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Sa, 14:57 Uhr
08.02.2020
ADAC Staubilanz 2019

Hochbetrieb auf Deutschlands Autobahnen

Wer im vergangenen Jahr auf Deutschlands Autobahnen unterwegs war, musste im Vergleich zum Vorjahr noch mehr Geduld aufbringen: Zwar nahm sowohl die Zahl der gemeldeten Staus (rund 708.500) als auch deren Gesamtlänge (rund 1.423.000 Kilometer) gegenüber 2018 um 5 Prozent beziehungsweise 7 Prozent ab, dafür mussten die Autofahrer aber deutlich länger im Stillstand ausharren...

Die Gesamtdauer der gemeldeten Staus stieg um knapp 14 Prozent auf 521.000 Stunden. Das ergab die Auswertung der ADAC Staudatenbank.

Wegen uneinheitlicher Einzelergebnisse hat der ADAC erstmals eine neue Kenngröße in seine Staubilanz einfließen lassen: die Staubelastung. Sie beschreibt die räumlich-zeitliche Ausdehnung eines Staus und ergibt sich aus dem Produkt von Staulänge und Staudauer. Die Staubelastung aller gemeldeten Stauereignisse summierte sich 2019 bundesweit auf etwa 1,6 Millionen Kilometer mal Stunde und beträgt damit etwa 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dass die Zwangsaufenthalte der Autofahrer im Stau noch länger als im Vorjahr dauerten, dürfte auch an der um gut ein Prozent gestiegenen Kfz-Fahrleistung – errechnet von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) – sowie an der gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gestiegenen Zahl der Baustellen liegen.

Im Negativ-Ranking der Bundesländer steht unverändert Nordrhein-Westfalen an der Spitze, 36 Prozent aller Staus entfallen auf Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland. Auf den Plätzen zwei und drei wie in den Vorjahren: Bayern mit 18 Prozent und Baden-Württemberg (mit 11 Prozent). Somit kamen rund zwei Drittel aller Staumeldungen aus diesen drei Ländern.

Betrachtet man die Staulängen, führt Nordrhein-Westfalen mit rund 453.000 Kilometern (rund 32 Prozent) vor Bayern mit 267.000 (19 Prozent) und Baden-Württemberg mit rund 191.000 Kilometern (13 Prozent). Werden die Staulängen ins Verhältnis zur Länge des jeweiligen Autobahnnetzes gesetzt, führen erwartungsgemäß die Stadtstaaten Berlin und Hamburg das Ranking an. Bei den Flächenländern stehen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen an der Spitze. Bayern, Bremen, Hessen und Niedersachsen liegen im Mittelfeld.

Die staureichsten Fernautobahnen waren 2019 die Autobahnen A 3 (Köln – Frankfurt – Passau) mit 206 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer, A8 (Salzburg – München – Karlsruhe) mit 187 Kilometer Stau pro Autobahnkilometer und die A1 (Lübeck – Hamburg – Köln) mit 175 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer.

Besonders betroffene Autobahnabschnitte waren die A3 Grenzübergang Suben – Passau, die A3 Oberhausen – Köln sowie die A8 Stuttgart – Karlsruhe.

Im Ranking des stauträchtigsten Wochentags hat der Mittwoch seine Spitzenposition verteidigt. Im Durchschnitt summierten sich die Staukilometer an diesem Wochentag auf eine Länge von rund 5100 Kilometer, die Zahl der Staus lag bei rund 2600. Ähnlich schlechte Reisetage waren Donnerstag und Freitag. Wer an den Wochenenden unterwegs war, kam in der Regel besser zum Ziel.

Die staureichsten Tage des Jahres 2019 waren Freitag, 2. August, Mittwoch, 29. Mai (Tag vor Christi Himmelfahrt) und Gründonnerstag, 18. April. An diesen Tagen vermengte sich Berufs- mit dem Reiseverkehr. Die staureichsten Monate waren Juli, August und Oktober.

Autofahrer, die 2020 weniger häufig im Stau stehen und ihre Fahrt individuell planen wollen, können sich vor Fahrtantritt auf der adac.de über die aktuelle Verkehrslage und die Baustellensituation informieren. Der ADAC spricht sich für den weiteren Ausbau des ÖPNV zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit aus, um vor allem im Berufsverkehr Entlastung zu schaffen. Auch die Modernisierung der Schienensysteme im Nah- und Fernverkehr muss konsequent vorangetrieben werden, um so die Kapazitäten und die Zuverlässigkeit zu steigern, mit dem Ziel, mehr Autofahrer zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen.
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Kommentare

14.02.2020, 16.35 Uhr
Paulinchen | Der liebe, gute und alte ADAC...
... aus meiner Sicht, täte er gut daran, sich Problemen anzunehmen, mit denen wir in fast jeder Stadt zu kämpfen haben. Man kommt mit gleichbleibender Geschwindigkeit über drei Ampelkreuzungen und hat an der Vierten ROT. Von beginnender Digitalisierung eher keine Spur. Der Umweltschutz bleibt auf der Strecke und der Autofahrer ist an der Luftverschmutzung schuld.

Was ist heute in der Presse zu lesen? In der Hansestadt Hamburg, wurden Ampelanlagen extra so geschaltet, dass es zwangsläufig zu Stauungen kommen muß. Gibt es dafür eine Erklärung? Heute hat der Bundesrat der Tempobegrenzung auf unseren Autobahnen erneut eine Absage erteilt. Aus meiner Sicht, ich gehöre nicht zu denen, welche unbedingt mehr als 150 brauchen, ist es nicht schlecht. Nur die Befürworter, haben sich bei einer Begrenzung von 130, ja sie wollten nach Möglichkeit sogar 120, über ihre Forderungen null Gedanken gemacht. Da sie offensichtlich alle schon mit dem Fahrrad unterwegs sind, bekommen sie nicht mit, dass nicht wenige osteuropäische LKW, bei ihren Leerfahrten in den Nachtstunden, mit 100 bis 110 km/h unterwegs sind. Somit hätten wir mit unserem PKW, einen längeren Überholweg gehabt. Ob das die Sicherheit erhöht hätte, darf bezweifelt werden.
Was die Staus angeht, im Winter ruht in der Regel der Straßenbau. Wir möchten flott auf der Autobahn unterwegs sein, da ist nicht selten auch die Spurerweiterung von Nöten. Und solch ein Bauprojekt, braucht eben seine Zeit. Was soll diese, sich jährlich wiederholende Nachricht des ADAC? Er plädierte zuletzt sogar für die Begrenzung der Geschwindigkeit auf unseren Autobahnen. Dabei wirbt er damit, der größte Vertreter der Autofahrer in Deutschland zu sein. Wenn ich mich erinnere, welche Probleme ich vor Jahren, mit meiner Kündigung bei dem Club hatte, wird mir heute noch schlecht.

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