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Do, 22:29 Uhr
14.11.2019
Thüringer HC:

Gemeinsam mit den Fans letzten Schritt tun

Vor dem mit Spannung erwarteten Rückspiel der Qualifikationsrunde zum EHF-Cup in der Nordhäuser Wiedigsburghalle lesen Sie hier das Pressestatement des Vereins. Die nnz wird zum Spiel am Samstag einen Live-Ticker einrichten und aktuell vom Spiel berichten...

In der Nordhäuser Wiedigsburghalle trifft der THC auf die Russinnen von Astrakhanochka Astrachan - im wohl wichtigsten Spiel zum Abschluss dieser so strapaziösen englischen Wochen. „Das Ziel ist klar“, sagt Herbert Müller: „wir wollen die drei Minustore aus dem Hinspiel mit unseren treuen Fans im Rücken wettmachen, um im Januar 2020 in die Gruppenphase des EHF Cups einzuziehen.“
Dazu erwartet Herbert Müller, dass die Fans recht zahlreich am Samstagabend, 19:00 Uhr in die Halle kommen, um die Mannschaft lautstark und mit leidenschaftlichen Emotionen zum Erfolg treiben.

Rückblick:
Nach zweimal über 3.000 Kilometer Bus- und Flugreisen ist die Mannschaft am Montag spätnachmittags aus Russland zurückgekehrt. Da war man allein für die Rückreise 17 Stunden unterwegs, musste um 1:00 Uhr aus dem Hotel aufbrechen, flog in den frühen Morgenstunden erst einmal nach Moskau, dann nach vier Stunden Wartezeit weiter nach Dresden und von dort mit dem Bus nach Erfurt. Neben diesen Reisestrapazen waren da noch allerlei Blessuren und Wehwehchen zu heilen. So ist es schon erstaunlich, dass die im Spiel schon früh (8. Minute) verletzte Emily Bölk und die humpelnde Iveta Korosova am Mittwoch gegen Blomberg-Lippe wieder auf der Platte standen, als wäre nichts gewesen.

So war das Bundesligaspiel beim Tabellenzweiten der Liga in Blomberg-Lippe mal wieder eine doppelt schwere Herausforderung. Es ging noch einmal auswärts, hunderte Kilometer mit dem Bus auf vollen Autobahnen. Es war bis dahin nur Zeit gewesen, ein wenig zu regenerieren, die Blessuren so gut wie möglich zu behandeln und das wichtige Spiel theoretisch vorzubereiten. Von Training kann man da zwischen zwei Spielen nicht sprechen. „Das wusste natürlich auch der Gegner, und der wollte es besser machen als im Pokalspiel (22:30). Die hatten Zeit und Muße, sich entsprechend vorzubereiten, die Niederlage auszuwerten und sich einen Matchplan zurecht zu legen. So versuchte man mit viel Tempo den THC in die Knie zu zwingen“, bemerkte rückblickend Herbert Müller.

Entsprechend entwickelte sich ein Spiel, das lange auf Augenhöhe hin- und her wogte. Aber letztlich konnten die Gastgeber das Höllentempo auch nicht 60 Minuten durchstehen. Der THC gewann Mitte der zweiten Hälfte die Oberhand und konnte so einen sehr wichtigen Auswärtssieg beim verlustpunktfreien Tabellenzweiten einfahren. Damit geht die Mannschaft nun mit 10:4 Punkten in die Herbstpause der Bundesliga. Herbert Müller zeigt sich nicht enttäuscht, „sicher bin ich nicht zufrieden, aber haben wir nicht unglaublich viel in den letzten neun Jahren hier erreicht. Das Erreichte ist doch ein Wunder, und Wunder sind nicht selbstverständlich. Dass wir mal nicht ganz oben stehen, ist doch eigentlich das Normale. Wir müssen das Normale akzeptieren und das Positive sehen.“ Und das kann sich sehen lassen. Durch das relativ leichte Los (zwar wieder eine ellenlange Busfahrt bis an die Grenze zu Dänemark) im DHB-Pokal gegen den einzigen Zweitligisten TSV Nord Harrislee, sind wir nur noch einen kleinen Schritt vom Olymp FINAL4 entfernt, in der Liga halten wir Anschluss an die Spitze und im EHF Cup wollen wir jetzt den letzten Schritt tun, um in die Gruppenphase einzuziehen.

Zum Spiel:
Das wird eine Herkulesaufgabe, weil die Russinnen das gleiche Ziel haben, und die sind körperlich robust, auch auswärts kampfstark. Es ist das letzte Pflichtspiel am Ende dieser Herbstrunde, bevor sich die Spielerinnen des THC zu ihren Nationalmannschaften verabschieden. Ende November beginnt die Weltmeisterschaft in Japan und die Verbände, die nicht dafür qualifiziert sind, haben ein eigenes Nationalmannschaftsprogramm. Die THC-Spielerinnen schwärmen nach dem Spiel erst einmal aus, allein fünf, Emily Bölk, Ina Großmann, Meike Schmelzer, Alicia Stolle und Ann-Cathrin Giegerich reisen mit der deutschen Nationalmannschaft nach Japan. Im Oktober waren 57 europäische Handballclubs in den EHF Cup gestartet.

12 werden am Sonntag noch übrig sein, die sich dann für die Gruppenphase des EHF Cups qualifizieren konnten. Das Feld wird komplettiert durch die vier Gruppenvierten aus den Champions League Gruppen. Der Thüringer HC will dazu gehören. „Wir wollen in die Gruppenphase, weiter international spielen“, sagt Herbert Müller, „das ist unser eindeutiges Ziel und wir werden alles dafür tun, um unseren Fans auch im nächsten Jahr in Nordhausen internationalen Spitzenhandball zu präsentieren.“ Dafür gibt es natürlich einen Matchplan. Die Abwehr muss stehen. „Es wäre schon wichtig, dass der Gegner weniger als 25 Tore wirft, dann brauchen wir nur plus drei“ erklärt der diplomierte Mathematiker. Selbst das könnte am Ende entscheidend sein. Nach dem wichtigen Sieg in Blomberg sind die Schalter längst umgelegt. Heute ist Regeneration angesagt, dann wird sich am Freitag akribisch auf das Spiel vorbereitet. Die Mädels müssen insgesamt aggressiver werden, härter zufassen. Wir kriegen derzeit einfach mehr ab, als wir selbst austeilen. In der Statistik der Strafminuten, ist der THC mit Abstand die Mannschaft mit den wenigsten Strafen, das allein sagt schon viel, über unsere „braven Mädchen“. Da sieht auch der Trainer lieber „böse Mädchen auf dem Feld und brave nach dem Spiel.“ Am Ende der Pressekonferenz bedauerte Herbert Müller, dass es nicht gelungen ist, die A-Jugend-Bundesliga als Vorspiel zum EHF Cup in die Wiedigsburghalle zu bringen. Der THC-Vereinsvorstand hatte entschieden, dass der Heimvorteil in der heimischen Sporthalle des Sportgymnasiums hier den Vorrang erhalten soll.

Zum Kader:
Die verletzte Josephine Huber fällt weiter aus. Vor dem Einsatz von Ina Großmann, die sich in der ersten Minute in Blomberg verletzte, steht noch ein Fragezeichen. Emily Bölk und Iveta Koresova sind weiter leicht angeschlagen, werden aber hoffentlich spielen können.
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