eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 09:17 Uhr
31.01.2019
Leinefelde

Schließung Reisezentrum im Bundestag Thema

Bundestagsabgeordneter Manfred Grund hat die angekündigte Schließung des Reisezentrums der Deutschen Bahn in Leinefelde im Bundestag zum Thema gemacht....

Manfred Grund im Bundestag (Foto: Manfred Grund) Manfred Grund im Bundestag (Foto: Manfred Grund)

Am 18. Januar 2019 habe er erfahren, dass das DB-Reisezentrum zum 1. Februar 2019 geschlossen werden soll. Am darauf folgenden Montag habe er beim für Thüringen zuständigen Konzernbevollmächtigten protestiert. Dies berichtet Manfred Grund am Mittwoch in Berlin. In seiner Antwort hat der Konzernbevollmächtigte Eckart Fricke erneut auf eine fallende Nachfrage am "personenbedienten Verkauf" in Leinefelde verwiesen. Statt des Schalters solle ein modernes Videoreisezentrum eingerichtet werden.

Im Bundestag (Foto: M. Grund) Im Bundestag (Foto: M. Grund)

Die Umwandlung sei durch die DB Regio Südost mit dem Nahverkehrsverbund Thüringen und der Abellio Mitteldeutschland abgestimmt, schreibt der Bahnbeauftragte. Zugleich verwies Fricke auf eingesparte Regionalisierungsmittel, die der Freistaat Thüringen "an anderer Stelle angebotssteigernd und qualitätssteigernd" einsetzen könne.

Anzeige symplr (1)
Ob es "keine bessere Alternative" - wie Fricke zusammenfasste - gab, wollte Abgeordneter Grund auch von der Bundesregierung wissen. Seine Fragen wurden am Mittwoch in der Fragestunde aufgerufen. Der Bund ist alleiniger Anteilseigner an der Aktiengesellschaft Deutsche Bahn.

Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann aus dem Bundesverkehrsministerium verwies auf die Verantwortlichkeit der Deutschen Bahn. Zudem hätten Befragungen von Kunden ergeben, dass die Videoreisezentren, die es seit 2013 gibt, von den Kunden akzeptiert und sehr gut angenommen würden. "Die Videoreisezentren stellen gerade im ländlichen Raum einen Gewinn für alle Beteiligten dar", sagte der Parlamentarische Staatssekretär. "Die Kunden profitieren von längeren und durchgehenderen Öffnungszeiten und ortskundigen Reiseberatern."

Zugleich gab der Parlamentarische Staatssekretär Abgeordneten Manfred Grund recht, dass ältere Menschen Probleme hätten, mit diesen Anlagen umzugehen. Einfluss auf die Bahn habe jedoch nur der Freistaat Thüringen, der für die Regionalisierungsmittel zuständig ist, sagte Ferlemann. Die Landesregierung könnte sich, wenn sie so ein Angebot aufrechterhalten will, mit dem Angebotsträger einigen.

Manfred Grund erklärte im Anschluss, dass es zumindest übergangsweise weiter personenbezogene Dienstleistungen am Bahnhof Leinefelde geben soll. Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann sagte zu, sich die Bedingungen zu der Entscheidung anzusehen. Er stellte eine spätere schriftliche Antwort in Aussicht.
Autor: ik

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Real Human
02.02.2019, 21:59 Uhr
Schöne Neue Welt!?
… Und an den Bahnstrecken des Südharzes war bei meiner letzten Reise alles wüst oder leer. Der alte Geist des Föderalismus sowie der neue des Neoliberalismus heulten durch verwaiste Bahnhofsgebäude um die Wette. Fährt man z.B. durch den Bahnhof von Wolkramshausen, könnte es nach einem alten Motto auch heißen:

Ruinen schaffen ohne Waffen!

Nun ist es geschehen. Ab Montag soll laut MDR (Siehe MDR Mediathek!) das Video-Reisezentrum von DB und abellio am Bahnhofsvorplatz stehen. Da kann der Landrat jammern wie er will. Dass die Digitalisierung alle Bereiche des menschlichen Lebens erfassen wird, ist fast sicherer als das „Amen!“ in der Kirche. Kommt da DDR-Reichsbahn-Nostalgie auf? Tja, der große Weihnachtsmann aus Oggersheim hatte auch Überraschungen im Sack! Aber auch daran werden sich die Eichsfelder gewöhnen – und an die möglichen „Nebenwirkungen“.

Wenn in solchen Locations Video-Reisezentren der Deutschen Bahn erstellt werden, braucht man auf Vandalen wohl nicht lange zu warten? Mal schauen, was sich die DB-MitarbeiterInnen im fernen Wiesbaden dann so ansehen müssen?! Der Respekt vor einer „virtuellen Realität“ wird sich in den Wüsten der DB wohl erst noch erweisen müssen. Oder es erweist sich, dass auch eine „virtuelle“ Realität irgendwie doch „real“ ist. Würde sich die VR bei ungebührlichem Benehmen eines – vielleicht auch noch vermummten – Fahrgastes dann mit einer Verriegelung des Kabuffs zu wehren wissen?

„Sehr geehrter Fahrgast, sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, wegen Ihres ungebührlichen Verhaltens haben wir den Container verriegelt! Bewahren Sie bitte die Ruhe und gefährden Sie sich nicht selbst. Die nächste Polizeistreife ist unterwegs, wird Ihre Personalien ermitteln und Sie befreien!“

Nach 10 Minuten und der Einspielung der Kleinen Nachtmusik von Wolfgang Amadeus Mozart erfolgt möglicherweise die Entschuldigung:

„Werter Fahrgast, …, leider ist zur Zeit keine Polizeistreife in ihrer Nähe! Bitte gedulden Sie sich. Wir versuchen unser Möglichstes. Bewahren Sie Ruhe! ...“

Stichwort „eingesparte Regionalisierungsmittel“:

Dazu sollte ich wohl auch die geschickt eingesparten Hoppertickets zählen, denn sie gelten nur in bestimmten Zonen der BRD – offiziell Verkehrsverbund genannt. Fahrten von einer Zone in eine andere sind verbilligt nicht möglich – auch nicht fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Wer in den „Zonenrandgebieten“ lebt und wie ich mal von HIG nach Göttingen hoppern möchte, hat eben Pech gehabt! Oder die amtierenden Landesverkehrsminister müssten sich erst einigen? (Was erfahrungsgemäß sehr lange dauern kann.) Hoch lebe der deutsche Föderalismus auch bei der DB!

Zum Glück schreitet der technologische Fortschritt exponentiell voran. Der Homo sapiens 2.0 wird es viel einfacher haben:

Solche aufgerüsteten Menschen werden dann (in 50 Jahren?) ihr Bewusstsein in einen virtuellen Datencontainer verpacken und sich mit Lichtgeschwindigkeit z.B. in ein Urlaubsparadies „beamen“. In der neuen „Location“ angekommen, wird das Datenpaket wieder in einen Androiden entpackt, der dann als Biosimulation z.B. an den Stränden von Französisch Polynesien herumlungern darf. Fahrkarten in die britischen Überseegebiete gibt es dann wohl nicht so einfach per Hopperticket?–)

Mit optimistisch utopischen Grüßen

Jörg Birkefeld
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)