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So, 09:00 Uhr
01.12.2019
Familie, Beruf, Selbstverwirklichung

Keiner wechselt häufiger den Beruf als die Thüringer

Keiner wechselt häufiger den Beruf als die Thüringer. Das Thema Geldverdienen hat bei der Ausübung des Berufs nur einen geringen Stellenwert. Das zeigt die Bundesländer-Auswertung der "HDI Berufe-Studie 2019"...

Bei der Berufswahl geht es Thüringern darum, es nicht so weit zu haben zur Arbeitsstelle und auch die Selbstverwirklichung im Beruf ist wichtiger als bei allen anderen Bundesbürgern.

Und Thüringer wählen die Art ihres Berufes im Deutschland-Vergleich auch häufiger mit dem Motiv, weil sich dort Familie und Beruf gut vereinbaren lassen. Zeitdruck im Job mag man hingegen gar nicht.

Ausgewählte Thüringen-Ergebnisse im Detail:
  • In Thüringen sagen die wenigsten Berufstätigen, dass sie ihren derzeitigen Beruf primär nur wegen des Geldverdienens ausüben. Dort sind es 29 Prozent, im Bundesdurchschnitt 34 Prozent.
  • In Thüringen, Bayern und Hessen wechseln die Menschen am häufigsten ihren Beruf. In diesen drei Bundesländern liegt die Häufigkeit des Berufswechsels im Durchschnitt aller Berufstätigen bei 2,2 Wechseln. Im Schnitt aller Bundesländer beträgt der Wert 2,0.
  • In keinem anderen Bundesland stimmen so wenige Berufstätige der Aussage zu, dass ihr derzeitiger Beruf für ihr Leben keine zentrale Rolle spielt. In Thüringen erklären das 19 Prozent, im Bundesdurchschnitt 25 Prozent.
  • In keinem anderen Bundesland haben so viele Berufstätige bereits intensiv über die ganz konkreten Konsequenzen nachgedacht für den Fall, dass sie ihren Beruf verlieren. In Thüringen liegt dieser Wert bei 75 Prozent, im Bundesdurchschnitt bei 66 Prozent.
  • In Thüringen und Brandenburg hat die soziale Anerkennung als Berufstätiger die höchste Bedeutung: je 69 Prozent der Erwerbstätigen ist das „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“. Der Bundesschnitt liegt bei 63 Prozent. Zum Vergleich: Die niedrigste Bedeutung hat dieses Kriterium in NRW mit nur 58 Prozent.
  • In keinem anderen Bundesland ist der Anteil derjenigen Berufstätigen, die ihren derzeitigen Beruf wegen der räumlichen Nähe zum Wohnort gewählt haben, so groß wie in Thüringen: 36 Prozent in Thüringen taten dies. Im Bundesdurchschnitt sind es nur 24 Prozent.
  • Die Bedeutung eines „geregelten Tagesablaufs“ durch den Beruf ist im Bundesländervergleich am häufigsten den Berufstätigen in Thüringen (77 Prozent) wichtig. Der Bundesschnitt liegt bei 71 Prozent. Zum Vergleich: Am seltensten erklären dies die Beschäftigten in Berlin (60 Prozent).
  • In keinen anderen Bundesländern können sich so viele Berufstätige ein Leben ohne ihren Beruf nicht vorstellen wie in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dort sind es jeweils 56 Prozent, im Bundesdurchschnitt 49 Prozent.
  • Unter allen Bundesländern die wenigsten Befürworter hat hier die Devise, dass man arbeiten sollte um zu leben, und nicht leben um zu arbeiten. In Thüringen denken 67 Prozent so, im Bundesschnitt 71 Prozent.
  • Mehr als überall sonst in Deutschland stimmen die Thüringer der Aussage zu, dass sie ihre Tätigkeit als sinnstiftend für die Gesellschaft erachten. Hier sind es 49 Prozent der Berufstätigen, im Rest der Republik durchschnittlich 41 Prozent.
  • In keinem anderen Bundesland erklären so viele Berufstätige, dass es Ihnen beim Beruf wichtig ist, etwas Wichtiges für die Gesellschaft zu tun. In Thüringen erklären das 69 Prozent der Berufstätigen. Im Bundesschnitt liegt der Wert bei 56 Prozent.
  • 36 Prozent der berufstätigen Thüringer sagen, dass ihr Beruf ihr Lebensinhalt ist – Höchstwert. Im Bundesdurchschnitt liegt der Wert bei 29 Prozent.
  • Nirgendwo in Deutschland ist Berufstätigen Selbstverwirklichung wichtiger als in Thüringen. 76 Prozent sind es dort, im Bundesdurchschnitt 67 Prozent.
  • In keinem anderen Bundesland erklären so viele Berufstätige, dass von Ihnen persönlich der Zeitdruck als einer der Hauptgründe für die eigene, aktuelle berufliche Belastung empfunden wird. In Thüringen erklären das 50 Prozent, im Bundesdurchschnitt liegt dieser Wert bei 41 Prozent
  • In keinem anderen Bundesland sind so viele Berufstätige der Meinung, dass sie ihre sozialen Kontakte verlieren, wenn sie ihren derzeitigen Beruf komplett nicht mehr ausüben können. 29 Prozent der Berufstätigen in Thüringen erklären das, im Bundesschnitt 22 Prozent.
  • Nirgendwo in Deutschland ist der Anteil der Berufstätigen, die ihren derzeitigen Beruf wegen der guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewählt haben, größer als in Brandenburg und Thüringen. 22 Prozent sind es dort. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 17 Prozent.

Diese Bundesländer-Auswertung bezieht sich auf die "HDI Berufe-Studie 2019".
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Kommentare

01.12.2019, 19.29 Uhr
tannhäuser | Und wieder Oberflächlichkeit...
...bei einer so genannten "Auswertung", die Bertelsmann "Studie" nennen würde.

Wenn die Thüringer so oft den Beruf wechseln würden, könnten doch Ramelow, Lauinger und Co. einfach auf das einheimische Potenzial zurückgreifen anstatt nach ausländischem Zuzug zu gieren.

Dieser Freistaat scheint ja vor multifunktional einsetzbaren Fachkräften zu strotzen.

Oder hat man einfach nur "Beruf" mit "Arbeitsplatz" verwechselt?

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01.12.2019, 20.31 Uhr
Paul | tannhäuser
So sehe ich das auch, denn den Beruf kann man nicht einfach so mal wechseln. Abgesehen davon arbeiten viele seit der Wende in völlig fremden Branchen, also was anderes als sie mal gelernt haben. Aber das hat sicher andere Gründe. Nicht zu vergessen die "Leiharbeiter". Die werden nach Bedarf vermietet oder auch nach Gewinn.

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02.12.2019, 11.42 Uhr
Paulinchen | Eine sehr bemerkenswerte Auswertung
Was sagt uns ein altes Sprichwort?
Am Gelde hängts, zum Gelde drängts. Wir, die aus den nicht mehr so neuen Bundesländern, können doch wohl nur zwischen Pest und Cholera wählen, wenn es um die Existenz geht. Entweder man ist flexibel und hat die Möglichkeit sich ein neues Nest in der Fremde zu bauen, oder wird Stammkunde beim Jobcenter. Deshalb suche ich noch immer nach der Sinnhaftigkeit des obigen Artikels.

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