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Fr, 16:21 Uhr
16.11.2018
Film- und Theaterdarsteller

Ellrich trauert um Rolf Hoppe

Die Stadt Ellrich trauert um ihren Ehrenbürger. Der Schauspieler Rolf Hoppe ist am Mittwoch im Alter von 87 Jahren im Kreise seiner Familie in Dresden verstorben. Sein Leben begann am 6. Dezember in Thüringens nördlichster Stadt…

Rolf Hoppe bei seinem 80. Geburtstag in Dresden. Günther Kirchner (rechts)  und Jens Schlichting besuchten den Schauspieler und überbrachten Glückwünsche aus Ellrich. (Foto: privat)
„In tiefer Trauer und Betroffenheit nehmen wir Abschied von unserem Ehrenbürger Rolf Hoppe“, teilte Ellrichs Bürgermeister Henry Pasenow am Freitag auf der Facebookseite der Stadt Ellrich mit. Seit 1996 war Hoppe, der zu den bekanntesten DDR-Schauspielern gehörte, Ehrenbürger von Ellrich – der einzige der kleinen Stadt.

Rolf Hoppe wurde am 6. Dezember 1930 in Ellrich als Sohn eines Bäckermeisters geboren. Sein Elternhaus stand in der heutigen Lindenstraße, wurde aber bereits vor Jahren abgerissen. Der junge Hoppe machte auf Wunsch seines Vaters eine Bäckerlehre, entdeckte aber schon früh die Liebe zum Theater.

Schon als Jugendlicher trat Hoppe in eine Schauspielgruppe ein und studierte später am Staatlichen Landeskonservatorium in Erfurt. Gesundheitliche Probleme mit den Stimmbändern zwangen den jungen Mimen zeitweise zu pausieren. Später wurde seine sanfte, leise und dennoch markante Stimme zu seinem Markenzeichen.

Rolf Hoppe hat immer auf der Bühne oder vor der Kamera gestanden, mehr als 400 Rollen hat er in seinem Berufsleben gespielt. Besonders die Rolle als Bösewicht bleib an ihm hängen. In den DEFA-Indianerfilmen spielte er den Gegenpart zu Gojko Mitic. Eine Rolle, die auch der Privatmensch Hoppe scheinbar nicht abstreifen konnte. In Interviews erzählte er, dass Klassenkameraden nicht mit seinen Kindern spielen wollten, weil ihr Vater so böse zu Gojko Mitic war.

International bekannt wurde Hoppe 1981 durch seine Darstellung des Hermann Göring in dem Spielfilm Mephisto. 1982 erhielt dieser Film den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Auch nach der politischen Wende war er ein gefragter Schauspieler. 1995 erfüllte sich Hoppe einen großen Wunsch: Er wollte ein eigenes „Theaterchen“, wie er sagte, haben und kaufte 1995 am Rand von Dresden einen Bauernhof. Dort gründete er mit Freunden das Hoftheater Dresden.

Nur selten besuchte Rolf Hoppe seine Südharzer Heimat, interessierte sich aber immer für das, was in Ellrich passierte. „Er hat bis zuletzt die Ellricher Zeitung erhalten“, sagte Stadtrat Günther Kirchner. Gemeinsam mit seinem Stadtratskollegen Jens Schlichting besuchte er Rolf Hoppe zu dessen 80. und 85. Geburtstag im Hoftheater in Dresden. „Hoppe war ein sympathischer, aufgeschlossener Mensch“, erinnert sich Kirchner an die Treffen, bei dem auch das Foto entstand.

2009 traf Ellrichs früherer Bürgermeister Matthias Ehrhold Hoppe in Ellrich. „Es ist ein großer Verlust für die Schauspielwelt. Ich habe Rolf Hoppe als weltoffen und sympathisch kennengelernt“, sagte Ehrhold.

Rolf Hoppe wird spätestens in den kommenden Weihnachtswochen wieder viele Male im Fernsehen zu sehen sein: Der König in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ war wohl seine berühmteste Rolle.
Susanne Schedwill
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Kommentare

16.11.2018, 18.23 Uhr
Funeddie | R.I.P. - Rolf aus Ellrich
Trauer über einen sehr guten Charakter Darsteller, gern gesehen... Goodbye in the Sky
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