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Di, 13:17 Uhr
15.01.2019
Ministeriin hat Klage vor Bundesverwaltungsgericht erhoben

Thüringen klagt gegen SuedLink Stromtrasse

Thüringen, vertreten durch die zuständige Infrastrukturministerin Birgit Keller, hat heute Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erhoben. Die Thüringer Landesregierung ist der Auffassung, dass die bisherige Befassung der Bundesnetzagentur mit dem Thüringer Trassenkorridorvorschlag nicht ausreichend ist und damit letztlich die landesplanerischen Rechte Thüringens verletzt....

„Die Planungen für die Stromtrasse mit einem Vorzugskorridor durch Thüringen entsprechen nicht den bundesgesetzlichen Vorgaben. Das Gebot der Geradlinigkeit, das sich der Bund selbst zum Maßstab gemacht hat, wird nicht ausreichend angewandt“, sagt die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller, zur Klageerhebung Thüringens.

„Wir haben sogar eigene Planungen für einen geradlinigen Trassenkorridor in das Verfahren eingebracht. Diesen Vorschlag will die Bundesnetzagentur jedoch nicht in das weitere Verfahren einbeziehen. Gerade dagegen wehren wir uns. Eine ordentliche Planung kann nur dann gelingen, wenn auch unser Vorschlag ausreichend gewürdigt und einer vertieften Betrachtung unterzogen wird. Da die Bundesnetzagentur diese rechtlich und fachlich fundierten Argumente nicht berücksichtigt, bleibt uns keine Wahl, als die Angelegenheit vor Gericht zu klären“, erläuterte Keller das weitere Vorgehen.

Mit der beim Bundesverwaltungsgericht eingereichten Klage verlangt der Freistaat die Einbeziehung seines Trassenkorridorvorschlags in das Verfahren. „Dabei geht es nicht darum, einen bestimmten Trassenverlauf zu erzwingen oder einen anderen zu verhindern. Es soll vielmehr bereits in diesem frühen Stadium sichergestellt werden, dass nicht bereits jetzt durch die Nichtberücksichtigung unseres Vorschlags Fehler gemacht werden, die später nicht mehr korrigiert werden können und dann zur Rechtswidrigkeit des gesamten Verfahrens führen. Denn zumindest das Gebot der Geradlinigkeit wird durch den Umweg der geplanten Stromtrasse über das Gebiet des Freistaats Thüringen verletzt“, erläuterte Ministerin Keller.

„Es handelt sich bei dem Bundesfachplanungsverfahren nach dem Netzausbaubeschleunigungsgesetz um ein neues Verfahren, zu dem noch keine Urteile vorliegen. Ich stehe zu meinem Wort, nichts unversucht zu lassen. Außerdem sehe ich es als meine Verantwortung an, frühzeitig auf die erkannten Fehler aufmerksam zu machen und so der Bundesnetzagentur noch eine Korrektur zu ermöglichen“, sagte Keller.

Ausgestaltet ist die Klage als Bund-Länder-Streit, d. h. einem Streit zwischen dem Land Thüringen und der Bundesrepublik Deutschland als Rechtsträgerin der Bundesnetzagentur. Für solche Streitigkeiten ist unmittelbar das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig als höchstes deutsches Verwaltungsgericht zuständig.

Begleitet wird der Hauptsacheantrag von einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung. Dadurch soll sichergestellt werden, dass in die nächsten Verfahrensschritte durch die Bundesnetzagentur auch der Thüringer Trassenkorridorvorschlag einbezogen wird.

Hintergrund: Derzeit wird das sogenannte Bundesfachplanungsverfahren nach § 8 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) durch die Bundesnetzagentur vorbereitet. In dessen Ergebnis soll ein Trassenkorridor für die SuedLink-Erdkabel festgelegt werden. Ein solcher Trassenkorridor hat die Breite von einem Kilometer. Erst danach wird dann der konkrete Verlauf der Stromleitung innerhalb dieses Trassenkorridors im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens festgelegt.

Gegenwärtig befinden sich noch mehrere Trassenkorridorvarianten (s.a. Karte in der Anlage) für den SuedLink, der Windstrom vom schleswig-holsteinischen Brunsbüttel bzw. Wilster nach Großgartach bei Heilbronn und Grafenrheinfeld bei Schweinfurt transportieren soll, im Verfahren. Denkbar wäre nach Vorstellung der Bundesnetzagentur sowohl ein Verlauf durch Osthessen als auch durch Westthüringen. Der Verlauf durch Westthüringen ist die Vorzugsvariante der Übertragungsnetzbetreiber. Ein solcher Verlauf begegnet jedoch entschiedener Kritik der Thüringer Landesregierung.

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Kommentare

15.01.2019, 13.28 Uhr
Outsider | bitte noch anfügen
Im letzten Absatz, erste Zeile, steht in Klammern etwas von einer angehangenen Karte. Leider konnte ich diese nicht finden. Kann diese bitte noch angefügt werden?
Vielen Dank!
15.01.2019, 15.11 Uhr
gandalf | Saubere Energie ja...
...Stromleitungen durch unser Land...NATÜRLICH NICHT! Wenn die Folgen der Erderwärmung erst mal voll bei uns durchschlagen, wären Windräder und Stromleitungen vor unserer Haustür noch das kleinste Problem. Ehe wir uns in unserem föderalen Staat auf irgendeine Lösung geeinigt haben, wird es wohl längst zu spät sein...die Demokratie bringt uns noch alle um!
15.01.2019, 15.32 Uhr
Fönix | Wenn ich mich recht erinnere, war
die Trasse entlang der A7 (mittelblaue Linie über Göttingen, Fulda etc.) in den ursprünglichen Entwürfen die Vorzugsvariante. Aber Hessen hat da sehr schnell interveniert, weil unsinnigerweise nicht der Bund, nicht der Empfänger der Energie (die süddeutschen Bundesländer, die sich übrigens der Windenergienutzung nahezu komplett auch in den durchaus windhöffigen Hochlagen versagen!) und auch nicht die Netzbetreiber den ganzen Spaß bezahlen sondern jeweils die Bundesländer, durch die die Trasse verläuft. Das ist das eigentliche Menetekel, deshalb hat Hessen (aus seiner Sicht verständlich!) seinen ganzen Einfluss ausgenutzt, die Trassenkorridore nach Osten zu verschieben. Das hat dann schon eine politische Dimension und Frau Keller tut recht daran, hier die Interessen Thüringens zu vertreten.
Besser wäre es, die Finanzierung nach dem Verursacherprinzip zu organisieren. Noch viel besser wäre es (ich habe das schon mehrfach betont), wenn mittel- und langfristig die Mehrzahl der Industriellen Großverbraucher ihre Standortinvestitionen in den Norden Deutschlands verlagern.
15.01.2019, 15.32 Uhr
Jörg Thümmel | Der Strom, der aus der Steckdose kommt....
zumindest für die Grünen.

Oder andersherum, ihr wollt alle keine Kernkraftwerke, ihr wollt alle keine Kohlekraftwerke mehr, Ihr wollt kein Russengas, Windkraftanlagen wollt ihr auch nicht, die dazugehörigen Stromtrassen schon gar nicht.

Was wollt ihr eigentlich dann? Den Stecker ziehen.

Schön zu sehen, wie eine Rot Dunkelrot Grüne Landesregierung eine Rot Grüne Energiewende torpediert.
15.01.2019, 15.57 Uhr
Fönix | "Eine Rot Grüne Energiewende" ??? Herr Thümmel, wie
lange ist Frau Merkel schon unser Bundesmurksel? Irgendwie kann ich Ihre Zuordnungen gerade nicht nachvollziehen. Welche Ziele verfolgen Sie wohl?
Fragen über Fragen ...
15.01.2019, 18.05 Uhr
tannhäuser | Und wer ist "Ihr"?
Ich denke mal nicht, dass einer der hiesigen Kommentatoren im "Hambi" aktiv war oder den physikalischen Schwachsinn einer Grünen-Chefin unterstützt, dass Elektrokabel Stromspeicher sind.
15.01.2019, 18.10 Uhr
tannhäuser
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15.01.2019, 19.30 Uhr
A. Wolf | Was rauchen die?
Wenn ich hier die Thümmels, Tannenzapfen und Co lese,frage ich mich ernsthaft, haben die überhaupt verstanden, wie unser Land funktioniert oder werden die gerade von den Chinesen auf der hinteren Seite des Mondes entdeckt?

Wir haben seit 15 Jahre keine Grünen in der Regierung und wir hatten noch nie eine links-liberal-grün-...versiffte Regierung oder so etwas ähnliches. Die sind doch vollkommen weltfremd.

Das sich Thüringen um gerechte Stromtrassen bemüht gehört zur Aufgabe einer Regierung. Egal ob die Schwarz, grün, rot oder gelb ist!
15.01.2019, 20.49 Uhr
tannhäuser | Tannenzapfen rauchen nicht, A.Wolf!
Oder würden Sie Schlaumeier sich beim Tanken eine Zigarette anstecken?

Und bevor Sie hier wieder sinnlos unbeliebte Kommentatoren bashen, googeln Sie mal "Annalena Baerbock. Stromspeicher."
16.01.2019, 06.55 Uhr
Jörg Thümmel | Rot Grün im Bundestag in der
Legislaturperiode 1998 - 2005, sprich 1 1/2 Legislaturperioden haben also nicht existiert?

Im EEG, welches in diese Legislaturperiode fiel, wurden explizit die Vergütungssätze für WKA und PVA angehoben und diesen Erzeugungsarten einer monetär bevorzugte Stellung gegeben. Ebenso wurde in dieser Zeit die sogenannte EE Umlage beschlossen und eingeführt.

Demzufolge ist das EEG und die damit verbundenen finanziellen Belastungen sehr wohl der R-G Bundesregierung zuzuschreiben und nicht der aktuellen S-R Regierung, welche allerdings am bestehenden System auch nur marginale Änderungen vorgenommen hat.

Erstaunlich ist die Bigotterie, die beim Thema Energiewende herrscht. Wer konventionelle Energiewandlung ablehnt und regenerative Energiewandlung goutiert, muss auch mit den damit verbundenen, notwendigen Eingriffen in die Umwelt und den damit verbundenen Kosten leben.
Wer A sagt, muss dort auch B sagen und eventuelle Einbußen an Lebensqualität, Verluste der Werthaltigkeit seiner Immobilie oder Eingriffe in die Natur für Trassenführung etc. akzeptieren.
Politiker aller Parteien sprechen immer vom "Wir", die Zustimmung der Nation voraussetzend und verallgemeinernd für die Gesamtheit der Bürger, die eben auch die Kosten von derzeit 35 Milliarden EUR an EEG Umlage zu tragen haben und damit den deutschen Strompreis zum zweithöchsten in Europa machen.

Noch viel intelligenter sind dabei Anwürfe, die Industrie und das Handwerk mögen doch ihre Standtorte in die Gebiete verlegen, wo die EE gewandelt werden.
Zum einen widerspricht dies dem Grundgedanken des EEG, mit dem Wandel zu einer dezentralen Erzeugung, zum anderen stellt sich hier die Frage, ob es dann für diese Industriebetriebe nicht gar interessanter wäre, den Standort Deutschland komplett zu verlassen und sich in angrenzenden, europäischen Ländern mit a.) geringeren Lohnkosten und b.) geringeren Energiekosten und besseren Arbeitskräfteperspektiven anzusiedeln?

Auf ad hominem Anwürfe gehe ich nicht weiter ein. Es soll aber Menschen geben, die (Steuer)Gelder als einen Bestandteil der Physik betrachten.
16.01.2019, 11.42 Uhr
Fönix | Hallo Herr Thümmel, mit welcher Dreistigkeit sie hier
die Tatsachen verdrehen, um Ihre eigene Argumentation zu unterstützen, ist schon unglaublich. Oder gibt es dafür andere Ursachen?

Punkt 1:
Die Förderung neuer, moderner oder auch volkswirtschaftlicher wichtiger Technologien und Branchen durch das Setzen von finanziellen Anreizen ist ein legitimes politisches Steuerungselement. Bekannte Beispiele sind die Einführung des 3-Wege-Katalysators für Ottomotoren (seit 1985 bis Mitte der 90-iger Jahre) oder auch die Fördermittel für die Landwirtschaft (aktuell ca. 680 Mio. Euro !! jährlich allein für Thüringen !!!). Nichts anderes wurde auch mit der Einführung des EEG praktiziert. Ob die in diesem Fall eingesetzten Wirkmechanismen des Gesetzes in jedem Punkt sinnvoll und verbraucherfreundlich sind, darüber kann man gerne streiten, aber sie stellen ja diese Methodik ja offensichtlich ganz grundsätzlich in Frage. Das ist so, als würden Sie den Erfinder des Rades für alle Verkehrstoten verantwortlich machen.

Punkt 2:
Zitat von J. Thümmel:
"Legislaturperiode 1998 - 2005, sprich 1 1/2 Legislaturperioden haben also nicht existiert?
Im EEG, welches in diese Legislaturperiode fiel, wurden explizit die Vergütungssätze für WKA und PVA angehoben und diesen Erzeugungsarten einer monetär bevorzugte Stellung gegeben. Ebenso wurde in dieser Zeit die sogenannte EE Umlage beschlossen und eingeführt.
Demzufolge ist das EEG und die damit verbundenen finanziellen Belastungen sehr wohl der R-G Bundesregierung zuzuschreiben und nicht der aktuellen S-R Regierung, welche allerdings am bestehenden System auch nur marginale Änderungen vorgenommen hat."
Zitat Ende

Der Wahrheitsgehalt Ihrer Grundaussage geht gegen Null (vornehm ausgedrückt):
Zum EEG allgemein:
Mit der Ausgleichsmechanismusverordnung (AusglMechV) vom Mai 2009 ist das Verfahren grundlegend geändert worden (Zitat aus Wikipedia)
Zur Höhe der EEG-Umlage im Speziellen (Zahlen aus Wikipedia):
2003: 0,41 ct/kWh
2005: 0,68 ct/kWh
2006: 0,88 ct/kWh
2008: 1,12 ct/kWh
2010: 2,047 ct/kWh
2011: 3,53 ct/kWh
2013: 5,277 ct/kWh
2016: 6,354 ct/kWh
2017: 6,88 ct/kWh
2018: 6,792 ct/kWh
2019: 6,405 ct/kWh
Seit 2005 alles nur "marginale Änderungen" ? Nein, in den Auswirkungen auf die Höhe der EEG-Umlage und damit auf den Kostenanteil, den der Bürger/Stromverbraucher unmittelbar zu tragen hat, sind die gravierendsten Änderungen bis zum heutigen Tag von den CDU-geführten Bundesregierungen seit 2005 zu verantworten. Das, und nur das zählt hinsichtlich des Kostenanteils am EEG, den der Bürger heutzutage Jahr für Jahr zu tragen hat. Was Sie behaupten, entbehrt jeder sachlichen und faktischen Grundlage und ist für mich deshalb pure Demagogie zugunsten einer politischen Richtung, deren Spitzenvertreter auf eine solche "Unterstützung" mit großer Wahrscheinlichkeit gerne verzichten!

Punkt 3:
Zitat von J. Thümmel:
"Noch viel intelligenter sind dabei Anwürfe, die Industrie und das Handwerk mögen doch ihre Standtorte in die Gebiete verlegen, wo die EE gewandelt werden.
Zitat Ende

Es sind keine "Anwürfe" - sondern Vorschläge zu intelligenten Alternativen, auf deren zugrundeliegenden technisch/physikalischen Rahmenbedingungen (Reduzierung immenser Leitungsverluste) sie ja offensichtlich bewusst keinerlei Bezug nehmen.

Punkt 4:
Zitat von J. Thümmel:
"Zum einen widerspricht dies dem Grundgedanken des EEG, mit dem Wandel zu einer dezentralen Erzeugung …"
Zitat Ende
Völliger Blödsinn, mit dem Umzug der Verbraucher ändert sich ja nicht der Standort der Erzeuger. Und nur um diesen geht es, denn kein ernstzunehmender Energieexperte käme je auf den Gedanken, dass im Sinne einer dezentralen Energieerzeugung der Abstand zwischen Erzeuger und Verbraucher möglichst groß sein muss. Oder ist das wirklich Ihr Ernst?

Punkt 5 folgt sogleich !
16.01.2019, 11.47 Uhr
Fönix | Zur Ergänzung und zum Abschluss:
Punkt 5:
Zitat von J. Thümmel:
"..., zum anderen stellt sich hier die Frage, ob es dann für diese Industriebetriebe nicht gar interessanter wäre, den Standort Deutschland komplett zu verlassen und sich in angrenzenden, europäischen Ländern mit a.) geringeren Lohnkosten und b.) geringeren Energiekosten und besseren Arbeitskräfteperspektiven anzusiedeln?"
Zitat Ende

Ja, das machen in hoch entwickelten Industrieländern angesiedelte Unternehmen schon seit vielen Jahren. Dieser Prozess nennt sich aktuell Globalisierung und dient in erster Linie der Gewinnmaximierung. Das EEG in Deutschland ist da höchstens ein sekundäres Element.

Sehr geehrter Herr Thümmel, wenn Sie irgendwann stichhaltige und belastbare Argumente vorbringen können, können wir gerne weiterdiskutieren!
16.01.2019, 13.05 Uhr
Jörg Thümmel | beim Lesen von
"Ja, das machen in hoch entwickelten Industrieländern angesiedelte Unternehmen schon seit vielen Jahren. Dieser Prozess nennt sich aktuell Globalisierung und dient in erster Linie der Gewinnmaximierung. Das EEG in Deutschland ist da höchstens ein sekundäres Element."

habe ich aufgehört mich weiter mit Ihren Sermon zu beschäftigen. Der böse Kapitalist und der gute Ökostromsozialist.

Wenn Sie sich tatsächlich mit dem EEG und den aus diesem resultierenden Verwerfungen befasst hätten, hätten Sie mitbekommen, dass die dem unnovellierten EEG zugrunde liegende Ausschüttung von Vergütungen auf Basis von erzeugten Kilowattstunden, bzw. erzeugbaren Kilowattstunden beruhte und mit nichten einen Bezug auf tatsächliche Lastnachfrage nahm. Sprich wenn der Wind mal wehte oder die Sonne schien, war der Verbraucher gezwungen diesen Strom abzunehmen und dieser wurde auch so vergütet.

Die von Ihnen verteufelte AusglMechV sorgte zumindest dafür, dass zum einen die EEG Entgelte, die aufgrund der drastisch gestiegenen Zahl von Erzeugern auf Basis des alten EEG Modells aus R-G Zeiten noch wesentlich weiter gestiegen wären, in ihren Anstieg gedämpft wurden und dabei aufgrund der limitierten Abnahmeverpflichtung für privilegierten Ökostrom die Börsenstrompreise drastisch gefallen sind. In Summe führte dies zumindest in diesem Bereich zu einer gewissen Preisstabilität des Strompreises für Privatkunden. Diese gesunkenen Börsenstrompreise kommen in Ihren Ausführungen freilich nicht vor.
Demzufolge ist auch Ihre Schlussfolgerung, die gestiegenen Strompreise seien der CDU geführten Regierung seit 2005 geschuldet schlichtweg falsch.

Richtig ist dagegen, dass die gesamte Entwicklung auf einem Gesetz (EEG) basiert, was zum einen schlecht gemacht ist und zum anderen jeglichen marktwirtschaftlichen Anspruch widerspricht, dass sich ein Preis am Markt bilden muss und nicht per Verordnung und Umlage gebildet wird. Man sollte mit seinem Wikipediawissen halt nicht nur Cherrypicking betreiben.

Noch viel interessanter wird es allerdings, wenn nach derzeitigen Plänen aus allen politischen Lagern in naher Zukunft die Grundlasterzeuger, egal ob Nuklear oder Konventionell abgeschaltet warden und die dann verbleibedenden, volatilen Erzeuger zwangsweise eine Grundlastabdeckung sichertstellen müssen, wozu nach Gesetz ein EVU allerdings verpflichtet ist, was man an diversen, durch die Bundesnetzargentur nicht genehmigten Stilllegungsanträgen für konventionelle Erzeuger, die als systemimmanent eingestuft wurden sehen kann.

Die daraus resultierenden Kosten für die Bereitstellung von Residuallast, von denen bisher die EE Erzeuger befreit sind, warden zukünftig ebenfalls auf den Endverbraucher umgelegt warden, ebenso Kosten für Redispatchmaßnahmen, die im vergangenen Jahr erstmals die 1E9€ Grenze überschritten haben.

Zum Thema dezentrale Erzeugung empfehle ich Ihnen, sich erst einmal mit der Bergrifflichkeit auseinanderzusetzen. Unter dezentraler Erzeugung versteht man schlichtweg, dass die Erzeuger nicht gebündelt in der Nähe der Verbraucher gebaut werden, sondern territorial möglichst weit verstreut um aufgrund ihrer Abhängigkeit von Umgebungsfaktoren eine gewisse Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die angenommene metereologische Streuung der Windhöffigkeit zu nutzen.
Stromversorgung ist per se, immer eine nachfragegesteuerter Prozess, zumindest solange entsprechende Speichermöglichkeiten fehlen. Was Sie mit der Umsiedlung von Unternehmen vorschlagen ist nichts weiter, als der Weg zurück zu einer Zentralen Versorgung, nur dass dismal nicht der Erzeuger möglichst nah am Verbraucher errichtet warden soll, sondern nach Ihrem Theorem der Verbraucher doch bitte dem Erzeuger zu folgen hat.
Mit Verlaub, das ist nicht nur absolut weltfremd sondern auch betriebswirtschaftlicher Schwachsinn.
16.01.2019, 14.27 Uhr
Blueman | Same Procedure as every day
Wenn man das hier so liest, könnte man meinen der Spruch "früher war alles besser" stimmt nicht mehr und müsste eher heißen "viel früher war alles besser" nur wird er dadurch auch nicht richtig. Richtig hingegen ist, dass die Geschichte der Industrialisierung dadurch geprägt ist, dass die Verbraucher immer dem Erzeuger (Energieangebot) gefolgt sind. Das hat sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg (das ist der den Deutschland zum Glück verloren hat, also nach dem den Deutschland zum Glück verloren hat) geändert. Aber naja so betreibt halt jeder Cherrypicking auf seine weise Herr Thümmel. Wenigstens sind wir heute von der Einwetterzone verschont geblieben.
16.01.2019, 15.32 Uhr
Jörg Thümmel | Mensch der blaue Mann,
ich dachte schon er hätte sich zusammen mit dem fönix und der blauen Susanne auf der Suche nach Energie auf dem Weg zum Wind gemacht. Es war zu vernehmen, dass auf der offenen Ost- und Nordsee recht viel Platz sein soll.

Natürlich darf der, zwar vollkommen themenfremde, dafür ideologisch und politisch korrekte Hinweis auf den verlorenen Krieg Deutschlands dabei nicht fehlen. Hitler und seine nationalen Sozialisten waren ja offenbar glühende Anhänger der Windkraft, firmierte seinerzeit unter dem Namen Reichswindkraftturm.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Honnef
16.01.2019, 19.34 Uhr
Fönix | Ein klassischer Schopenhauer und
ein Paradebeispiel für einen rabulistischen Sophisten. Nicht nur der letzte Kommentar macht das deutlich. Den Dialog spare ich mir zukünftig, da ist mir die Zeit wirklich zu schade.

Und noch etwas: Ich tue es nur sehr selten, aber in diesem Fall habe den Spieß gerne umgedreht!

Mehr als Info und zum Verständnis für die normalen Foristen, bei den Anderen ist es ja doch vergebliche Liebesmüh: Die betreffenden Sachargumente habe ich mit Quellenangaben aus wikipedia belegt, weil sie so am einfachsten nachvollzogen werden können und weil es an dieser Stelle auch völlig ausreicht. Etwas detaillierter könnte ich mich genauso auch auf die diversen Unterlagen der Kraftwerkstechnischen Kolloquien an der TU Dresden beziehen (übrigens hat ein Herr Machnik dort als Staatsekretär im BMWi einen überaus interessanten Vortrag zum Thema gehalten, hätte ich ihm gar nicht zugetraut!). Von der Kraftwerkstechnik sowie von mehreren anderen Professuren der TU Dresden werde ich seit 2008 regelmäßig als Projektpartner in gemeinsamen Forschungsprojekten eingeladen und nehme in diesem Zusammenhang selbstverständlich an diesen und vielen anderen Veranstaltungen aktiv teil. Deshalb kann ich die Substanz der Ergüsse mancher "Experten" gerade zum Thema Energie recht gut einordnen. Die gemeinsame Projektarbeit mit mehreren anderen Universitäten und Hochschulen lasse ich hier mal außen vor, da geht es schwerpunktmäßig um andere Themenbereiche.
Warum ich das hier (be-)schreibe? Mir geht es nicht um Selbstdarstellung sondern gegen den Strich, wenn hier kleine und große "Möchtegerns" aus politischer Motivation heraus Schwachfug verbreiten. Mir selbst sind politische Ambitionen egal welcher Couleur völlig fremd, das habe ich in diesem Medium schon mehrfach betont. Auch in dieser Hinsicht sind die Ausführungen und Spekulationen dieser "Spezialisten" völlig daneben.
Hauptanliegen meiner Beiträge und Kommentare ist es, andere interessierte Foristen auf wichtige Sachverhalte und Zusammenhänge hinzuweisen. Verbunden mit der sicher nicht unberechtigten Hoffnung, dass sie daraus die richtigen Schlüsse ziehen können. Nicht mehr und nicht weniger.
16.01.2019, 20.45 Uhr
A. Wolf | Der schreibt, damit keiner mehr liest
Eines muss man Thümmel lassen, seine Romane mit emotionalen Erlebnissen, Interpretationen, nachweislich falschen Aussagen... haben zumindest den Anschein des Versuches, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Wer allerdings nach verständlicher Prosa sucht, der findet absolut Nichts! Nur gähnende Leere. Außer strammen Behauptungen und schlichten Unwahrheiten steht in den Texten absolut nichts drin, was wissenswert wäre. Da werden Grüne, Linke, Liberale... mal eben so nebenbei für Sachen verantwortlich gemacht, wo sie beim Entscheidungsprozess weder beteiligt, noch in der Nähe waren.

Es bleibt dabei, Frau Keller bzw RRG muss diesen Trassenvorschlag ganz einfach ablehnen, weil er nicht nur zu Lasten unseres Landes gehen kann und die in Hessen oder sonstewo denken, sie geht das alles nichts an! Dazu sind Regierungen nun einmal da. Es wäre unverantwortlich, wenn jede Einschränkung oder Naturverstümmelung nur zu Lasten unserer Bürger geht.
17.01.2019, 06.32 Uhr
Jörg Thümmel | Lieber Fönix,
Ich würde mich gern einmal in eine der von Ihnen erwähnten Projektarbeiten und Publikationen einlesen bzw. eine der von Ihnen erwähnten Veranstaltungen besuchen.

Zur Wahrung Ihrer Annonymität können Sie mir ja die entsprechenden Verweise sicher über die NNZ zukommen lassen, wenngleich ich bezweifle dass ich aus dieser Richtung etwas von Ihnen hören werde. Dahingehend bevorzuge ich allerdings Primärquellen und nicht das von Ihnen dahingehend zitierte Wikipediaartikel ohne weitergehende Primärquellenverweise.

mit freundlichen Grüßen
18.01.2019, 14.09 Uhr
Fönix | Herr Thümmel,
ich habe eine Weile überlegt, ob ich überhaupt noch einmal auf Ihre verqueren Wortmeldungen eingehe. Da es mich aber schon verwundert, dass Sie plötzlich statt des Messers süße Sahne zwischen den Zähnen haben, noch letzte Hinweise:
Sie scheinen mit den allgemeinen Regeln zum Handling der Ergebnisse industrieller Forschungstätigkeit wenig vertraut zu sein. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich Ihnen einen Einblick in unsere Projektunterlagen gebe. Selbst wenn ich das wollte, dürfte ich es gar nicht tun. Mit unseren Projektpartnern bestehen entsprechende Geheimhaltungsvereinbarungen. Mal ganz abgesehen davon, dass eine weitere grundlegende Voraussetzung ein entsprechendes Vertrauensverhältnis wäre. Davon bin ich in Bezug auf Ihre Person so weit entfernt wie die Sahara von der flächendeckenden Vergletscherung.

Die von Ihnen gewünschten "Verweise" auf die betreffenden Veranstaltungen können Sie sich ganz einfach auf der Webseite der TU Dresden abrufen. Dort finden Sie mit Unterstützung der Suchfunktion (der betreffende Button steht auf jeweiligen Seite immer oben und heißt "Suche") auch diverse Dokumente und Publikationen zu den Veranstaltungen der letzten Jahre. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und noch mehr Wissenszuwachs bei der Lektüre. Sollten Sie bei der Suche den Überblick verlieren (oder gar nicht erst finden), empfehle ich Ihnen u.a. die Seite www.kraftwerkskolloquium.de oder auch www.dbi-gti.de. Dort können Sie sich für die aktuellen Veranstaltungen direkt anmelden und mit dem Lernen beginnen.

Sollten Sie darüber hinaus weiterhin noch Interesse daran haben, einen Beleg der Seriosität der Darstellung meiner Kenntnisse und Erfahrungen zu erhalten, habe ich dafür folgenden Vorschlag: Ich würde (auch wenn ich das persönlich albern finde) bei Gelegenheit mit entsprechenden aussagefähigen Nachweisen die Redaktion der nnz besuchen (das hatte ich schon immer mal vor!) und diese Unterlagen zur Einsichtnahme dem Redaktionsteam vorlegen. Sie könnten dann (ggf. nach dem Erhalt einer entsprechenden Infomail) dort die entsprechende Bestätigung gerne hinterfragen.

Gegebenenfalls würde die Redaktion ja darauf eingehen. Für mich wäre das jedenfalls der einzige Weg, denn Herr Greiner besitzt die erforderliche Integrität, ihm gegenüber habe ich das entsprechende Vertrauen, Ihnen gegenüber jedoch keinesfalls. Vielleicht können Sie wenigstens das verstehen. Auf jeden Fall erwarte ich von Ihnen dann aber auch, dass Sie den A…llerwertesten in der Hose haben und in der nnz kundtun, dass Sie mit Ihren diesbezüglichen Vermutungen und Unterstellungen meilenweit danebenlagen.

PS. Wenn Sie die von mir aus wikipedia zitierten Zahlen anzweifeln und "Primärquellen" suchen, dann studieren Sie doch einfach die Erläuterungen zu Ihren Stromrechnungen der letzten 15 Jahre oder widerlegen Sie die genannten Zahlen. Mein Gott, wie kleinkariert kann man(n) nur sein ...
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