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Mi, 21:29 Uhr
25.03.2020
Eichsfeld Klinikum

Infektionsstation mit 12 Betten eingerichtet

Wie ist das Eichsfeld Klinikum auf Corona vorbereitet? Generell existieren in den einzelnen Krankenhäusern Pandemiepläne, die das genaue Prozedere für das jeweilige Haus vorgeben. Das medizinische und pflegerische Personal ist nach einem Hygieneplan auf Grundlage der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) eingewiesen....

Aktuell wurden geplante Operationen soweit medizinisch vertretbar - verschoben, um Bettenkapazitäten zu schaffen. Bei stark steigenden Infektionszahlen besteht die Möglichkeit, diese kurzfristig zu erhöhen. Eine Infektionsstation mit einer Kapazität von 12 Betten ist eingerichtet, zusätzliche Beatmungsgeräte wurden bereits geordert.

Darüberhinaus hat das Eichsfeld Klinikum einen Krisenstab eingerichtet, der die aktuelle Lage regelmäßig einschätzt und zügig handelt.

Angesichts der dynamischen Ausbreitung des Corona-Virus stehen alle Krankenhäuser gerade vor großen Herausforderungen. Dr. med. Uwe Schotte unterstreicht: „Unser wichtigstes Anliegen ist es, Patienten ebenso wie unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aktiv vor einer weiteren Ausbreitung des Virus zu schützen.“

Müssen Sie mit Corona unbedingt ins Krankenhaus?
Die meisten Infektionen (ca. 90 %) mit dem Corona-Virus verlaufen milde und können im häuslichen Umfeld auskuriert werden. Nur bei schweren Krankheitsbildern oder sehr gravierenden Begleiterkrankungen ist eine stationäre Aufnahme erforderlich. Wann dies konkret der Fall ist, werden der Hausarzt, die Ärzte im KV-Notdienst, die Notärzte und die Ärzte in der Notfallambulanz beurteilen.

Dr. Schotte appelliert: „Wenn sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Corona-Virus infiziert haben, dann melden sich bitte telefonisch beim Hausarzt. Auf diesem Weg wird alles Notwendige getan, um festzustellen, ob ein Risiko auf eine Infektion besteht und welche weiteren Schritte eingeleitet werden müssen. Der Ärztliche Direktor unterstreicht: „Bitte begeben Sie sich zu einer Infektionsabklärung nicht direkt in die Hausarztpraxis oder die Notfallambulanz. Damit riskieren Sie ein unkontrolliertes Verbreiten und gefährden Patienten und das medizinische Personal.“

Was sollten Sie bei Symptomen und Infektionsverdacht tun?
- andere schützen
- Kontakt vermeiden und zu Hause bleiben
- Anruf Hausarzt (kein direkter Besuch ohne Anruf!)
- außerhalb der Praxisöffnungszeiten telefonische
- Voranmeldung in der Notfallambulanz in Heiligenstadt (03606/762072)
- Nutzen Sie die Telefonhotline des Eichsfeld Klinikums (036076/993280)

Wo wird auf Corona getestet?
- Abstrichstelle Leinefelde Anmeldung über den Hausarzt erforderlich
- Notfallambulanz des Eichsfeld Klinikums für stationäre Aufnahmen

Besuchsverbot
Für alle Krankenhäuser in Thüringen besteht ein generelles Besuchsverbot, so auch für das Eichsfeld Klinikum. Nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen darf pro Tag und Patient nur ein Besucher empfangen werden (keine Kinder unter 16 Jahren, keine Besucher mit Atemwegsinfektionen). Die Krankenbesuche werden ab sofort dokumentiert und die Besucher über die notwendigen Hygienemaßnahmen informiert.

Geburtshilfe / Kreissaal
Der Bereich Geburtshilfe setzt seine Arbeit uneingeschränkt fort. Für infizierte Frauen, die zur Geburt anstehen, werden gesonderte Regelungen getroffen.

Ambulanzsprechstunde
Die Schmerzambulanz, die Endoskopieabteilung und andere Spezialsprechstunden setzen die Behandlung von dringlichen Patienten ohne Erkältungssymptome fort. Bitte rufen Sie vorher zur Abklärung der Dringlichkeit an.

Die ambulante Tätigkeit der Physiotherapieabteilung wurde aufgrund der Allgemeinverfügung des Landkreises Eichsfeldes vom 19.03.2020 eingestellt.

Sozialpädiatrisches Zentrum - SPZ bleibt am „Netz“ durch Telefonberatung
Das Sozialpädiatrische Zentrum in Reifenstein reagierte umgehend auf die Corona-Krise und hat seit vergangener Woche die Arbeit zur Sicherung des Infektionsschutzes komplett umgestellt: Der direkte Patientenkontakt wurde ausgesetzt, lediglich dringende Fragestellungen wie akut auftretende Kopfschmerzen, Anfälle oder Verschlechterung bekannter kinderneurologischer Erkrankungen werden selbstverständlich unter Einhaltung entsprechender hygienischer Maßnahmen noch weiter in der ärztlichen Sprechstunde des SPZ behandelt.

Alle anderen direkten Patientenkontakte wurden abgesagt und dafür ausführliche telefonische Beratungen angeboten. Chefärztin des SPZ, Dr. med. Dietlind Klaus, geht in den kommenden Tagen oder Wochen von einer zunehmend höheren Inanspruchnahme der telefonischen Beratung aus, da sich unter den Bedingungen fehlender Kitas, Schulen und Spielplatzverbote Familienkrisen ergeben oder zuspitzen könnten.

Dietlind Klaus prognostiziert: „Ich denke dabei nicht nur an Verhaltenskrisen bei sonst körperlich normal entwickelten Kindern mit bekannten Verhaltensproblemen, sondern auch an Kinder mit geistigen Behinderungen oder auch autistische Kinder, die plötzlich keine anderen Kontaktpersonen mehr haben, wo sich Tagesroutine und Abläufe vollständig ändern und dies durch die Familien abgefangen werden muss.“
Auch besteht ein hohes Risiko für Kinder von chronisch kranken Eltern, hier ist die Erschöpfung der elterlichen Ressourcen nochmals höher und wahrscheinlicher.

Da auch die meisten Träger der Jugendhilfe, Sozialpädagogische Familienhilfen und Kinderschutzdienste auf Telefon-Hotlines umstellen mussten, sichert das SPZ bei den ihn bekannten und behandelten Kindern und Jugendlichen diese psychosoziale Beratungsarbeit.

Eltern, Sorgeberechtigte und andere Betreuer von im SPZ Reifenstein behandelten Kindern und Jugendlichen können sich telefonisch in Verbindung setzen Telefon: 036076 99-3380:
Montag bis Donnerstag 8:00 bis 12:00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr sowie
Freitag 8:00 bis 12:00 Uhr und 13.00 bis 15.00 Uhr
Auch die Ausstellung von Rezepten und Verordnungen ist nach telefonischer Anforderung für Patienten des SPZ möglich.

Das SPZ in Reifenstein behandelt seit 28 Jahren Kinder- und Jugendliche mit körperlichen, geistigen oder seelischen Erkrankungen, Behinderungen oder anderen Entwicklungsauffälligkeiten.

Caritativer Pflegedienst Eichsfeld gGmbH (CPE)
Als ambulanter Pflegedienst trägt der CPE besondere Verantwortung für pflegebedürftige und ältere Menschen. Aktuell erfolgen sowohl die hauswirtschaftliche Versorgung als auch die Pflegemaßnahmen unverändert. Maria-Theresia Adler, Zentrale Pflegedienstleitung CPE, unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass im Rahmen der Hauswirtschaftsversorgung Einkäufe möglich sind und damit auch die Lebensmittelbeschaffung insbesondere für ältere Menschen abgesichert ist.

„Sollten in den nächsten Tagen die Infektionsfälle ansteigen, so werden wir unsere Patienten im Rahmen einer Notfallplanung weiterhin versorgen.“, betont Maria-Theresia Adler. Konkret heißt das, dass z.B. die hauswirtschaftlichen Leistungen minimiert werden könnten, um damit sicherzustellen, dass alle versorgt werden, die zwingend pflegerische Maßnahmen benötigen.

Im Falle des Notfallplanes werden neben pflegerischen Maßnahmen vorrangig ärztlich verordnete Behandlungspflegen durchgeführt unter den aktuell geltenden Hygienevorschriften.

Der Caritative Pflegedienst Eichsfeld bittet die betreuten Patienten und verstärkt deren persönliches Umfeld auf mögliche Krankheitsanzeichen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen oder Fieber achtsam zu reagieren. Sollten die ambulant betreuten Patienten oder vor allem deren unmittelbaren Kontaktpersonen sich in Corona-Risikogebieten aufgehalten haben oder bereits in Quarantäne befinden, ist der CPE sofort zu informieren Telefon: 036076 99-3165.
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