Do, 16:30 Uhr
22.11.2018
Nachgehakt
Willkommen in der Filterblase
Im Netz gibt es vielfältige Möglichkeiten, um sich umfassend zu informieren. Den Podcast zum Beispiel. Die kann man abonnieren und sich tagtäglich anhören. Mit interessanten Erkenntnissen von interessanten Menschen...
Ich zum Beispiel habe das "Morning Briefing" von Gabor Steingart abonniert. Gleich vornweg, ich halte diesen Journalisten nicht für einen Verschwörungstheoretiker und auch nicht für einen Rechtsradikalen.
Also beginnen wir einleitend mit einem Auszug aus Wikipedia: "Von 2001 bis 2007 leitete er das Hauptstadtbüro des Spiegel in Berlin und danach bis 2010 dessen Büro in Washington. Von 2010 bis 2018 war er zunächst Chefredakteur, dann Herausgeber des Handelsblatt, außerdem ab 2012 Vorsitzender der Geschäftsführung und Miteigentümer der Handelsblatt Media Group. Seit Juni 2018 gibt Steingart das werktags erscheinende Morning Briefing heraus. Seit August 2018 ist er mit einem Podcast auf Sendung, in dem er über das politische und wirtschaftliche Geschehen spricht und dazu bekannte Persönlichkeiten interviewt." Und übrigens: Bei den iTunes-Charts belegt der Podcast vordere Platzierungen, so zum Beispiel Platz 1 im August und im Oktober dieses Jahres.
Also zurück zum heutigen morgendlichen Steingart-Weckruf, der sich natürlich der dritten Vorstellungsrunde des CDU-Kandidaten-Trios widmete und in dem Mike Mohring zitiert wird: Es gibt an der Parteibasis Unbehagen, sagt Mohring. Das liege daran, dass in der Berliner Filterblase Themen zu oft, zu spät und zu wenig erklärt werden.
Mit Berlin kann der Herr Mohring vermutlich den Bundestag oder die Bundesregierung oder beide Institutionen zusammen gemeint haben. Schlussfolgerung vielleicht: Wir werden nicht von 709 Bundestagsabgeordneten und einer Bundesregierung regiert, sondern von einer Filterblase. Echt mal, mir kam das in den zurückliegenden Jahren auch so vor, als ob sich Berlin deutlich vom Rest der Republik unterscheidet, insbesondere vom östlichen Teil. Und nun bestätigt das der CDU-Vorsitzende Thüringens.
Die Ersterwähnung des Begriffs Filterblase stammt vermutlich von der Internetaktivistin Eli Pariser. Die Definition zu Webseiten und Algorithmen erspare ich Ihnen, viel interessante ist die Erkenntnis aus all dem: aus einer Filterblase "resultiere eine Isolation gegenüber Informationen, die nicht dem Standpunkt des Benutzers entsprechen."
Jepp, der Herr Mohring hat Recht, in Berlin herrscht Isolation. Die Frage bleibt doch, wer hat sich da von wem isoliert? Seit langem schon und seit 2015 verstärkt, das merkt auch die CDU an der Basis, trennen sich in den Städten und Dörfern die Sichtweisen Lichtjahre von denen, die sie vielleicht einst gewählt und ihnen auch Vertrauen mitgegeben haben und die danach - irgendwann einmal zu Sprechstunden oder Empfängen - der Berliner Filterblase entweichen müssen, um sich an der Wahlbasis in Erinnerung zu bringen.
Das Blöde für viele Menschen nur, dass die Insassen der Filterblase den Rest regieren, ihnen per Gesetz vorschreiben können, wollen und es auch tun, wie sie zu leben haben, wen sie empfangen und aufnehmen dürfen, ob die Grenzen gesichert sind oder nicht oder ob ein Verein namens Deutsche Umwelthilfe mit Millionen öffentlicher Euros einen ganzen Wirtschaftszweig in die Knie zwingen kann.
Ist es nicht an der Zeit, dass diese Filterblase, die sich laut Definition gegen Informationen isoliert, die nicht ihrer Meinung entsprechen, platzen könnte? Das scheint doch nur logisch, wenn Herr Mohring diese Blasenerscheinung kritisiert. Oder hat man sich mit dem Zustand mehr oder weniger abgefunden? Die Berliner Blase ist natürlich durch Menschen gemacht, aber jene sind zuförderst von Menschen dorthin delegiert worden. Viele der Förderer gehören einer Partei an, sie bilden die Basis und wie zitierte Gabor Steingart den Herrn Mohring. "Es gibt an der Parteibasis Unbehagen". Das zu erkennen ist vielleicht ein erster Schritt zum Auflösen der Filterblase.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redIch zum Beispiel habe das "Morning Briefing" von Gabor Steingart abonniert. Gleich vornweg, ich halte diesen Journalisten nicht für einen Verschwörungstheoretiker und auch nicht für einen Rechtsradikalen.
Also beginnen wir einleitend mit einem Auszug aus Wikipedia: "Von 2001 bis 2007 leitete er das Hauptstadtbüro des Spiegel in Berlin und danach bis 2010 dessen Büro in Washington. Von 2010 bis 2018 war er zunächst Chefredakteur, dann Herausgeber des Handelsblatt, außerdem ab 2012 Vorsitzender der Geschäftsführung und Miteigentümer der Handelsblatt Media Group. Seit Juni 2018 gibt Steingart das werktags erscheinende Morning Briefing heraus. Seit August 2018 ist er mit einem Podcast auf Sendung, in dem er über das politische und wirtschaftliche Geschehen spricht und dazu bekannte Persönlichkeiten interviewt." Und übrigens: Bei den iTunes-Charts belegt der Podcast vordere Platzierungen, so zum Beispiel Platz 1 im August und im Oktober dieses Jahres.
Also zurück zum heutigen morgendlichen Steingart-Weckruf, der sich natürlich der dritten Vorstellungsrunde des CDU-Kandidaten-Trios widmete und in dem Mike Mohring zitiert wird: Es gibt an der Parteibasis Unbehagen, sagt Mohring. Das liege daran, dass in der Berliner Filterblase Themen zu oft, zu spät und zu wenig erklärt werden.
Mit Berlin kann der Herr Mohring vermutlich den Bundestag oder die Bundesregierung oder beide Institutionen zusammen gemeint haben. Schlussfolgerung vielleicht: Wir werden nicht von 709 Bundestagsabgeordneten und einer Bundesregierung regiert, sondern von einer Filterblase. Echt mal, mir kam das in den zurückliegenden Jahren auch so vor, als ob sich Berlin deutlich vom Rest der Republik unterscheidet, insbesondere vom östlichen Teil. Und nun bestätigt das der CDU-Vorsitzende Thüringens.
Die Ersterwähnung des Begriffs Filterblase stammt vermutlich von der Internetaktivistin Eli Pariser. Die Definition zu Webseiten und Algorithmen erspare ich Ihnen, viel interessante ist die Erkenntnis aus all dem: aus einer Filterblase "resultiere eine Isolation gegenüber Informationen, die nicht dem Standpunkt des Benutzers entsprechen."
Jepp, der Herr Mohring hat Recht, in Berlin herrscht Isolation. Die Frage bleibt doch, wer hat sich da von wem isoliert? Seit langem schon und seit 2015 verstärkt, das merkt auch die CDU an der Basis, trennen sich in den Städten und Dörfern die Sichtweisen Lichtjahre von denen, die sie vielleicht einst gewählt und ihnen auch Vertrauen mitgegeben haben und die danach - irgendwann einmal zu Sprechstunden oder Empfängen - der Berliner Filterblase entweichen müssen, um sich an der Wahlbasis in Erinnerung zu bringen.
Das Blöde für viele Menschen nur, dass die Insassen der Filterblase den Rest regieren, ihnen per Gesetz vorschreiben können, wollen und es auch tun, wie sie zu leben haben, wen sie empfangen und aufnehmen dürfen, ob die Grenzen gesichert sind oder nicht oder ob ein Verein namens Deutsche Umwelthilfe mit Millionen öffentlicher Euros einen ganzen Wirtschaftszweig in die Knie zwingen kann.
Ist es nicht an der Zeit, dass diese Filterblase, die sich laut Definition gegen Informationen isoliert, die nicht ihrer Meinung entsprechen, platzen könnte? Das scheint doch nur logisch, wenn Herr Mohring diese Blasenerscheinung kritisiert. Oder hat man sich mit dem Zustand mehr oder weniger abgefunden? Die Berliner Blase ist natürlich durch Menschen gemacht, aber jene sind zuförderst von Menschen dorthin delegiert worden. Viele der Förderer gehören einer Partei an, sie bilden die Basis und wie zitierte Gabor Steingart den Herrn Mohring. "Es gibt an der Parteibasis Unbehagen". Das zu erkennen ist vielleicht ein erster Schritt zum Auflösen der Filterblase.
Peter-Stefan Greiner