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So, 08:00 Uhr
05.04.2020
Zum Palmsonntag

Gehen wir den Kreuzweg zusammen

Es gibt keine Impfung, keinen Schutz, kein festes Therapiemuster, das einen in die Sicherheit führt. Nackt stehen wir der Tatsache zwischen Krankheit und Gesundheit, Ansteckung und Heilung gegenüber. Das Wort zum Sonntag von Pfarrer Gregor Arndt aus Leinefelde.....

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Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz … wieder 900 Menschen in Italien am Coronavirus gestorben … Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz … 900 Tote in Spanien im Laufe eines Tages …Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz …

Der Höhepunkt von Infizierung und Sterben ist noch nicht erreicht, heißt es … Jesus wird seiner Kleider beraubt … Ja wer sich infiziert hat und mit dem Testergebnis Corona positiv konfrontiert ist, steht nackt da.

Es gibt keine Impfung, keinen Schutz, kein festes Therapiemuster, das einen in die Sicherheit führt. Nackt stehen wir der Tatsache zwischen Krankheit und Gesundheit, Ansteckung und Heilung gegenüber. Die Würfel, mit denen um das Gewand Jesu gespielt wird, scheinen unser Leben mit einem irrationalen Schicksal in Verbindung zu bringen – so scheint es.

Nein, wenn auch manche Frage und Klage im Herzen bleibt, gehen wir den Kreuzweg miteinander und mit Jesus weiter. Wir freuen uns, wenn jemand nach zwei Wochen Quarantäne wieder frei ist. Auch ich bin dankbar, „Corona positiv“ in diesen Tagen mit aller Vorsicht hinter mir zu lassen. Aber ich weiß auch um andere Schicksale.

Deshalb lasst uns gemeinsam die weiteren Kreuzwegstationen zusammen stehen … Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt … Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt. Diese beiden Kreuzwegstationen nehmen uns vom Berg Golgotha zurück in unseren Alltag in die Intensivstationen der Krankenhäuser und an die Krankenbetten zu Hause.

Die kommenden Wochen werden uns auch mit Sterben und Trauer verbinden. Karwoche heißt die Woche, die vor uns liegt. Greinen und Weinen bilden den Wortkern dieser Wochenbezeichnung.

Was ist gefordert? Zum einen sollten wir wie Maria Magdalena und der Jünger Johannes bei der trauernden Mutter Jesu stehen und zum anderen wie Josef von Arimathäa die Hilfe anbieten, die gerade gefragt ist. In seinem Fall war es die Ermöglichung einer Grabstelle für Jesu Leichnam.

Mit unseren Herzen und unseren Händen werden wir auf lange Sicht hin gefragt sein. An diesem Palmsonntag wird es keinen öffentlichen Gottesdienst geben. Aber in vielen Kirchen segnen die Pfarrer traditionsgemäß grüne Zweige, die an den Nachmittagen in die Familien mitgenommen werden können: ein grünender Hoffnungszweig für das Kreuz in der Wohnung.
Einen gesegneten Palmsonntag Pfarrer Gregor Arndt
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