Sa, 16:04 Uhr
06.01.2018
ACE diskutierte mit Experten im Thüringer Landtag:
Rettungsgasse wurde thematisiert
Die Silvesterereignisse zeigten erneut: Rettungskräfte, die bei Unfällen, Bränden oder Katastrophen helfen sollen, wurden teilweise massiv behindert oder gar tätlich angegriffen. Nicht nur die Vernunft gebietet, Feuerwehrleuten, Sanitätern und Polizei freien Zutritt zu Gefahrenpunkten zu verschaffen...
"Brennpunkt Rettungsgasse" lautete auch das Thema des letzten Clubabends im Jahr 2017, zu dem der ACE Kreisclub Thüringen Nord in den Landtag in Erfurt eingeladen hatte. Der ACE, der zweitgrößte Automobilclub Deutschlands, informiert und argumentiert unter dem Motto Sekunden retten Leben seit Monaten intensiv zur Rettungsgasse.
Das Thema ruft nach Aufklärung, meint auch Jörg Lorenz, Vorsitzender des ACE-Kreisvorstands Thüringen Nord. Er zeigte sich zufrieden, dass zahlreiche Kreisclubmitglieder und Gäste der Einladung zur Diskussion folgten. Es ging uns auch darum herauszufinden, warum Verkehrsteilnehmer die Rettungsgasse nicht schnell bilden und wie solches Fehlverhalten bekämpft werden kann, so der ACE-Kreisvorsitzende.
In Thüringen hätten sich der ACE und die Landesverkehrswacht auf die Fahne geschrieben, verstärkt über die lebensrettende Rettungsgasse aufzuklären und an die gegenseitige Rücksichtnahme zu appellieren – sei es vor der Haustür oder unterwegs auf der Autobahn. Dabei arbeiten die Landesverkehrswacht unter Vorsitz von Dr. Gudrun Lukin sowie der ACE-Kreisvorstand Thüringen Nord eng zusammen. Zunächst gehe es um Ursachenforschung. Handeln behindernde Passanten oder Verkehrsteilnehmer aus Gleichgültigkeit oder Unkenntnis? Experten beleuchteten beim ACE-Clubabend verschiedene Aspekte:
Polizeihauptkommissar Matthias Polten, Leiter des Sachbereichs Verkehr in der Landespolizeiinspektion Erfurt, sprach zunehmenden Schwierigkeiten an: Die Stadt Erfurt wächst und jeder will sein Auto direkt vor der Türe parken. In manchen Wohngebieten sind die Straßen so zugeparkt, dass wir gar nicht mehr durchkommen. Ein großes Problem ist es auch, dass die Rettungszufahrten oft zugeparkt werden.
Polizeihauptkommissar Andreas Fuchs von der Verkehrspolizeiinspektion der Autobahnpolizei wies darauf hin an, dass die Retter, die kaum durchkommen, keine Zeit haben, auch noch Fahrerkennenzeichen von Verkehrssündern festzustellen. Wo aber Kontrolle fehle, reichen Appelle offenbar nicht mehr aus. Doch: Seit mehr über die Rettungsgasse berichtet wird, gibt es eine gefühlte Besserung, so Fuchs.
Dietmar Adlung von der Berufsfeuerwehr Erfurt berichtete aus Erfahrung: Das große Problem sind die Menschen, die ihr Auto verlassen, um zu gucken oder sogar zu filmen. Es kommt nicht selten vor, dass wir deshalb gar nicht an einen Einsatzort gelangen, sondern das Gerät tragen müssen. Diese Ignoranz gegenüber Menschenleben dürfe auf keinen Fall zu einem Normalzustand werden: Laut Umfragen wissen vier Prozent der Autofahrer und Autofahrerinnen überhaupt nicht, wie eine Rettungsgasse zu bilden ist. Weitere sieben Prozent sagen, dass sie praktisch keine Rettungsgasse bilden. Diese elf Prozent Deppen haben wir vor uns, um die muss sich gekümmert werden, so Adlung.
Alle Anwesenden waren sich einig, dass Menschenleben gefährdet werden, wenn nicht zügig gehandelt wird. Detaillierte Information, aber auch strengere Ahndung und Bestrafung von Gaffern und Ignoranten bleiben auch in Zukunft wichtige Aufgaben, so Lorenz’ Fazit. Die Debatte habe wichtige Anregungen gegeben. Die Zusammenarbeit mit den Beteiligten des Clubabends soll deshalb fortgesetzt werden.
Autor: red"Brennpunkt Rettungsgasse" lautete auch das Thema des letzten Clubabends im Jahr 2017, zu dem der ACE Kreisclub Thüringen Nord in den Landtag in Erfurt eingeladen hatte. Der ACE, der zweitgrößte Automobilclub Deutschlands, informiert und argumentiert unter dem Motto Sekunden retten Leben seit Monaten intensiv zur Rettungsgasse.
Das Thema ruft nach Aufklärung, meint auch Jörg Lorenz, Vorsitzender des ACE-Kreisvorstands Thüringen Nord. Er zeigte sich zufrieden, dass zahlreiche Kreisclubmitglieder und Gäste der Einladung zur Diskussion folgten. Es ging uns auch darum herauszufinden, warum Verkehrsteilnehmer die Rettungsgasse nicht schnell bilden und wie solches Fehlverhalten bekämpft werden kann, so der ACE-Kreisvorsitzende.
In Thüringen hätten sich der ACE und die Landesverkehrswacht auf die Fahne geschrieben, verstärkt über die lebensrettende Rettungsgasse aufzuklären und an die gegenseitige Rücksichtnahme zu appellieren – sei es vor der Haustür oder unterwegs auf der Autobahn. Dabei arbeiten die Landesverkehrswacht unter Vorsitz von Dr. Gudrun Lukin sowie der ACE-Kreisvorstand Thüringen Nord eng zusammen. Zunächst gehe es um Ursachenforschung. Handeln behindernde Passanten oder Verkehrsteilnehmer aus Gleichgültigkeit oder Unkenntnis? Experten beleuchteten beim ACE-Clubabend verschiedene Aspekte:
Polizeihauptkommissar Matthias Polten, Leiter des Sachbereichs Verkehr in der Landespolizeiinspektion Erfurt, sprach zunehmenden Schwierigkeiten an: Die Stadt Erfurt wächst und jeder will sein Auto direkt vor der Türe parken. In manchen Wohngebieten sind die Straßen so zugeparkt, dass wir gar nicht mehr durchkommen. Ein großes Problem ist es auch, dass die Rettungszufahrten oft zugeparkt werden.
Polizeihauptkommissar Andreas Fuchs von der Verkehrspolizeiinspektion der Autobahnpolizei wies darauf hin an, dass die Retter, die kaum durchkommen, keine Zeit haben, auch noch Fahrerkennenzeichen von Verkehrssündern festzustellen. Wo aber Kontrolle fehle, reichen Appelle offenbar nicht mehr aus. Doch: Seit mehr über die Rettungsgasse berichtet wird, gibt es eine gefühlte Besserung, so Fuchs.
Dietmar Adlung von der Berufsfeuerwehr Erfurt berichtete aus Erfahrung: Das große Problem sind die Menschen, die ihr Auto verlassen, um zu gucken oder sogar zu filmen. Es kommt nicht selten vor, dass wir deshalb gar nicht an einen Einsatzort gelangen, sondern das Gerät tragen müssen. Diese Ignoranz gegenüber Menschenleben dürfe auf keinen Fall zu einem Normalzustand werden: Laut Umfragen wissen vier Prozent der Autofahrer und Autofahrerinnen überhaupt nicht, wie eine Rettungsgasse zu bilden ist. Weitere sieben Prozent sagen, dass sie praktisch keine Rettungsgasse bilden. Diese elf Prozent Deppen haben wir vor uns, um die muss sich gekümmert werden, so Adlung.
Alle Anwesenden waren sich einig, dass Menschenleben gefährdet werden, wenn nicht zügig gehandelt wird. Detaillierte Information, aber auch strengere Ahndung und Bestrafung von Gaffern und Ignoranten bleiben auch in Zukunft wichtige Aufgaben, so Lorenz’ Fazit. Die Debatte habe wichtige Anregungen gegeben. Die Zusammenarbeit mit den Beteiligten des Clubabends soll deshalb fortgesetzt werden.