Di, 14:16 Uhr
06.11.2018
Heilbad Heiligenstadt
Kabarettabend in trauter Runde
Zu einem besonderen Kabarettevent in gemütlicher, intimer Atmosphäre hatte das Eichsfelder Kulturhaus ins Foyer des Hauses eingeladen. Eindrücke von Gisela Reinhardt...
Kabarettabend (Foto: Gisela Reinhardt)
Man saß in trauter Runde an Tischen und genoss ein Fläschchen Wein, während Patrick Rohbeck, Bariton, Regisseur und Moderator sein neustes Kabarettprogramm ABRAMAKABRA vorstellte.
Begleitet wurde er von dem Pianisten Christoph- Johannes Eichhorn, der neben anderen Produktionen an der Musikalischen Komödie in Leipzig als Pianist, Keyboarder und Dirigent arbeitet.
Rohbeck, der aus Mühlhausen stammt, bot mit seinem klassischen Kabarettprogramm keine leichte und heitere Kost. Grotesk, sarkastisch, ironisch, aber auch besinnlich spannte er einen Bogen über die Schwachstellen im Privaten und in unserer Gesellschaft.
Dabei bediente er sich der Werke von Kästner, Reutter, Kreisler, Hüsch, Ringelnatz, Tucholsky und Erhard. Bei seinen Vorträgen von schaurig schönen Gesängen und Geschichten brillierte Rohbeck durch seinen stilistisch bestens versierten freien Umgang mit Wort und Musik sowie mit seiner treff- und geschmackssicheren Komik. Dass er dabei ein bisschen frivol und ein bisschen frech rüberkommt, sorgte für gute Unterhaltung beim Publikum.
Erich Kästner schrieb in den 20er Jahren das Gedicht: Die Zeit fährt Auto, das bis heute nicht an Aktualität verloren hat. Die Zeit fährt Auto. Doch kein Mensch kann lenken. Das Leben fliegt wie ein Gehöft vorbei. Minister sprechen oft vom Steuersenken. Wer weiß, ob sie im Ernste daran denken? Der Globus dreht sich. Und wir drehen uns mit.
Patrick Rohbeck hat diese Lieder und Gedichte nicht willkürlich ausgesucht. Er vermittelt eine Botschaft. Die junge Generation und die Werte, die wir ihnen vermitteln liegen ihm besonders am Herzen. Seit 20 Jahren moderiert er deutschlandweit zahlreiche Kinder- und Familienkonzerte und arbeitet an Projekten mit Schulklassen.
Ihm ist wichtig, unser kulturelles Erbe, das Kulturgut und die Werke der Dichter und Denker zu erhalten und auch Kindern zu vermitteln. Sie sollten schon früh an Gedichte und Balladen herangeführt werden, dann werden vielleicht künftig bei solchen Veranstaltungen mehr junge Menschen im Publikum sitzen. Immer wieder wird in unserem Land lautstark von der Notwendigkeit zur Bewahrung unserer abendländischen Werte gesprochen. Das fordern zahlreiche Menschen ein.
Für Rohbeck ist das Kulturerbe ein reiches und vielfältiges Mosaik kultureller und kreativer Werke, die uns Generationen von bedeutenden Menschen interlassen haben und die auch wir für künftige
Generationen erhalten sollten.
Auch bekannte Bänkel- und Küchenlieder gehörten zum Repertoire des Abends. Küchenlieder, Vorläufer des deutschen Schlagers, oft sentimental und kitschig, wurden früher oft von Dienstmädchen oder Köchinnen bei der Hausarbeit gesungen. Nehm´n se ´n Alten, ein Couplet, das Otto Reutter 1927 geschrieben und vertont hat, sorgte am Ende des Abends für besondere Belustigung bei den Gästen: ´n Junger küsst zwar heiß und mächtig, doch ein Alter küsst bedächtig. Was ihm fehlt an Temp’rament, das ersetzt er – durch Talent.
Gisela Reinhardt
Autor: ik
Kabarettabend (Foto: Gisela Reinhardt)
Man saß in trauter Runde an Tischen und genoss ein Fläschchen Wein, während Patrick Rohbeck, Bariton, Regisseur und Moderator sein neustes Kabarettprogramm ABRAMAKABRA vorstellte.
Begleitet wurde er von dem Pianisten Christoph- Johannes Eichhorn, der neben anderen Produktionen an der Musikalischen Komödie in Leipzig als Pianist, Keyboarder und Dirigent arbeitet.
Rohbeck, der aus Mühlhausen stammt, bot mit seinem klassischen Kabarettprogramm keine leichte und heitere Kost. Grotesk, sarkastisch, ironisch, aber auch besinnlich spannte er einen Bogen über die Schwachstellen im Privaten und in unserer Gesellschaft.
Dabei bediente er sich der Werke von Kästner, Reutter, Kreisler, Hüsch, Ringelnatz, Tucholsky und Erhard. Bei seinen Vorträgen von schaurig schönen Gesängen und Geschichten brillierte Rohbeck durch seinen stilistisch bestens versierten freien Umgang mit Wort und Musik sowie mit seiner treff- und geschmackssicheren Komik. Dass er dabei ein bisschen frivol und ein bisschen frech rüberkommt, sorgte für gute Unterhaltung beim Publikum.
Erich Kästner schrieb in den 20er Jahren das Gedicht: Die Zeit fährt Auto, das bis heute nicht an Aktualität verloren hat. Die Zeit fährt Auto. Doch kein Mensch kann lenken. Das Leben fliegt wie ein Gehöft vorbei. Minister sprechen oft vom Steuersenken. Wer weiß, ob sie im Ernste daran denken? Der Globus dreht sich. Und wir drehen uns mit.
Patrick Rohbeck hat diese Lieder und Gedichte nicht willkürlich ausgesucht. Er vermittelt eine Botschaft. Die junge Generation und die Werte, die wir ihnen vermitteln liegen ihm besonders am Herzen. Seit 20 Jahren moderiert er deutschlandweit zahlreiche Kinder- und Familienkonzerte und arbeitet an Projekten mit Schulklassen.
Ihm ist wichtig, unser kulturelles Erbe, das Kulturgut und die Werke der Dichter und Denker zu erhalten und auch Kindern zu vermitteln. Sie sollten schon früh an Gedichte und Balladen herangeführt werden, dann werden vielleicht künftig bei solchen Veranstaltungen mehr junge Menschen im Publikum sitzen. Immer wieder wird in unserem Land lautstark von der Notwendigkeit zur Bewahrung unserer abendländischen Werte gesprochen. Das fordern zahlreiche Menschen ein.
Für Rohbeck ist das Kulturerbe ein reiches und vielfältiges Mosaik kultureller und kreativer Werke, die uns Generationen von bedeutenden Menschen interlassen haben und die auch wir für künftige
Generationen erhalten sollten.
Auch bekannte Bänkel- und Küchenlieder gehörten zum Repertoire des Abends. Küchenlieder, Vorläufer des deutschen Schlagers, oft sentimental und kitschig, wurden früher oft von Dienstmädchen oder Köchinnen bei der Hausarbeit gesungen. Nehm´n se ´n Alten, ein Couplet, das Otto Reutter 1927 geschrieben und vertont hat, sorgte am Ende des Abends für besondere Belustigung bei den Gästen: ´n Junger küsst zwar heiß und mächtig, doch ein Alter küsst bedächtig. Was ihm fehlt an Temp’rament, das ersetzt er – durch Talent.
Gisela Reinhardt