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Di, 10:34 Uhr
15.01.2019
Mindesthaltbarkeitsdatum fördert Lebensmittelverschwendung

Zu gut zum Wegwerfen

In Deutschland landen jährlich mindestens 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll statt auf dem Essenstisch. Ein Großteil der Verschwendung könnte vermieden werden...


In Österreich sind es 760.000 Tonnen, rund 577.000 davon gelten als vermeidbar. Besonders der falsche Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) trägt erheblich zur Lebensmittelverschwendung bei.

Der Verein Tafel Deutschland, die Wiener Tafel und die Verbraucherzentrale Hamburg starten gemeinsam eine Aktion zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung. Im Fokus steht die Verbraucheraufklärung zum MHD und die Frage: Kann ein Produkt mit abgelaufenem MHD noch bedenkenlos verzehrt werden?

"Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verbrauchsdatum! Lebensmittel können noch Tage, Wochen oder sogar Monate nach dessen Ablauf haltbar sein. Mit unserer Aktion möchten wir die Menschen ermutigen, wieder auf ihre Sinne zu vertrauen, zu riechen, zu schmecken, einfach zu probieren, ob etwas noch gut ist oder nicht. Hier besteht viel Diskussionsbedarf, das zeigt unser veröffentlichtes Plakat zum MHD, das mittlerweile ein absoluter Internethit geworden ist. Knapp 2 Millionen Menschen haben es in den Sozialen Medien gesehen, Tausende diskutieren darüber", sagte Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland.

Dr. Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Wiener Tafel und Obfrau des Verbands der österreichischen Tafeln, fügt hinzu: "Mit unseren Untersuchungsergebnissen zur Haltbarkeit von verschiedenen Lebensmitteln hat die Wiener Tafel einen Nerv getroffen. Wir haben sie mit der Tafel Deutschland als Grundlage für das Poster gerne geteilt und freuen uns, dass unsere Erkenntnisse noch breitere Kreise ziehen können. Denn neben dem Teilen von Lebensmitteln ist das Teilen von Wissen ein Grundprinzip der Tafel-Bewegung. Unseren Ehrenamtlichen, unseren Partnern und den Menschen, die wir unterstützen, ist es bewusst: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Orientierungshilfe, genauso wichtig ist die Kontrolle der Genießbarkeit mit den eigenen Sinnen - Schauen, Riechen, Fühlen, Schmecken".

"Aus Angst vor Gesundheitsgefahren werfen viele Menschen leider immer wieder einwandfreies Essen in den Müll", ergänzt Silke Schwartau, Leiterin der Abteilung Ernährung und Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Hamburg. "Dabei muss man keine Angst vor Lebensmittelinfekten haben, wenn man seinen eigenen Sinnen vertraut. Doch viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind diesbezüglich unsicher. Eine Checkliste, die wir veröffentlicht haben, hilft Ratsuchenden, besser zu erkennen, ob ein Lebensmittel noch gut ist oder in die Tonne gehört. Diese praktischen Informationen finden sich nun auch im Flyer der Tafel Deutschland wieder. Das freut uns!"

Ergänzend zum Plakat gibt ein Flyer Auskunft zum Thema Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieser steht in Kürze in mehreren Sprachen zur Verfügung. Zudem wird das Thema MHD in der Wanderausstellung "Love the waste" aufgegriffen, die seit Mitte 2018 durch Deutschland tourt.

Im Jahr 2019 werden Tafel Deutschland und die Partner weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung auf den Weg bringen.

Lebensmittel retten, Zeit schenken: Die Tafeln.
Die über 940 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern und verteilen diese regelmäßig an 1,5 Millionen bedürftige Menschen in Deutschland. Damit schaffen sie eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Mit rund 60.000 Ehrenamtlichen, die sich bei den Tafeln engagieren, sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland. Organisiert sind die Tafeln im Dachverband Tafel Deutschland.
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Kommentare

15.01.2019, 11.49 Uhr
Sonntagsradler 2 | Deutschland Tafel
Für ein Deutschland, in dem Rentner gut und gerne leben. :-)
15.01.2019, 12.33 Uhr
gecko1954 | Lebensmittelverschwendung
Man sollte den Leuten erst einmal klar machen, das die's ein Mindesthaltbarkeitsdatum ist. Solche Sachen könnten ja in den Geschäften billiger verkauft. Einige machen dieses auch schon.
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