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So, 17:26 Uhr
28.10.2018
NICHT AN DER UHR DREHEN

Aber auch nicht durchdrehen!

„Die Zeitzonen basieren auf 15° breiten, die Erdoberfläche zwischen ihren Polen bedeckenden Kugelzweiecken …., denen je eine der 24 Stunden, die ein Tag lang ist, als Uhrzeit zugewiesen ist.“ So steht es auf Wikipedia und ist hoffentlich allerseits unbestritten. Das heißt...


Unsere Winterzeit oder Normalzeit lässt nur die Menschen auf dem Längengrad von Görlitz (also im äußersten Osten Deutschlands) im „richtigen“ Biorhythmus leben. Wer dort lebt und arbeitet und auf Dienstreise ins Ruhrgebiet geschickt wird, rückt am Reisetag eine geschlagene halbe Stunde näher an die „unnormale“ Sommerzeit. Und alles was westlich vom Ruhrgebiet in Europa liegt, muss mit einer schier unzumutbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung durch den „falschen Biorhythmus“ leben. (Satire aus)

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Was sollen Schichtarbeiter zu dem immer mal wieder verbreiteten Schwachsinn sagen? Wer in rollender Woche arbeitet, muss dann mit wie viel Jahren in Rente gehen können? Ich habe gut vier Jahre in rollender Woche gearbeitet. Wie viel Nachzahlung kann ich auf meine Rente verlangen?

Die EU hat europaweit abstimmen lassen, welche Zeit sich die Menschen wünschen. Die große Mehrheit derjenigen, die abgestimmt haben, wollte die Sommerzeit. Warum sollen sich diese jetzt einer Minderheit beugen?

Seit 1990 genießen immer mehr Menschen die gleitende Arbeitszeit. Dadurch können sie ihre Abhängigkeit vom Biorhythmus auch in dieser Beziehung ausleben. Eine Frage müssen sich jedoch in diesem Zusammenhang die so Argumentierenden dennoch gefallen lassen: Wieso macht es ihnen nichts aus, am Wochenende, bei Feierlichkeiten und im Urlaub ihren Biorhythmus mit voller Wucht gegen die Wand zu fahren?

Wenn ich bei den Biorhythmus-Fanatikern richtig aufgepasst habe, ist dieser vom Sonnenstand abhängig. Obwohl ich selbst nicht betroffen bin und auch niemand kenne, der in dieser Weise betroffen ist, kann ich natürlich nicht ausschließen, dass es Menschen gibt, die betroffen sind und danach leben wollen oder gar müssen. Das müssen sie dann aber vollkommen unabhängig davon, welche Zahlen auf der Uhr gerade von den Zeigern angezeigt werden. Es kann oder muss ihnen auf gut Deutsch gesagt sogar völlig „wurscht“ sein.

Die Zeitumstellung ist, ökonomisch gesehen, nicht kostenlos, aber umsonst. Das bedeutet, sie gehört abgeschafft. Den „Vorteil“, dass bei Winterzeit 12.00 Uhr mittags die Sonne im Zenit steht, haben nur die Menschen entlang des 15. Grades östlicher Länge. Schauen Sie nach und schätzen Sie mit: Ich denke, dass betrifft etwa 12 % der Bevölkerung Europas.

Die Natur anzupassen, sodass alle zufrieden sind, wird den Europapolitikern nicht gelingen. Wenigstens dafür kann ihnen niemand böse sein. Also ist es sinnvoll, europaweit die Sommerzeit einzuführen und den Ländern zu überlassen, entsprechend ihrer Lebensart, ihrem Lebensrhythmus den Tagesablauf zu planen. Die von einer Digitaluhr angezeigten Zahlen oder die Zeigerstellungen machen dann niemand mehr heiß und zwar in allen vier Jahreszeiten.
Jürgen Wiethoff
Autor: red

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Kommentare
altmeister
28.10.2018, 20:07 Uhr
Tageslicht
Natürlich ist es bei einem Bürojob, vielleicht sogar mit gleitender Arbeitszeit, unerheblich, wann es hell ist und nach wenigen Tagen ist auch die Zeitumstellung beim letzten Mitbürger verdaut.
Ob nun ständig Sommer- oder Normalzeit ist ein anderer Fakt.
Ist man über jedes Tageslicht auf Arbeit froh, dann hat es doch einige Auswirkungen, welcher Standard angewandt wird!
Vergleichen Sie, sehr geehrter Herr Wiethoff, die Zeiten mit Tageslicht während der Arbeits- oder Schulzeit bei den unterschiedlichen Szenarien, dann werden Sie selbst feststellen, dass es nicht unerheblich ist, ob nun die Sommer- oder Normalzeit ständig gilt.
Ich bin gespannt, zu welchem Ergebnis Sie kommen und ob Sie dieses öffentlich machen.
Flitzpiepe
29.10.2018, 09:04 Uhr
Ich gehe weitestgehend
mit Herrn Wiethoff konform.
Es ist völlig Wumpe, welche Zeit wir haben. Es darf nur keine Zeitumstellung innerhalb des Jahres mehr geben.
Es ist die Gesellschaft, die sich daran anpassen muss, wird und bereits getan hat. Es ist doch schon so, dass im Osten Deutschlands im Durchschnitt früher zur Arbeit gegangen wird und im Westen später. Und in Spanien noch später. Woran wird das wohl liegen?
In Konsequenz sollte es eine Zeit geben. Welche ist egal.
Ich würde sogar weltweit für UTC plädieren, obwohl ich sonst ein Globalisierungsskeptiker bin.
Jürgen Wiethoff
29.10.2018, 10:38 Uhr
Aber gern, sehr geehrter altmeister
1. Ich bin gegen die Zeitumstellung, weil sie in Europa immer nur die Probleme der Menschen um den 15. östlichen Längengrad verringert, aber keinesfalls beseitigt.
2. Ich bin für die Sommerzeit, weil das die europaweite Abstimmung so ergeben hat.
3. Jeder Werktätige (um den spaßfreien Begriff „Arbeitnehmer“ zu vermeiden), der bei Tageslicht bessere Arbeitsergebnisse erzielen kann, ist doch gut beraten, mit seinem Chef darüber zu sprechen, die Arbeitszeit der Jahreszeit – und nicht der angezeigten Uhrzeit - anzupassen. Jeder Chef, der diese Wünsche ignoriert, wäre ganz schlecht beraten.
Und ja, sehr geehrte(r) Flitzpiepe, ich lebe seit >50 Jahren auch mit UTC. Das geht (in Europa leichter als überall sonst auf der Welt) weltweit ohne zeitliche Verständigungsprobleme und würde, vor allem im Fernverkehr, alle Flug- und Fahrpläne entkrampfen.
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