Mo, 19:22 Uhr
01.01.2018
DLRG Eichsfeld
Erste Strömungsretter ausgebildet
Ob es nun die Überschwemmungen an der Elbe 2002, die Hochwasser durch Unwetter im Alpenraum 2006, das Hochwasser 2011 an Rhein und Mosel oder in Sachen und Thüringen 2013 sind: Die letzten Katastrophen in Deutschland und Europa haben gezeigt, dass einfache Rettungsschwimmer und Wasserretter für komplizierte Einsatzlagen nicht richtig ausgebildet und nicht ausreichend ausgestattet sind....
Die vergangenen Jahre zeigten wie groß der Bedarf an einer effektiven und gut ausgebildeten Einsatzkomponente für schnell fließende Gewässer ist.
Oft taucht die Frage auf, was haben eigentlich Überschwemmungen und Flutkatastrophen mit der Strömungs- oder Wildwasserrettung zu tun? Eine ganze Menge! Ein bislang ruhiger Bach oder Fluss kann bei einem Unwetter schnell zu einem reißenden Gewässer werden. In diesem Fall kann ein Motorrettungsboot nicht mehr zum Einsatz kommen, da die Gefahr für die Besatzung viel zu groß sein würde. In verschmutztem, mit Treibgut und versteckten Gefahren durchsetztem Gewässer kann (und darf) auch kein Rettungsschwimmer oder Wasserretter mehr eingesetzt werden.
Für diese Einsätze entwickelte die DLRG die Ausbildung zum Strömungsretter (SR), ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Rettungseinsatz für einen normal ausgebildeten Rettungsschwimmer oder Wasserretter mit dem Rettungsschwimmabzeichen in Silber zu gefährlich wird oder dessen Ausbildung für die Begebenheit nicht mehr ausreicht. Strömungsretter werden immer im Team von mindestens drei Strömungsrettern eingesetzt. Aufgrund der besonderen Gefahren in Flüssen und Überschwemmungsgebieten werden sie durch eine spezielle Schutzausrüstung geschützt.
Der Strömungsretter (Swiftwater & Flood Rescue) kommt ursprünglich aus den USA. Dort wurde bereits 1979 erkannt, dass eine spezielle Ausbildung nötig ist, um in stark strömenden Gewässern Hilfe leisten zu können. Swiftwater Rescue Technician (SRT) (zu Deutsch: Rettungstechniken für schnelles Wasser) werden seitdem dort hauptsächlich von den Berufsfeuerwehren ausgebildet, da diese für die Katastrophenhilfe in den USA zuständig sind. Nach dem Elbehochwasser 2002 wurde die Notwendigkeit für SRT-Kurse auch in Deutschland erkannt und so bildet seit September 2005 die DLRG in Deutschland Strömungsretter aus. Hierfür wurde im Jahr 2004 ein geeignetes Konzept entworfen und anschließend umgesetzt.
Die Ausbildung zum Strömungsretter gliedert sich in drei Stufen und findet auf Lehrgängen auf Landesebene statt. Sie baut auf der Fachausbildung Wasserrettungsdienst (Wasserretter) auf und ist Teil der Katastrophenschutzausbildung. Die Ausbildung fordert eine hohe fachliche Kompetenz und ausgesprochen gute körperliche Fitness, welche mit dem Cooper-Test und einer Schwimmprüfung nachzuweisen ist. Von Vorteil ist auch eine Grunderfahrung im Klettern insbesondere der Abseiltechniken. Neben dem theoretischen Teil der Ausbildung wird ein großer Wert auf Praxisbezug gelegt. So sind mehr als zweidrittel der Ausbildung praktische Übungen.
Der Lehrgang Strömungsretter Stufe 1 (SR 1) ist der Grundlehrgang im Bereich Strömungsrettung. Er beinhaltet die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen und Fertigkeiten zur Selbst- und Fremdrettung, insbesondere:
Gefahren in schnell fließenden Gewässern
Sicherheitsaspekte
Strömungslehre/Wildwasser
Ausrüstung für den Strömungsretter
Grundlagen des Strömungsschwimmens
Umgang mit dem Wurfsack
Einweisung in Raft
Rettungstechniken in schnell fließenden Gewässern
Situation Hochwasserrettung
Einweisung in Seiltechniken und Abseilen
Rettung aus Überflutungsgebieten/Wehren und Walzen mit technischem Gerät
Rettung mit Stahlseil und Greifzug
Rettung mit Raft
Die Hauptaufgabe der Strömungsretter ist zunächst in Not geratene Personen aus schnell fließenden Gewässern (Bächen, Flüssen) oder Hochwasser zu retten. Zudem können in Überschwemmungsgebieten und bei Hochwasser die Rettung von Tieren und die Bergung von Sachgegenständen zu seinem Aufgabengebiet werden. Des Weiteren sind sie für die medizinische Erstversorgung des Geretteten verantwortlich und für den Abtransport aus dem Gefahrenbereich.
Im Eichsfeld kommen die Strömungsretter hauptsächlich im Bereich des Katastrophenschutzes zum Einsatz. Sie sind Teil des Wasserrettungszuges des DLRG Landesverbandes Thüringen.
Natürlich können Strömungsretter auch bei allen anderen Arten von Schadenslagen oder Unglücken eingesetzt werden. So können sie beispielsweise bei Einsätzen mit der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert, wenn beispielsweise ein Auto in einem See untergegangen ist. Aber auch bei sonstigen Notfällen auf Seen und in Flüssen können sie eingesetzt werden. Ebenso wie bei Evakuierungen aus schlecht zugänglichen Überschwemmungsgebieten und Sucheinsätzen nach vermissten Personen in und an Gewässern.
Bereits im Oktober wurden Lena Ahlers, Onkel Klausen und Christian Steins von der DLRG Leinefelde-Worbis e.V. in Benneckenstein bei der dortigen DLRG Ortsgruppe zum Strömungsretter ausgebildet.
Bilder: DLRG LV Thüringen, Christian Steins
Autor: enDie vergangenen Jahre zeigten wie groß der Bedarf an einer effektiven und gut ausgebildeten Einsatzkomponente für schnell fließende Gewässer ist.
Oft taucht die Frage auf, was haben eigentlich Überschwemmungen und Flutkatastrophen mit der Strömungs- oder Wildwasserrettung zu tun? Eine ganze Menge! Ein bislang ruhiger Bach oder Fluss kann bei einem Unwetter schnell zu einem reißenden Gewässer werden. In diesem Fall kann ein Motorrettungsboot nicht mehr zum Einsatz kommen, da die Gefahr für die Besatzung viel zu groß sein würde. In verschmutztem, mit Treibgut und versteckten Gefahren durchsetztem Gewässer kann (und darf) auch kein Rettungsschwimmer oder Wasserretter mehr eingesetzt werden.
Für diese Einsätze entwickelte die DLRG die Ausbildung zum Strömungsretter (SR), ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Rettungseinsatz für einen normal ausgebildeten Rettungsschwimmer oder Wasserretter mit dem Rettungsschwimmabzeichen in Silber zu gefährlich wird oder dessen Ausbildung für die Begebenheit nicht mehr ausreicht. Strömungsretter werden immer im Team von mindestens drei Strömungsrettern eingesetzt. Aufgrund der besonderen Gefahren in Flüssen und Überschwemmungsgebieten werden sie durch eine spezielle Schutzausrüstung geschützt.
Der Strömungsretter (Swiftwater & Flood Rescue) kommt ursprünglich aus den USA. Dort wurde bereits 1979 erkannt, dass eine spezielle Ausbildung nötig ist, um in stark strömenden Gewässern Hilfe leisten zu können. Swiftwater Rescue Technician (SRT) (zu Deutsch: Rettungstechniken für schnelles Wasser) werden seitdem dort hauptsächlich von den Berufsfeuerwehren ausgebildet, da diese für die Katastrophenhilfe in den USA zuständig sind. Nach dem Elbehochwasser 2002 wurde die Notwendigkeit für SRT-Kurse auch in Deutschland erkannt und so bildet seit September 2005 die DLRG in Deutschland Strömungsretter aus. Hierfür wurde im Jahr 2004 ein geeignetes Konzept entworfen und anschließend umgesetzt.
Die Ausbildung zum Strömungsretter gliedert sich in drei Stufen und findet auf Lehrgängen auf Landesebene statt. Sie baut auf der Fachausbildung Wasserrettungsdienst (Wasserretter) auf und ist Teil der Katastrophenschutzausbildung. Die Ausbildung fordert eine hohe fachliche Kompetenz und ausgesprochen gute körperliche Fitness, welche mit dem Cooper-Test und einer Schwimmprüfung nachzuweisen ist. Von Vorteil ist auch eine Grunderfahrung im Klettern insbesondere der Abseiltechniken. Neben dem theoretischen Teil der Ausbildung wird ein großer Wert auf Praxisbezug gelegt. So sind mehr als zweidrittel der Ausbildung praktische Übungen.
Der Lehrgang Strömungsretter Stufe 1 (SR 1) ist der Grundlehrgang im Bereich Strömungsrettung. Er beinhaltet die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen und Fertigkeiten zur Selbst- und Fremdrettung, insbesondere:
Gefahren in schnell fließenden Gewässern
Sicherheitsaspekte
Strömungslehre/Wildwasser
Ausrüstung für den Strömungsretter
Grundlagen des Strömungsschwimmens
Umgang mit dem Wurfsack
Einweisung in Raft
Rettungstechniken in schnell fließenden Gewässern
Situation Hochwasserrettung
Einweisung in Seiltechniken und Abseilen
Rettung aus Überflutungsgebieten/Wehren und Walzen mit technischem Gerät
Rettung mit Stahlseil und Greifzug
Rettung mit Raft
Die Hauptaufgabe der Strömungsretter ist zunächst in Not geratene Personen aus schnell fließenden Gewässern (Bächen, Flüssen) oder Hochwasser zu retten. Zudem können in Überschwemmungsgebieten und bei Hochwasser die Rettung von Tieren und die Bergung von Sachgegenständen zu seinem Aufgabengebiet werden. Des Weiteren sind sie für die medizinische Erstversorgung des Geretteten verantwortlich und für den Abtransport aus dem Gefahrenbereich.
Im Eichsfeld kommen die Strömungsretter hauptsächlich im Bereich des Katastrophenschutzes zum Einsatz. Sie sind Teil des Wasserrettungszuges des DLRG Landesverbandes Thüringen.
Natürlich können Strömungsretter auch bei allen anderen Arten von Schadenslagen oder Unglücken eingesetzt werden. So können sie beispielsweise bei Einsätzen mit der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert, wenn beispielsweise ein Auto in einem See untergegangen ist. Aber auch bei sonstigen Notfällen auf Seen und in Flüssen können sie eingesetzt werden. Ebenso wie bei Evakuierungen aus schlecht zugänglichen Überschwemmungsgebieten und Sucheinsätzen nach vermissten Personen in und an Gewässern.
Bereits im Oktober wurden Lena Ahlers, Onkel Klausen und Christian Steins von der DLRG Leinefelde-Worbis e.V. in Benneckenstein bei der dortigen DLRG Ortsgruppe zum Strömungsretter ausgebildet.
Bilder: DLRG LV Thüringen, Christian Steins
