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Sa, 09:00 Uhr
30.11.2019
Junge Fahrer

Risiko als ständiger Begleiter

Ihr Bevölkerungsanteil liegt bei nur bei 8 Prozent, aber sie machen 16 Prozent der im deutschen Straßenverkehr Verunglückten aus: Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren. Sie gelten als Hochrisikogruppe. Die ADAC Unfallforschung hat untersucht, unter welchen Umständen die Unfälle der Jungen passieren...

Analysiert wurden dabei Unfälle, zu denen ein Hubschrauber der ADAC Luftrettung gerufen wurde. Und tatsächlich belegen Statistiken, dass die jungen Führerscheinneulinge aufgrund mangelnder Fahrroutine und anderer altersbedingter Verhaltensweisen häufiger in Unfälle verwickelt sind als ältere Verkehrsteilnehmer.

Dass es jungen Fahranfängern an Routine fehlt, zeigen die Häufungen bei einigen spezifischen Unfallkonstellationen. So sind 18- bis 24-Jährige weitaus häufiger als Ältere an so genannten Pkw-Alleinunfällen beteiligt, also an Unfällen ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Ein Grund dafür ist, dass junge Leute ihr Können oft nicht richtig einschätzen und etwa mit überhöhter und der Situation nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs sind. In der Folge kommen sie von der Fahrbahn ab oder geraten in den Gegenverkehr. Auch Fehler beim Überholen treten bei jüngeren Verkehrsteilnehmern öfter auf.

Ein weiteres Problem ist das Fahrzeugalter: So fahren 18- bis 24-Jährige im Schnitt ein um ein Jahr älteres Fahrzeug als andere Pkw-Fahrer. Im Vergleich zu neueren Pkw fehlen älteren Autos oftmals Sicherheitsausstattungen, die die Fahrzeuginsassen bei einem Unfall besser schützen können.

Seitdem im Jahr 2008 das „Begleitete Fahren mit 17“ bundesweit eingeführt wurde, ist der Anteil der Unfälle, die durch junge Fahrer verursacht wurden, gesunken. Während 2008 noch mehr als jeder dritte Unfall auf das Konto eines Fahranfängers ging, war es 2017 nur noch jeder fünfte Unfall. Auch das absolute Alkoholverbot für die Jungen zeigt Wirkung. Trotz dieser positiven Entwicklungen ist es jedoch aus Sicht des ADAC zu früh, um Entwarnung für die Gruppe der Fahranfänger zu geben. Stattdessen setzt sich der ADAC aufgrund der altersspezifischen Risiken für eine darauf abgestimmte Erweiterung der Fahrausbildung ein. Und die Phase des strikten Alkoholverbots soll nach Ansicht des Clubs von 21 auf 24 Jahre verlängert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter adac.de
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Kommentare

30.11.2019, 09.13 Uhr
tannhäuser | Mal wieder...
...der ADAC mit seinen absolutistischen Aussagen, ähnlich den wöchentlichen Kraftstoffpreise-Hoch-Oder-Runter-Bericht.

Die Hochrisikogruppe hat am Dienstag die MDR-Umschau aufgedeckt:

"Ich fahre seit Jahrzehnten unfallfrei durch Gera!" Und zack...80 Prozent der Probanden fielen durch Theorie und Praxis.

Also einfach mal mit der Polemik gegenüber Altersgruppen (Jung gegen Alt) aufhören.

Gesundheiteinschränkungen (Unabhängig vom Alter) und Unerfahrenheit können zu Unfällen führen. Aber routinierte Selbstgefälligkeit hinter dem Steuer ebenso.

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30.11.2019, 09.55 Uhr
Wolfi65 | Nicht ganz Ihrer Meinung
Als Hochrisikogruppe sehe ich die Kraftfahrer 80 plus an.
Die Schwindenden Sinne dieser Gruppe sehe ich als Hauptunfallgründe der letzten Zeit an.
Siehe auch die Unfallberichte in der NNZ.
Da geht es von der Verwirrung bis zur völligen Orientierungslosigkeit.
Einfache Vorfahrtsregeln an einer Provinzkreuzung stellen da ein Unüberwindliches Hindernis da, wenn die Lichtsignalanlagen ausgefallen und oder gestört sind.
Personen oder Gegenstände werden nur noch im direkten Nahbereich wahrgenommen.
Dienstsiegel im Führerschein stammen teilweise aus Städten, welche seit über 70 Jahren nicht mehr zum deutschen Territorium gehören.

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30.11.2019, 17.26 Uhr
Kobold2 | So sind sie die Statisiken
Entweder wird gleich so rangegangen, das das Ergebnis passt oder die Auslegung schiebt es in die gewünschte Richtung.
An Routine fehlt nicht nur in bestimmten Altersgruppen.
Auto fahren ist Training, Erfahrung und Übung zugleich.
Wenn man jeden Tag nur seine üblichen paar Kilometer im gleichen Umfeld abspult, dann wächst die Erfahrung nun mal nicht in dem Maße, wie bei jemandem, der täglich neue Herausforderungen meisten muß.
Klar fehlt es dem Anfänger anfangs an Erfahrung und Routine. Es ist aber auch nicht auszuschließen, das so mancher mit längerem Führerscheinbesitz, in seinen Fähigkeiten überholt wird.

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30.11.2019, 18.51 Uhr
Paulinchen | Wer seine 4 Wände...
... verlässt, begibt sich in das Risiko, Opfer eines Unfalls zu werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob zu Fuß, oder mit einem Fahrzeug.
Ich bin es leid, mal sind es die alten und dann wieder die jungen Fahrzeuglenker. Jede der genannten Gruppen, hat ihre Stärken und Schwächen.
Viel mehr Sorgen bereiten mir die Lkw Lenker. Es vergeht leider kaum noch ein Tag, an dem nicht mehr von einem Auffahrunfall auf einer unserer Autobahnen berichtet wird. Dabei fällt mir auf, dass da sehr häufig von polnischen Lkw Fahrern gesprochen wird.

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30.11.2019, 20.21 Uhr
Andreas Dittmar | LKW-Fahrer
Mit solchen Verkehrsminister-Totalausfällen von Tiefensee bis Scheuer kriegen sie den Güterverkehr nicht auf die Schiene @Paulinchen.

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01.12.2019, 09.52 Uhr
Wolfi65 | Da stimme ich voll zu
Das sind die Gleichen Politversager, welche den Neubau der A 38 als 4spurige Autobahn, mitten durch Deutschland geplant und realisiert haben.
Rechte Spur den LKW`s und die Linke Spur den PKW.
Welch ein Durchblick in die mobile Zukunft, denn auch E-Cars brauchen Raum.
Und den nicht nur im Osten.

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01.12.2019, 15.02 Uhr
Kobold2 | interessant....
Wie hätte denn die A38 ihrer Meinung nach geplant werden sollen!
@ Paulinchen alles eine Frage der Wahrnehmung und der Darstellung. In den Verkehrsnachrichten wird ein Unfall mit LKW Beteiligung gern extra erwähnt. Dabei ist aber nicht gesagt, das der LKW auch immer der Verursacher ist! Häufiger, als das gern genommene Auffahren am Stauende, sehe ich Unfälle, in Folge falschen Auffahrens auf BAB's und Kraftfahrstraßen, von Pkws..
Ich sehe fast täglich Unfälle. LKW Beteiligung ist da eher der geringere Anteil.

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01.12.2019, 18.01 Uhr
tannhäuser | Liebes Paulinchen...
...diesmal muss ich leider Zweifel anmelden.

Ich bin ja ein Statistik-Agnostiker. Aber können Sie Ihr Gefühl bezüglich polnischer Lkw-Fahrer irgendwie mit Zahlen belegen?

Und damit meine ich sowohl die Verkehrsteilnehmer LKW-Fahrer als auch das Herkunftsland Polen.

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01.12.2019, 20.13 Uhr
Kobold2 | noch etwas Verwirrung dazu
auf LKW's mit polnischer Zulassung sitzen schon lang nicht nur polnische Fahrer. Genauso ist es mit deutschen, niederländischen, belgischen, dänischen, oder was auch sonst noch alles für Kennzeichen zu finden sind.

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01.12.2019, 20.41 Uhr
Paul | Kobold2
Da muß ich Ihnen zustimmen. Das Kennzeichen am Fahrzeug sagt heute nicht unbedingt etwas über die Herkunft des Fahrers aus. Im internat. Transport werden die Fahre heuter schneller gewechselt als die Reifen der LKW`s.

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01.12.2019, 21.45 Uhr
Kobold2 | Ganz so, ist es nicht
Das ist hauptsächlich das Ergebnis einer verfehlten Politik und viel zerschlagenen Porzellan in der Vergangenheit.
In dem Gewerbe fehlt es einerseits an einem einheitlichen europäischen Mindestlohn. Andererseits wurde der Beruf durch das Ansehen in der Bevölkerung, das Verhalten der Be und Entlader, Medienberichten mit einseitiger Meinungsbildung und nicht zuletzt durch politische Enscheidungen und zusätzlichen Hürden so richtig schön unattraktiv gemacht. Der schon länger anhaltende Fahrermangel, quer durch Europa, ist hausgemacht und wurde vor über 10 Jahren schon von Fachleuten vorausgesagt.
Grob läuft es so, das der Fahrermangel in Westeuropa mit Fahrern aus Osteuropa aufgefüllt wird und in den osteuropäischen Ländern kommen die Fahrer auch wieder aus weiter östlichen Ländern.
Was da manche Fahrer auf sich nehmen, um halbwegs ihre Familien zu Hause zu ernähren, ist ein Armutszeugnis für die europäische Politik. Die allgemeine Stammtischpolemik passt da gut dazu.

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03.12.2019, 15.33 Uhr
tannhäuser | Kobold2!
Sie sind ja Berufskraftfahrer. Aber nicht im privaten Paketdienst, oder? Nicht, dass ich Ihnen zu nahe trete...

Was die Privaten (Ich nehme DHL und Briefpost ausdrücklich aus) gestern und heute wieder im Stadtverkehr abgeliefert haben, macht sie zur Hochrisikosicherheitsgruppe.

Dass sie Zeitdruck haben und auch in engen Straßen mal halb auf dem Fußweg, halb auf der Fahrbahn halten, kann man mit Rücksicht und Vorauschauen tolerieren.

Aber dass einige von denen nicht mal 10 Sekunden warten können, bis man selbst eingeparkt hat, ohne dass sie sich vorbeidrängeln müssen und dann auch noch den Gegenverkehr ignorieren...

Liegt wohl daran, dass es ja nicht das Privat-, sondern nur ein Dienstauto ist, was dann zu Schaden kommt...

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03.12.2019, 20.17 Uhr
Kobold2 | So ist es m.W. nicht
Der Unternehmer zieht seine Angestellten i.d.R. schon zur Verantwortung, wenn ihm die Schadenshäufigkeit zu hoch ist.
Die von ihnen beschriebene Hektik zieht sich durch alle Schichten, sehr gerne auch Privatleute
Ich habe da auch so meine Favoriten.....
Sie treten mir übrigens nicht zu nahe. In der Branche ist man für viele eh Freiwild, da hält man mit der Zeit einiges aus.
Jeder erwischt auch mal einen gebrauchten Tag, aber manchmal wird die eigene Selbsbeherrschung schon stark strapaziert, wenn man das Opfer diverser Park-und Rangierversuche wird.
Das Dilemma mit den Paketdiensten ist politisch und Lobbygesteuert hausgemacht.
Obwohl es sich um Berufskraftfahrer handelt, sind sie von den Bestimmungen der Fahrpersonalverordnung ausgenommen.
Was das heißt, kann sich jeder selbst im Netz zusammensuchen.
Auf deren Rücken wird u.a. das ausgetragen was man so gern im Onlinehandel in Anspruch nimmt.... niedrige Versandkosten, kostenfreier Versand ab bestimmten Bestellbetrag, kostenfreie Retoure....
Ich schüttle manchmal den Kopf, wenn abends um 18.00Uhr noch Zustellungen zu sehen sind.
Da kann man sich ganz grob ausrechnen, wie lag da so mancher Arbeitstag ist. Die Jungs und Mädels sind doppelt Freiwild und erfahren selten die entsprechende Wertschätzung. Total motivierend sind dann so tolle Sprüche, bei der Ablieferung an der Haustür, wie "gestern waren sie aber 10min früher dran"
Kein Wunder, was sich da manchmal auf den Strassen abspielt.
Grad vor den bevorstehenden Feiertagen könnte man den Zustellern auch mal ein,Trinkgeld zukommem lassen und dabei im Hinterkopf behalten, das die Straße für Kraftfahrer der Arbeitsplatz ist.
Und nein ich bin kein Paketzusteller, die Matchbox- Abteilung ist mit zu unbequem. ;)

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