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Di, 08:20 Uhr
08.01.2019
Pfarrgemeinde Maria Magdalena Leinefelde

Sternsinger heute im Thüringer Landtag

In den vergangenen Tagen waren die Sternsinger unterwegs. Traditionell bringen sie auch den Segen in Behörden, so wie heute in den Landtag nach Erfurt. Dort werden Kinder aus der Pfarrgemeinde Maria Magdalena Leinefelde erwartet....

Landtagspräsidentin Birgit Diezel empfängt die 30 Mädchen und Jungen in den Gewändern der Hl. Dreikönige am späten Nachmittag. Zuvor sind die Sternsinger mit vielen anderen aus anderen Regionen Thüringens beim Empfang von Ministerpräsident Bodo Ramelow dabei.
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08.01.2019, 14.18 Uhr
Joerg B. | Der missbrauchte Jesus
Als Heilige Drei Könige oder Weise aus dem Morgenland bezeichnet die christliche Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums erwähnten „Sterndeuter“ (im griechischen Ausgangstext wörtlich „Magier“), die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden. Im Neuen Testament werden sie nicht als „Könige“ bezeichnet, auch gibt es keine Angabe über ihre Anzahl. Diese Angaben entstammen einer umfangreichen Legendenbildung, die im 3. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Die in der Westkirche verbreiteten Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden erstmals in Legenden des 6. Jahrhunderts erwähnt.
So steht es ganz nüchtern bei Wikipedia.

Christliche TRADITION, „Magier“, „Sterndeuter“, „Könige“.
Da frage ich mich, wann Gandalf und Frodo Beutlin aus dem Herrn der Ringe im Thüringer Landtag empfangen werden. (Google gab mir auch gleich einen Hinweis auf: „Der Herr der Ringe & Der Hobbit - Das Konzert“ in der Erfurter Messehalle.)

Dass sich der reale historische Jesus von Magiern, Sterndeutern oder gar Königen hätte beschenken lassen, halte ich für mehr als fragwürdig. Seine Versuchung durch den „Teufel“ erzählt eine ganz andere Geschichte über seine Reaktion bei Bestechungs- und Vereinnahmungsversuchen. Er blieb standhaft. Die Kirche war es spätestens seit der Konstantinischen Wende nicht mehr. (Stichwort: Konstantinische Schenkung, die eine – später legitimierte – Fälschung war.) So war „Kaiser Konstantin ein Steigbügelhalter der Machtkirche und Bekämpfer der Urchristen.“

Eigentlich hätte meine Überschrift „Versuchter und erfolgreicher Kindesmissbrauch durch Geschenke“ lauten müssen. Gemäß dieser Legendenbildung aus dem 3. Jahrhundert wäre es so etwas auch gewesen, denn das kleine Jesusbaby konnte die (Bestechungs-) Geschenke der damaligen Mächtigen nicht zurückweisen.

Aber auch heute wird dieser geistige – NICHT sexuelle! – Kindesmissbrauch durch diese Traditionspflege weiter fortgesetzt. Ich behaupte mal, der reale Jesus wäre aus fast allen realen heutigen „christlichen“ Kirchen ausgetreten, denn er war ein Sympathiesant der Unterdrückten und nicht jemand, der sich in Lobhudeleien gegenüber Reichen, Mächtigen oder gar Königen erging.

Der demagogische sophistische Trick besteht darin, dass sich die Heiligen Drei Könige ja angeblich vor dem Jesuskind verneigt haben und nicht umgekehrt. (Wie könnte sich ein kleines Baby auch verneigen?) Siehe dazu die einschlägigen eingängigen bildlichen Darstellungen! So werden auf subtile Weise kleine noch kritikunfähige Kinder zu künftigen widerspruchslosen Untertanen erzogen. („Der Kaiser ist ein lieber Mann ...“) Daran kann auch der gute Zweck der Spenden kaum etwas ändern. Denn was ändert sich dadurch in Peru schon GRUNDLEGEND? Überall wo es den Menschen (zu?) gut geht, geht es den Religionen schlecht. Folglich …

In Anlehnung an Robert Habeck:
Die meisten Thüringer Politiker scheinen wohl ein Problem mit der Europäischen Aufklärung und damit auch mit einer tiefer gehenden demokratischen Gesinnung zu haben. Im Sinne theokratischer Strukturen verneigen sie sich vor uralten Fälschungen, um populär zu erscheinen und an der Macht zu bleiben. Was kann man von einem Rosenkranz-Linken wie Bodo Ramelow auch sonst erwarten?

Jörg Birkefeld

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