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Mo, 14:39 Uhr
07.05.2018
Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Unter den Ausgezeichneten aus Josef Gröger

Josef Gröger ais Heilbad Heiligenstadt wird mit vier weiteren Thüringern am kommenden Mittwoch (9. Mai 2018, 14 Uhr) mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet....

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Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Ministerpräsident Bodo Ramelow die Ehrung in der Thüringer Staatskanzlei vornehmen. Er sagt: „Jeder Orden, den ich übergeben darf, steht für Gestaltungskraft, Hilfsbereitschaft und gelebte Demokratie.

Ich freue mich, fünf Bürgerinnen und Bürger zu ehren, die sich auf vorbildliche Weise für unser Gemeinwesen eingesetzt und die Gesellschaft mitgestaltet haben. Auch durch sie ist Thüringen ein solidarisches, mitmenschliches und soziales Land, in dem Engagement und Bürgersinn großgeschrieben werden.“

Josef Gröger aus Heiligenstadt wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für seine Verdienste um die polnisch-deutsche Aussöhnung geehrt. Josef Gröger stammt aus der oberschlesischen Stadt Cosel an der Oder, die heute Kędzierzyn-Koźle heißt und zur polnischen Woiwodschaft Opole gehört.

Mit erst 15 Jahren musste er seine Heimat verlassen und gelangte im März 1945 - getrennt von Eltern und Geschwistern - nach Thüringen, wo er nach mehreren Stationen im Eichsfeld ein neues Zuhause fand.

Die Erfahrungen des Krieges und des Heimatverlustes prägten Josef Gröger nachhaltig. Seiner ersten Heimat blieb er über viele historische Forschungsarbeiten eng verbunden. Seit mehreren Jahrzehnten widmet er sich intensiv der Erforschung der Stadt- und Kirchengeschichte seiner Heimatstadt.

Er publizierte mehrere Bücher, die sich mit den Religionsgemeinschaften und der Coseler Wirtschaftsentwicklung befassen. Darüber hinaus erschienen bislang 50 Einzelveröffentlichungen in angesehenen Fachzeitschriften. Josef Gröger ist es wichtig, das gesamteuropäische Erbe präsent zu halten und allen interessierten Menschen unabhängig von ihrer Nationalität historische Reflexionen zu ermöglichen, damit eine aufgeklärte, weltoffene Heimatliebe wachsen kann.

Seine Publikationen zur Coseler Lokalgeschichte fanden nicht nur in Deutschland, sondern auch auf polnischer Seite ein interessiertes Publikum. Für sein umfangreiches historisches und literarisches Werk, wurde Josef Gröger große Anerkennung von Wissenschaft und Politik in Polen zuteil. Das vielfältige wissenschaftliche und kulturelle Engagement von Josef Gröger wird in Polen als Geste der Versöhnung verstanden und wertgeschätzt.



Ministerpräsident Bodo Ramelow sieht in dem Wirken von Josef Gröger einen unverzichtbaren Beitrag zur historischen Aufarbeitung von Krieg, Heimatverlust und Vertreibungen, die ein zutiefst europäisches Trauma im 20. Jahrhundert darstellen. „Deutsche und Polen brauchen fundiertes Wissen um unsere gemeinsame Geschichte, damit das Verständnis füreinander weiter wachsen kann. Verständigung und Versöhnung sind keine Selbstläufer, sondern ein ständiger Prozess. In diesem Prozess müssen wir deutlich machen: Trotz der Bürde des 2. Weltkrieges sind wir nicht zum Konflikt verurteilt. Aufgeklärte Erinnerung, historische Verantwortung und wirklichkeitsbewusste Versöhnung stärken Friedensfähigkeit und Konfliktprävention zwischen Staaten. Dazu hat Josef Gröger einen wichtigen Beitrag geleistet, für den er das Bundesverdienstkreuz erhält.“
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