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So, 13:57 Uhr
20.10.2019
ThüringenForst

Weniger Holzeinschlag bringt nicht viel

Ein norwegisch-finnisches Forscherteam kommt zum Ergebnis, dass eine Reduzierung des Holzeinschlages in Europa größtenteils durch einen Mehreinschlag in anderen Regionen der Welt ersetzt würde. Insbesondere Süd- und Nordamerika und Russland würden das Einschlagsdefizit wieder ausgleichen.



Gleichzeitig würden Produktionsinvestitionen der Forst- und Holzwirtschaft, vor allem aber Arbeitsplätze aus Europa in diese Regionen verlagert werden, samt der damit verbundenen Wertschöpfung. Klimapolitisch wäre dies wenig effektiv, vor allem, wenn holzbasierte Produkte, etwa aus dem Verpackungs- und Bausektor, durch in der Herstellung energie- und damit CO2-intensive Glas- oder Plastikprodukte ersetzt würden. Dies berichtet aktuell die Allgemeine Forst-Zeitschrift in Ausgabe 17-2019, Deutschlands meistgelesenes Forstfachmagazin (www.forstpraxis.de).
Hohe Umweltstandards in Europa blieben ungenutzt
„Noch nie hatten wir in den letzten 30 Jahren so viel Waldfläche, so viel vorratsstarken Wald, so viel alten Wald und so viel naturnahen Wald wie heute. Und wir haben in Thüringen eine hochmoderne Forst- und Holzwirtschaft, unter anderem sogar Europamarktführer“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Zusätzlich, so die Forscher, würden europäische, nach modernsten Luftreinhaltestandards arbeitende Produktionsstätten zur Holzverarbeitung ungenutzt bleiben. Schlimmstenfalls blieben alte Produktionsstätten mit hohen Emissionen in den genannten Regionen länger in Betrieb. Was die biologische Vielfalt in den Wäldern angehe, die maßgeblich durch die Waldbewirtschaftungs- und Holzernteverfahren beeinflusst werde, schnitten europäische Wälder besser ab als die in den Vergleichsregionen. So sind allein in Europa rund 45 % der Wälder nach PEFC zertifiziert. In Nordamerika sind dies 9 %, in Russland 2 % und in Südamerika gar nur 1 %. Der „Wald-TÜV“ PEFC gilt als eines der global schärfsten Waldzertifikate. Auch sei das Korruptionsrisiko insbesondere in Russland und Südamerika ungleich höher als in Europa. Damit sei die Einhaltung der dortigen gesetzlichen Vorgaben für Holzeinschlag oder Umweltnormen schwierig umsetzbar. „Das in Thüringen mit hohen Sozialstandards, nachhaltig und regional erzeugte und genutzte Holz schützt die Wälder in Russland und Südamerika zusätzlich vor Raubbau und Kahlschlägen“, so Gebhardt abschließend.
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Kommentare

20.10.2019, 14.01 Uhr
Paulinchen | Bemerkenswerte Rechtfertigung...
... für den weiteren Raubbau an unserem Wald. Dann dürfen wir wohl demnächst zum Regenerieren unserer Lungen nach Russland zur Kur fahren? Putin wirds freuen, steigen doch dann sein Touristenzahlen.

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20.10.2019, 15.52 Uhr
Frank Paarmann | Holzeinschlag
Selten einen solchen Unsinn gelesen. Jahrelanger Raubbau in unseren Wäldern, keinerlei Neuanpflanzungen und Jungwuchspflege, Monokulturen, das sind die Ursachen für das Waldsterben. Ein gesunder und gepflegter Wald steckt auch mal zwei trockene Sommer weg. Wenn aber große und gesunde Bäume massenweise gefällt werden, muss man sich nicht wundern wenn der Feuchtigkeitsspeicher Wald nachhaltig gestört ist. Einheimische Waldarbeiter, die nach dem Holzeinschlag ( wird heute , wie in Bleicherode geschehen, durch Rumänische Hölzfäller ausgeführt) die Pflegearbeiten übernommen haben, so auch die Beseitigung des vom Borkenkäfer befallenen Totholzes, gibt es nicht mehr. Dieses verbleibt an Ort und Stelle und bildet den Nährboden für immer größere Populationen von Käfern. Die Altparteien allein und nicht die viel beschworene Klimakatastrophe tragen die Hauptschuld an dieser Entwicklung. Schon seit Jahren konnte man diese Entwicklung, zB. an der Hochharzstraße zwischen Braunlage und Torfhaus, verfolgen.

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