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Do, 08:43 Uhr
18.07.2019
E-Laden in privaten Tiefgaragen fast unmöglich

Politik muss dringend Lösungen finden

Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage haben kaum eine Chance, ihr Elektroauto zu Hause aufzuladen: Eine aktuelle ADAC Studie zeigt, dass nur die wenigsten Tiefgaragen oder Parkflächen mit Steckdose oder Wallbox ausgestattet sind...


Nur vier Prozent der untersuchten Objekte verfügen demnach über einen Stromanschluss, nur die Hälfte davon über wenigstens eine Ladesäule beziehungsweise Wallbox. Hauptgrund für die mangelhafte Infrastruktur ist laut Aussage der Immobilienwirtschaft das nicht geäußerte Interesse seitens der Mieter und Eigentümer. Als weitere Gründe werden die hohen Kosten, technische Probleme und regulatorische Unsicherheiten genannt.

Fortschritte sind dabei auch kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten: Nur ein Viertel der befragten Unternehmen erwägt in den nächsten drei Jahren die Einrichtung von Lademöglichkeiten. Konkrete Pläne innerhalb eines Jahres verfolgen lediglich 13 Prozent.

Mitursächlich für die Zurückhaltung dürften die hohen rechtlichen und regulatorischen Hindernisse bei der Installation von Wallboxen sein: So verlangt das Wohnungseigentumsgesetz (WEG), dass bei Umbauten am Gemeinschaftseigentum alle Miteigentümer zustimmen müssen. Ist nur einer dagegen, kommt der Ausbau nicht zustande. Mieter haben hierauf bis heute keinen Anspruch. Die Pläne der Bundesregierung zur Beschleunigung des Hochlaufs der Elektromobilität werden dadurch gebremst.

„Unter diesen Umständen wird es kaum gelingen, die Elektromobilität für alle Interessierten nutzbar zu machen“, kritisieren die ADAC Vizepräsidenten für Verkehr und Technik Gerhard Hillebrand und Karsten Schulze. Für Verbraucher sei es essentiell, dass sie ihr Fahrzeug unkompliziert zu Hause laden können. Denn rund 60 Prozent der Ladevorgänge von Privatnutzern fänden zu Hause statt. „Es ist deshalb notwendig, die Installation von Ladeinfrastruktur in Bestandsimmobilien zu erleichtern und das Miet- und Wohneigentumsrecht anzupassen. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz sollte noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorlegen“.

Für die Erhebung hat der ADAC die elf größten deutschen Städte ausgewählt: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Bremen, Dresden und Hannover. Insgesamt wurden 1.410 einschlägige Unternehmen nach der Anzahl der betreuten Objekte mit mehr als 10 Stellplätzen befragt. Davon unterhielten 310 Unternehmen mindestens ein Objekt dieser Größenordnung. Zusammen verwalten sie 4.815 Tiefgaragen oder Parkflächen.
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Kommentare

18.07.2019, 09.39 Uhr
Leser 3421 | Die Politik?
Ich würde ja wohl erst einmal bei der Technik anfangen.

Wer sich etwas mit Energietechnik auskennt, kann folgendes berechnen:

20 Ladesäulen für Elektroautos in einer Teifgarage:

Eine entsprechende Ladesäule kann bei Schnellladung einen Strom von 32 A liefern. Das heißt, würden alle Ladesäulen voll in Betrieb gehen, müsste man theoretisch 640 Ampere vorhalten.
Mit dem übrigen Hausbedarf (100WE) wird es dadurch nötig, einen Transformator mit 400 kVA zu installieren, weil diese hohe Leistung grundsätzlich nicht mehr im Niederspannungsnetz (400/230V) vorhanden ist.

Und wer denkt, seinen Tesla an eine Aufputz-Steckdose zu stöpseln, bekommt das mit Ladezeiten von rund 20h quittiert... (Wikipedia)

"Hauptgrund für die mangelhafte Infrastruktur ist laut Aussage der Immobilienwirtschaft das nicht geäußerte Interesse seitens der Mieter und Eigentümer."

Sehr witzig! Und weil kein Interesse an dieser unnützen Technologie besteht, soll die Politik gefälligst dafür sorgen, dass das Interesse erzwungen wird.

Und dann kommen Zahlen wie: 1 Million Elektrofahrzeuge - das bedeutet:

1.000.000 Autos mal 16-Ampere-CEE-Steckdose (400 V) in der Garage zum laden, sind gleich 16.000.000 Ampere gleich 16 Mega-Ampere!
Das größte deutsche Kraftwerk, Neurath in NRW, kann mit 4.400 MW Leistung (Kohlekraftwerk!), bei einer Spannung von 400 V gleich 4.400 Mega-Watt geteilt durch Wurzel 3 = 1,73 x 400 Volt theoretisch nur 6,35 Mega-Ampere liefern. Da fehlen noch fast 10 Mega-Ampere.

Glücklicherweise steht neben dem Kraftwerk Neurath in vier Kilometer Entfernung auch noch das Kohlekraftwerk Frimmersdorf. Anfang der 1970er Jahre immerhin das größte Kohlekraftwerk der Welt! Doch das läuft aktuell nur noch auf 2 x 300 MW.

Und jetzt kommt der Clou: Die schalten wir demnächst einfach ab, Basta!

Das ist alles einfach nur noch krank!

12   |  1     Login für Vote
18.07.2019, 10.17 Uhr
harzwj | Danke...
Herr/ Frau "Leser 3421" für die kurze, sachlich fundierte Information. Wer das nicht begreift, oder begreifen will der muss mal über seinen "geistigen Horizont" nachdenken.
Mittlerweile ist auch aus den "Tagesmedien-TV und Rundfunk" zu vernehmen, mit welcher Umweltbelastung die Herstellung von Batterien für die Autoindustrie verbunden ist. Scheinbar werden die damit bekannt gewordenen Fakten ignoriert. Warum eigentlich, wo es doch bereits sehr gute Forschungs- und Praxisergebnisse in Sachen Wasserstofftechnologie für die PKW, LKW und Dieseltechnologie bei der Bahn gibt.
Wann wachen einige "Gutdenker mit Tunnelblick" endlich auf. Auch die Superspezialisten bei der deutschen Fahrzeugindustrie. China und Andere machen es bereits auch in diesem Sektor mit Erfolg vor.
Ach so, eine CO2 Steuer wird keinen Erfolg bringen, nur das "Steuersäckle" wird gefüllt werden. Aber das ist ja schon wieder ein anders, politisch sehr interessantes Thema.
Abschließende Frage zum Ausgangsthema: Ist eigentlich bekannt, wieviel Ladestationen an den Stellplätzen für PKW bei den "Flotten" der Regierungen in Berlin und den Bundesländern per heute installiert sind und!!! genutzt werden?
W. Jörgens
Harztor/ Sophienhof

11   |  1     Login für Vote
18.07.2019, 10.42 Uhr
Joe 50 | Schade,
dass man diese Diskussionsbeiträge nur einmal belohnen kann.

5   |  0     Login für Vote
18.07.2019, 18.07 Uhr
Paulinchen | Das funktioniert wohl erst,...
...wenn der Strom per WLAN ins Haus, bzw, in die Garage oder direkt zum Auto kommt. ;-))

4   |  0     Login für Vote
18.07.2019, 20.05 Uhr
5020EF | Nun seid doch nicht so pessimistisch!
Anna-Lena Baerbock hat doch erklärt, dass Strom auch in den Ladekabeln vorrätig ist.. Was ihr euch Sorgen macht... Das grenzt ja schon an "Verschwörungstheorien"...

OK, Spaß beiseite: mit unserem heutigen Stromnetz sind wir auf Elekto-Roller, ...-Fahrräder und schon gar nicht auf E-Autos eingestellt!
Ich lass mein Handy beim Laden nie aus den Augen... Das hat einen relativ kleinen Akku...

Bei E-Autos traut sich die Feuerwehr nicht ran, genauso wie bei Solarmodulen auf dem Eigenheimdach... Die lassen den Sch***** einfach brennen...

Warum ist das wohl so?
...ein Tip: einfach mal Google oder eine andere Suchmaschine fragen...

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18.07.2019, 22.18 Uhr
Paul | Steckdose
Ich denke mal das Thema E-Auto hat sich in ein paar Jahren von selber erledigt. Kein Konzept, kein Plan, krampfhafte (Fehl-)entwicklungen und Milliardenausgaben die ins nichts führen außer in irgendwelche Eigenbelobigungen. Und wer kauft denn diese E-Autos? NIEMAND - ZU TEUER, ZU INEFFIZIENT, NCHT ALLTAGSTAUGLICH. Und dann noch die UMWELTBELASTUNG : allein der Bau EINES E-Autos belastet die Umwelt wesentlich mehr als wenn ich dafür mehrere Dieselautos 2 Jahre fahre. Ja und dann noch die Gefahr das mir die Kiste ABBRENNT ! Ist ja auch schon mehrfach passiert. GARANTIE - keine. Gute Nacht E-Auto !

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19.07.2019, 00.32 Uhr
tannhäuser | Das Netz...
...löst alle Probleme.

Bundeskanzler Habeck und Umwelt-Kardinälin Baerbock (Die Päpstin heisst ja Greta) als Allzweckministerin anstelle Altmeier...

"The Stand" hieß der Stephen-King-Roman, in dem alles den Bach runterging.

Ich hätte nicht erwartet, dass uns dieses Szenario auch mal blüht.

Aber wenn man Ampere nicht von Volt unterscheiden kann, wird es schwierig mit der allumfassendenden Ladebereitschaft des Haustiers namens Tesla.

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