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Mi, 15:25 Uhr
01.07.2020
Besondere Gedenktage

165 Jahre Litfaßsäule

Heute wird sozusagen dem 165. Geburtstag der Litfaßsäule gedacht. Der 1816 in Berlin geborene Ernst Theodor Amandus Litfaß gilt als Erfinder der Litfaßsäulen. und war Druckereibesitzer und Verleger. Die Litfaßsäulen entstanden, um wilder Plakatierung vorzubeugen. Nachrichten und Infos konnten die Leute dort lesen, heute dienen Litfaßsäulen auch als Toiletten….

Warum heute Gedenktag? Am 1. Juli 1855 wurden in Berlin 100 Säulen und 50 Brunnenumhüllungen der Öffentlichkeit präsentiert. Ernst Litfaß konnte die Säulen nur aufstellen, wenn er neueste Nachrichten dort veröffentlicht, das hatte der Berliner Senat zur Bedingung gemacht. Ansonsten ging es schlichtweg um Werbung.

Litfaßsäule in Leinefelde (Foto: Ilka Kühn) Litfaßsäule in Leinefelde (Foto: Ilka Kühn)
Die Litfaßsäule wurde als runde Säule konzipiert, damit niemand etwas um die Ecke kleben musste. Ende 2005 gab es nach Angaben des Fachverbandes Außenwerbung etwa 51.000 Litfaßsäulen in Deutschland, kann man bei Wikipedia lesen.

Durch die Entwicklung der Medien hat die Litfaßsäule ihre einstige Bedeutung verloren. In kleinen Städten findet man hier und dort noch eine, wie in Leinefelde zwischen Bergstraße und Schulweg. Vor der Sanierung des Platzes war die Litfaßsäule dort aus Beton, jetzt präsentiert sie sich modern. Plakate scheinen aber auf dem neuen Material nicht zu halten oder sind nicht erwünscht. Lediglich eine Immobilienfirma wirbt hier für sich, allerdings nicht mit Papier, sondern mit einem Aufkleber.

Plakatiert wird heutzutage oft an Straßenlaternen u.a., aber nur mit Genehmigung der Stadt. Einfacher gehts natürlich über die Sozialen Medien, beispielsweise für eine Veranstaltng zu werben. Oder man lässt eine großen Aufstellern anfertigen, wie es die Stadt bei bestimmten Anlässen macht, das ist dann auch nicht zu übersehen.

Und viele können sich bestimmt noch daran erinnern, dass es in Leinefelde und einigen Ortsteilen ab dem Jahr 1993 eine Zeitung mit dem Namen Litfaßsäule gab. Am Anfang war es meine eigene Zeitung, später bin ich dann “gezwungener” Maßen mit dem Verlag Wittich zusammen gegangen. Im 25. Jahr ihres Bestehens, habe ich allerdings die Redaktion aufgegeben, weil es nur noch um Werbung ging, die Werbeeinnahmen aber immer weniger wurden und von Monat zu Monat nicht klar war, ob die Zeitung überhaupt noch gedruckt werden kann.

So erfreuen wir uns heute noch der Litfaßsäule als Säule, dort wo sie noch steht und vielleicht an längst vergangene Zeiten erinnert. Neuerdings gibt es ja welche, die mit einem Türchen versehen wurden und als Toilette oder auch Telefonhäuschen dienen.
Ilka Kühn

Ach ja - man schreibt Litfaßsäule immer mit ß, da der Name ja ein Eigenname ist und von seinem Erfinder abstammt.


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