten 2017 um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. So sei denkbar, dass in der Jahresendabrechnung zum ersten Mal die 15-Milliarden-Euro-Marke geknackt werden könne.
Die guten Zahlen sind nicht zuletzt auf die günstige Entwicklung in der Eurozone zurückzuführen, begründet der IHK-Chef. Die Währungsunion habe ihre Konjunkturkrise endgültig hinter sich gelassen. Deshalb wären die Thüringer Exporte dorthin in den ersten neun Monaten mit 7,3 Prozent überdurchschnittlich gewachsen. Auch die Warenlieferungen nach Russland hätten trotz des Embargos wieder deutlich an Schwung gewonnen. So seien die Exporte in die Russische Föderation von Januar bis September 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent gestiegen.
Dagegen liefen die Geschäfte mit den Vereinigten Staaten von Amerika 2017 nicht mehr so dynamisch, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. Zwar würden die USA in der Exportländerstatistik noch den ersten Platz belegen, seit Jahresbeginn seien die Ausfuhren über den Atlantik jedoch um rund 4 Prozent gesunken. Der gegenwärtige Zickzackkurs der Trump-Regierung hinterlasse bei zahlreichen Unternehmern große Unsicherheit.
Ein weiterer Risikofaktor für den Thüringer Außenhandel ist der bevorstehende Brexit. Immerhin ist Großbritannien der viertgrößte Handelspartner des Freistaats. Vielen Firmenchefs bereitet die aktuelle Situation deshalb Sorgen, so Grusser. Es sei bereits sehr viel Zeit verstrichen. Die Brexit-Verhandler müssten sich jetzt mit den für die Wirtschaft wesentlichen Themen beschäftigen. Fragen wie künftige Zollverfahren, das Ausmaß der Rechtsangleichung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU und die gegenseitige Anerkennung von Normen- und Sicherheitskontrollbehörden wären nur einige der kritischen Bereiche, in denen Unternehmen Klarheit brauchten.