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Mo, 21:29 Uhr
15.04.2019
Landkreis Eichsfeld

Klimaschutzmanager nimmt Arbeit auf

Stephan Gunkel ist der neue Klimaschutzmanager des Landkreises Eichsfeld. Aufgabe des Klimaschutzmanagers ist es, die Klimaschutzteilkonzepte, die vom Kreistag im September 2016 beschlossen wurden, umzusetzen...


Die Teilkonzepte wurden in Zusammenarbeit mit der KEEA Klima und Energieeffizienz Agentur aus Kassel erarbeitet und gliedern sich in die Bereiche eigene Liegenschaften, erneuerbare Energien, integriererte Wärmenutzung und klimafreundliche Mobilität.

Um die Einstiegsphase zu erleichtern, wird die Stelle des Klimaschutzmanagers für zwei Jahre zu 65 Prozent durch das BMUB (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert.

Im Zuge dieser Fördermaßnahme erfolgte auch eine Fokussierung auf die Arbeitsbereiche eigene Liegenschaften und klimafreundliche Mobilität. Für diese Teilkonzepte wurden eine Reihe von Maßnahmen erarbeitet, die in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden sollen.

Hierzu zählen im Bereich des kommunalen Gebäudebestands unter anderen energetische Sanierungsmaßnahmen sowie Schulungen zur Energieeinsparung für die Mitarbeiter.

Für den Sektor klimafreundliche Mobilität, liegt der Fokus auf der langfristigen Umstellung der kreiseigenen Fahrzeugflotte auf Elektro-Fahrzeuge sowie dem damit einhergehenden weiteren Ausbau der Ladensäulen-Infrastruktur für die Elektromobilität. Weitere Arbeitsschwerpunkte des Klimaschutzmanagers werden die Vernetzung der lokalen Akteure im Landkreis und eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sein.

Hierbei steht neben der Schaffung einer Internetpräsenz und der Veröffentlichung eines jährlichen Klimaberichts für den Landkreis Eichsfeld vor allem der Aufbau eines regionalen Klimaschutznetzwerkes im Fokus. Für die Querschnittsaufgabe Klimaschutz ist der Klimaschutzmanager insbesondere auch als Netzwerker gefragt und bildet so langfristig eine wichtige Schnittstelle zwischen Unternehmen, Kommune, Projektpartnern, Bürgern und sonstigen Akteuren.

Als eine der dringlichsten Aufgaben sieht Stephan Gunkel die weitere Sensibilisierung der Menschen im Landkreis für das Thema Klimaschutz. Dabei ist ihm wichtig zu betonen, dass man nicht nur mit den großen Maßnahmen Verbesserungen herbeiführen kann, sondern dass jeder auch im privaten Bereich die Chance hat mitzuhelfen, dass die Erde jetzt und für zukünftige Generationen ein lebenswerter Ort bleibt.

Mit dem Verzicht auf Kunststoffbeutel beim Einkaufen, der Bildung von Fahrgemeinschaften, dem Trinken von Leitungs- statt Flaschenwasser, der Nutzung einer nachhaltigen Suchmaschine wie Ecosia.org statt Google & Co., dem Wechsel zu einem Ökostromanbieter, der Nutzung des Fahrrads auf Kurzstrecken oder auch der Reduzierung des Fleischkonsums und einer regionalen und saisonalen Ernährung kann jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten mithelfen, eine Begrenzung der globalen Erwärmung zu erreichen.

Um für das künftige Handeln im Klimaschutz eine zielgerichte Arbeitsweise zu ermöglichen, wurden im Klimaschutzleitbild des Landkreises Eichsfeld strategische Leitlinien verankert. Diese sehen unter anderem eine Reduzierung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 17 Prozent und bis zum Jahr 2050 um weitere 18%, basierend auf dem Basisjahr 2014, vor.

Darüber hinaus setzt sich der Landkreis als Ziel, bis 2050 eine vollständige Deckung des Strombedarfs aus regenerativen Energien zu erreichen. Weitere Details zum Thema sowie das Konzept werden in Kürze auf der Homepage des Landkreises (www.kreis-eic.de) verfügbar sein.

Mit der Erarbeitung der Klimaschutzteilkonzepte und der Besetzung der Stelle des Klimaschutzmanagers, hat der Landkreis Eichsfeld neue Akzente in der lokalen Klimapolitik gesetzt. Nun sind alle gefragt, wenn es um die praktische Umsetzung der Energie- und CO2- Reduktionsziele vor Ort geht.

Neben dem Schutz des Klimas und den damit einhergehenden Zielen und Maßnahmen ist für die langfristige Kreisentwicklung auch der Fokus auf entsprechende Klimaanpassungsstrategien von zentraler Bedeutung. Insbesondere häufigere Extremwetterereignisse wie Starkregen, anhaltende Trockenheit/Dürren, Stürme, Sturzfluten oder Hochwasser sind Auswirkungen einer sich erwärmenden Erde und bedingen für die lokale Bevölkerung und die heimischen Unternehmen entsprechende Anpassungs- bzw. Schutzmaßnahmen. Hier gilt es zunächst systematisch zu untersuchen, welche Risiken aber auch Chancen sich aus dem Klimawandel ergeben können, um dann dazu entsprechende Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln.

Als Klimaschutzmanager im Referat Kreisentwicklung will sich der 29jährige gebürtige Eichsfelder und studierte Geograph für eine nachhaltige Wirtschaftsweise, die Energiewende und den Klimaschutz im Landkreis Eichsfeld einsetzen.

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