eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
So, 09:48 Uhr
12.07.2020
Lesrzuschrift

Sorge und Lob zur Lage der Natur im Eichsfeld

Alle sechs Jahre berichtet das Bundesamt für Naturschutz, wie die Tierarten, Pflanzen- und Ökosysteme des Landes zu bewerten sind. Monitoringprogramme sind die Grundsteine „Zur Lage der Natur“. Gedanken zum Eichsfeld macht sich Wilhelm Roth aus Heilbad Heiligenstadt....

Für Deutschland sind nur ein Viertel der Arten in einem guten Zustand, 30 Prozent unzureichend und 33 Prozent schlecht. Die Offenlandschaft erfüllt ihre Biodiversität mit nur 56 Prozent. Der NABU Präsident Jörg-Andreas Krüger beurteilt eine zunehmende Verschlechterung.

Für den gezielten Artenschutz und den erfolgreichen lokalen Renaturierungsprogrammen plädiert die Umweltministerin Svenja Schulze. Mit einem Insektenschutzgesetz will sie den dramatischen Verlust von 70 Prozent der Nahrungsgrundlage für viele Tierarten mit den Agrarbetrieben entgegenwirken.

Allein der 90 prozentige Zusammenbruch der Rebhuhnpopulation kennzeichnet eine kritische Entwicklung.

Bis zur Wendezeit haben die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) mit einer noch gesunden Fruchtfolge ökologisch wirtschaften können. Wirtschaftspolitik und Globalisierung zwangen danach die Agrarbetriebe mit der hohen Abhängigkeit der Technik, dem Einsatz von Chemie sowie der engen Fruchtfolge zu einer ökologisch-feindlichen Überlebensfähigkeit.

Neben der Betriebsplanung ist von der Unteren Naturschutzbehörde ein grundlegendes Konzept zur Verbindung von größeren und kleinen Naturräumen einzufordern, die weitgehend mit den Kulapp-Programmen die Artenvielfalt im Wirtschaftsraum fördert. Es liegt oft nur am nötigen Naturverständnis und der Handlungsbereitschaft der Agrarleiter, der Umwelt einen Teil des Lebens zurückzugeben.

Anzeige symplr (1)
So ist zum Beispiel die Aussaat von langen Blühstreifen an den Verkehrsstraßen eine unsinnige Vorzeigetat mit nur geringem Erfolg. Ein quadratischer Lebensraum verringert weitgehend den Prädatorendruck auf Rebhühner. Die notwendig zunehmende Aussaat von Zwischenfrüchten sollten in Vorzugsflächen als Nahrungs- und Überwinterungsraum ihren Platz finden.

Allein die noch währende Feldrainhygiene als Lebensader der Natur sowie das abrupte Zurückschneiden von Gehölzen (die Ackergrenzensicherung ausgenommen) sind sichtbare Frevel.

Der Radweg von Lutter nach Uder wird stets widersinnig von Wildkräutern als Lebensbegleitung „befreit“. Nach langjähriger Fertigstellung des Radweges von Martinfeld nach Ershausen erhielt dieser den Segen der Kirche. Dem ehemaligen Leiter des Straßenbauamtes Leinefelde-Worbis, Herrn Romund, gilt der besondere Dank von Naturschützern für die großzügige Ausgleichsmaßnahme von zwei Teichen zum Schutz des Schwarzstorches und des Eisvogels.

Zum 14tägigen Aufenthalt eines Weißstorchpaares in Niederorschel bietet sich als Artenschutzprogramm der Gemeinde die Errichtung einer Brutstätte auf einem Masten an. Das ökologisch wertvolle Hochwasserrückhaltebecken und eine zusätzliche Vernässung einer Wiese an der Hahle begründen den notwendigen Nahrungsraum.

Die Kräutervielfalt der Westspange bei Heiligenstadt zeigt neben der Verarmung der häufigen Vogelarten auch den seltenen Brutraum des Schwarz- und Braunkehlchens sowie den Einflug des Steinschmätzers.

10 einzigartige hochstämmige urige Kirschbäume neben einem Garten am Ibergrandweg Heiligenstadt sollten zeitgemäß nur mit einem Kran entkront werden. Die noch festen Stämme als stehendes Totholz bilden für Jahrzehnte sichtbare Lebensräume ebenso an Feldwegen für Insekten, die bis 5 Jahre Entwicklungszeit im morscheren Stamm benötigen.

An 12 Verwaltungsgemeinschaften des Eichsfeldes appellierte ich mit einer notwendigen Bauanleitung für „Wildbienenhotels“. Das Angebot im vielfältigen Verkauf entspricht nicht den fachlichen Normen.

Leider hat das Öffentlichkeitsbüro von Leinefelde-Worbis sowie von zwei weiteren Gemeinden diese Bürgerinformation im Verwaltungsblatt nicht zugelassen. Darunter leidet die Zusammengehörigkeit der Vereinsarbeit sowie die empfehlenswerten Informationen zum Naturschutz unserer Heimat.
Wilhelm Roth

Autor: ik

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)