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Sa, 20:17 Uhr
20.04.2019
Beuren

Familienkreuzweg mit vielen Kindern

Zum Familienkreuzweg trafen sich gestern rund 100 Kinder und Jugendliche in der St. Pankratiuskirche in Beuren. Den Kreuzweg hatte die Musikgruppe Il Coro vorbereitet und durchgeführt....

Begrüßung (Foto: Ilka Kühn)

Am Eingang verteilten drei Kinder Bänder, Tücher und symbolische tränen aus Paier an die Mädchen und Jungen. Damit konnten sie den Familienkreuzweg mit gestalten.

Der Karfreitag ist der Tag, an dem die Christen des Leidens und Sterbens Jesu Christi am Kreuz gedenken. Deshalb waren auch alle zu diesem besonderen Kreuzweg eingeladen. Die Mitglieder von Il Coro lasen verschiedene Texte über die letzten Stunden Jesus und machten diese Texte auch für Kinder nachvollziehbar.

So hieß es zu Beginn: "Wir gehen heute einen traurigen Weg. Am letzten Sonntag haben wir Jesus mit Palmzweigen in der Hand in die Kirche begleitet. Gestern, am Gründonnerstag, erinnerten wir uns an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Freunden gefeiert hat. 

Was mit Jesus nach dem Einzug in Jerusalem passiert ist, wissen wir alle. Wie er verhaftet wurde und leiden mußte. Seinen Kreuzweg wollen wir heute mitgehen und sehen, wie groß seine Liebe zu uns ist. Dabei denken wir auch an die vielen Menschen auf der ganzen Welt, die heute noch leiden müssen: weil sie arm sind, weil sie arbeitslos sind, -weil sie nichts zu essen haben, weil sie schwer oder unheilbar krank sind."

Il Coro (Foto: Ilka Kühn)
In ein kleines Tüchlein, dass die Kinder am Eingang erhalten hatten, sollten sie das, was sie ängstlich mache, hineinsprechen, das Tuch mit einem Knoten zubinden und zum Kreus bringen. Mit Bändern spürten sie, wie es ist, wenn die Hände gefesselt sind und man nichts mehr machen kann. Auch diese Bänder brachten sie zum Kreuz.

Kinder heften Bänder ans Kreuz (Foto: Ilka Kühn)

"Als man Jesus gefangen nimmt, wird er gefesselt und gefoltert. Diese Weg Jesu steht stellvertretend für unseren Lebensweg. Auch wir sind ‘ manchmal wie gefesselt. Man möchte etwas tun, Ideen verwirklichen, Hoffnungen und Wünsche erfüllen. Aber es geht nicht so, wie wir uns das vorstellen. Die äußeren Umstände des Lebens stehen dagegen. Sie sind wie Fesseln, die unser Leben festhalten, wo wir wie angebunden sind. 

Ich denke an Krankheiten, die uns fesseln. „Ans Bett gefesselt sein“, so beschreiben wir ja manchmal Krankheitszustände. Wir sind schwach, die Schmerzen machen uns unfähig anderes zu sehen. Wir warten auf Besserung, doch sind gebunden, gefesselt durch Krankheit. 

Ich denke an Schuld, die uns bindet und fesselt. Da hab ich etwas getan, was Schaden angerichtet hat, was Menschen verletzt hat, was nicht wieder rückgängig zu machen ist. Immer wieder beschäftigt mich so etwas, immer wieder kommen die Gedanken darauf zurück. Es läßt mich nicht los. 

Ich denke an Versagen. Ich habe das doch nicht gewollt, aber es ist passiert. Das kann ich nicht rückgängig machen. Ich hätte dieses oder jenes tun können, aber es ist zu spät. Ich muß diese Last tragen, wie eine Kugel an einer Kette, so fühle ich mich, wenn ich daran denke.", war in den Texten von Il Coro zu hören.

Kinder gehen zum Kreuz (Foto: Ilka Kühn)

Und schließlich war da noch die Träne aus Papier, die symbolisch für echte Tränen und Trauer steht. Jesus war am Karfreitag am Kreuz gestorben. "Wenn wir einen geliebten Menschen begraben, tun wir dies unter Tränen und lrauer. Wir erinnern uns an den Verstorbenen, an das ‚was schön war, was wir vermissen."

Nach kurzer Stille brachten die Kinder und Jugendliche diese Tränen zum Kreuz. Danach folgte das Gebet: Guter Jesus, wie ein Samenkorn wirst du in die Erde gelegt. So, wie aus dem Korn eine Frucht wächst, wirst du am dritten Tag vom Tod auferstehen. Du bist für uns wie das Licht der Welt. Du machst unser Leben froh und hell. Wir bitten dich: Laß auch uns mit dir auferstehen. 

Wir bitten dich für alle, die nicht an eine Auferstehung glauben. Laß sie Menschen finden, die wie eine Kerze sind, die in ihr Leben Licht und Hoffnung und deine frohe Botschaft bringen. 

Gebet am Kreuz (Foto: Ilka Kühn)
Die Kinder hatten sich zum Gebet vor dem Kreuz versammelt

Mit dem Vater unser gemeinsam vor dem Kreuz endete dieser Familienkreuzweg in der Kirche in Beuren. Es war gut zu sehen, dass er von so vielen Kindern angenommen wurde. Dank auch des Engagements der Musikgruppe Il Coro, die auch seit mehr als zehn Jahren den Familiengottesdienst in Beuren gestaltet.
Ilka Kühn
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