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So, 08:30 Uhr
05.07.2020
Mit dem E-Auto in den Sommerurlaub:

Wenig Ladestationen in Thüringen

Dieses Jahr ist besonders. Die Corona-Krise fordert ihren Tribut und die Deutschen stellen sich darauf ein, ihren Sommerurlaub eher im Inland als im Ausland zu verbringen. Zwar öffnen erste Länder die Grenzen wieder, doch Prognosen gehen davon aus, dass Deutschland in diesem Jahr Reiseziel Nummer eins der Deutschen sein wird. Deswegen werden Urlauber auch eher auf das Auto als Reisemittel zurückgreifen...

Grafik Compleo (Foto: Compleo) Grafik Compleo (Foto: Compleo)


Für Besitzer von E-Autos rückt dabei eine ganz entscheidende Frage in den Fokus: Wo komme ich mit meinem oder einem geliehenen E-Fahrzeug überhaupt hin, ohne das Risiko auf halber Strecke ohne Strom liegenzubleiben

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Status quo der Ladesäulenverteilung
Compleo hat für diese Frage ein Ranking erstellt und aufgelistet, welches Bundesland wie viele Ladepunkte (LP) hat. In absoluten Zahlen ist Bayern Spitzenreiter mit 6.157 Ladepunkten, Schlusslicht ist das Saarland mit gerade mal 190 Ladepunkten. Setzt man jedoch die Anzahl der Ladesäulen ins Verhältnis zur Fläche des jeweiligen Bundeslandes, ändert sich das Bild. Dann führt Hamburg die Liste an mit 1,43 Ladepunkten pro Quadratkilometer, den letzten Platz belegt dann Mecklenburg-Vorpommern mit 0,01 Ladepunkten pro Quadratkilometer.

Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit 26.499 registrierte, öffentlich zugängliche Ladepunkte verteilt auf 13.551 Ladestationen. Davon sind 3297 Schnellladepunkte. Eine Ladestation verfügt über einen bis vier Ladepunkte, im Schnitt stehen 1,95 Ladepunkte pro Ladesäule zur Verfügung. Die Leistung, die ein Ladepunkt abgibt beträgt mindestens elf Kilowatt pro Stunde (kW/h) und maximal 350 kw/h.

Ladepunkte pro Bundesland: gesamt (Anzahl LP an Normalladestationen / Anzahl LP an Schnellladestationen)
  • Bayern: 6.157 (5.488/669)
  • Nordrhein-Westfalen: 4.653 (4.336/317)
  • Baden-Württemberg: 3.740 (3.230/510)
  • Niedersachsen: 2.505 (2.121/384)
  • Hessen: 1.679 (1.483/196)
  • Rheinland-Pfalz: 1.145 (911/234)
  • Schleswig-Holstein: 1.101 (933/168)
  • Sachsen: 1.090 (864/226)
  • Hamburg: 1.082 (942/140)
  • Berlin: 945 (885/60)
  • Thüringen: 704 (571/133)
  • Brandenburg: 504 (450/54)
  • Sachsen-Anhalt: 479 (380/99)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 267 (230/37)
  • Bremen: 258 (227/31)
  • Saarland: 190 (151/39)
Ladepunkte pro Quadratkilometer: Die drei deutschen Stadtstaaten verfügen über die höchste Dichte an Ladepunkten bezogen auf die Fläche des jeweiligen Bundeslands. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit der geringsten Anzahl an Ladepunkten pro Quadratkilometer.
  • Hamburg: 1,43
  • Berlin: 1,06
  • Bremen: 0,79
  • Nordrhein-Westfalen: 0,14
  • Baden-Württemberg: 0,10
  • Bayern: 0,09
  • Hessen: 0,08
  • Saarland: 0,07
  • Schleswig-Holstein: 0,07
  • Sachsen: 0,06
  • Rheinland-Pfalz: 0,06
  • Niedersachsen: 0,05
  • Thüringen: 0,04
  • Sachsen-Anhalt: 0,02
  • Brandenburg: 0,02
  • Mecklenburg-Vorpommern: 0,01

Anteil Schnellladepunkte: In Sachsen befinden sich anteilig die meisten Schnellladepunkte im gesamtdeutschen Vergleich. 20,73 Prozent aller Ladepunkte in Sachsen sind zum schnellen Laden geeignet. Berlin hat den geringsten Anteil mit nur 6,35 Prozent.
  • Sachsen: 20,73%
  • Sachsen-Anhalt: 20,67%
  • Saarland: 20,53%
  • Rheinland-Pfalz: 20,44%
  • Thüringen: 18,89%
  • Niedersachsen: 15,33%
  • Schleswig-Holstein: 15,26%
  • Mecklenburg-Vorpommern: 13,86%
  • Baden-Württemberg: 13,64%
  • Hamburg: 12,94%
  • Bremen: 12,02%
  • Hessen: 11,67%
  • Bayern: 10,87%
  • Brandenburg: 10,71%
  • Nordrhein-Westfalen: 6,81%
  • Berlin: 6,35%

Datenbasis
Die Auswertung basiert auf Daten der Bundesnetzagentur, die alle registrierten, öffentlich zugänglichen Ladepunkte listet.

Sachen packen und los In Deutschland sind laut des Kraftfahrtbundesamts aktuell 136.600 E-Fahrzeuge zugelassen (Stand Januar 2020). Das heißt auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt kommen in Deutschland 5,15 E-Fahrzeuge. In Bezug auf Schnellladepunkte sieht das Bild anders aus: 41,25 Fahrzeuge kommen auf einen solchen Ladepunkt. Dies ist eine sehr unkomfortable Situation für Autofahrer, die mit ihrem E-Fahrzeug auch gerne längere Strecken zurücklegen möchten. Denn diese Verteilung kann zu langen Wartezeiten an Elektrotankstellen beispielsweise auf Autobahnen führen. Eine Verzögerung, die viele Reisende nicht in Kauf nehmen möchten.

Deswegen müssen in Deutschland zügig mehr Schnellladepunkte errichtet werden, um E-Mobilität auch für lange Strecken attraktiver zu machen. Laut der erstellten Rankings ist die Chance, immer rechtzeitig einen Ladepunkt zum Tanken zu finden, im Süden und Westen Deutschlands am höchsten. Auch Städtetrips in Hamburg oder Berlin scheinen unproblematisch, vorausgesetzt die vorhandenen Ladepunkte sind nicht unsachgemäß blockiert. Liegt das Ziel jedoch eher an der Küste, ist es sinnvoll, die Lademöglichkeiten auf der Strecke vor der Abreise genau zu planen.
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Kommentare

05.07.2020, 13.47 Uhr
Micha123 | Stromaggregat für mein zukünftiges E-Auto
Ich möchte auch etwas für die Umwelt tun und vor allem gegen den Klimawandel. So plane ich die Anschaffung eines Elektroautos.
Parallel dazu werde ich auch eine Spezialfirma damit beauftragen, mir einen Anhänger zu bauen. Dieser soll ein starkes Diesel-Stromaggregat enthalten und ausreichende Tanks für den Kraftstoff.
Mit ruhigem Gewissen kann ich mich dann fortbewegen und die Mobilität ist immer gewährleistet.

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05.07.2020, 14.21 Uhr
tannhäuser
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Kein Chat
05.07.2020, 18.55 Uhr
Paulinchen | E Autos...
.. und Anhängerbetrieb, sind leider noch wie Feuer und Wasser. Leider sind die Anhängelasten bei diesen Fahrzeugen noch sehr begrenzt. Allerdings, wer die Kohle hat, der kann zwischen etwa 3 Fahrzeugen wählen. Darunter befindet sich ein deutsches Fahrzeug. Aber es geht beim Preis fast über die 100.000 Euro hinaus. Aber über Geld spricht man nicht, weil - man hat es....

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