Di, 10:27 Uhr
01.09.2020
Ein Blick in die Statistik
Corona und das Thüringer Gewerbe
In Thüringen gab es nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum sowohl weniger Gewerbeanmeldungen als auch weniger Gewerbeabmeldungen. Vor allem in den Monaten März bis Mai war das Meldegeschehen gegenüber dem Vorjahr reduziert...
Im Monat Juni lag die Anzahl der Gewerbeanmeldungen wieder auf Vorjahresniveau. Die übermittelten Gewerbeabmeldungen sind erstmals nach vier rückläufigen Monaten wieder angestiegen. Mögliche Gründe für den Rückgang im 1. Halbjahr sind die durch die Corona-Pandemie verursachten Einschränkungen wie Ausgangsbeschränkungen, Einstellung des Besucherverkehrs und Personalengpässe in den Gewerbeämtern, aber auch Soforthilfemaßnahmen des Bundes und der Länder sowie die Aussetzung der Insolvenzanzeigepflicht.
Die 5 166 Gewerbeanmeldungen blieben mit 708 Anzeigen bzw. -12,1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die Anzahl der Gewerbeabmeldungen ging auf 4 913 Anzeigen zurück (-1 281 Anzeigen bzw. -20,7 Prozent). Auf 100 Anmeldungen kamen 95 Abmeldungen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 105 Abmeldungen.
Rund vier Fünftel aller Gewerbeanmeldungen entfielen auf gewerbliche Neugründungen. Den größten Anteil an den Neugründungen machten die Kleinunternehmen und Nebenerwerbsbetriebe aus (71,8 Prozent). Die restlichen 28,2 Prozent waren sogenannte Betriebsgründungen mit größerer wirtschaftlicher Substanz wie Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Betriebe mit Beschäftigten.
Die Anzahl der Neugründungen ging von Januar bis Juni 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 734 Anträge (-15,2 Prozent) auf 4 100 Anzeigen zurück, die der Kleinunternehmen und Nebenerwerbsbetriebe um 432 Anmeldungen (-12,8 Prozent) auf 2 944 Anzeigen und die der Betriebsgründungen um 302 Anträge auf 1 156 Anzeigen (-20,7 Prozent). Die übrigen Gewerbeanmeldungen be- trafen Zuzüge und Übernahmen (Kauf, Pacht, Erbfolge, Änderung der Rechtsform, Gesellschaftereintritt).
3 866 Anmeldungen stammten von Einzelunternehmen und 787 von Gesellschaften mit beschränkter Haftung einschließlich Unternehmensgesellschaften (haftungsbeschränkt) sowie 249 Anmeldungen von Gesellschaften des bürgerlichen Rechts. Anzeigen für andere Rechtsformen spielten eine eher untergeordnete Rolle.
Rund ein Drittel der Einzelunternehmen wurden von Frauen angemeldet, 12,1 Prozent weniger als von Januar bis Juni 2019.
88,6 Prozent aller Einzelunternehmen wurden im ersten Halbjahr 2020 von Deutschen angemeldet. Lediglich 442 Einzelunternehmer, die ein Gewerbe angemeldet haben, stammen aus dem Ausland, hier vor allem aus der Türkei (48), Rumänien (42) und Bulgarien (27).
Hauptgrund für die 4 913 Gewerbeabmeldungen von Januar bis Juni 2020 war mit 78,5 Prozent die vollständige Aufgabe des Gewerbes (-1 172 Anzeigen bzw. -23,3 Prozent), darunter 2 711 Kleinunter- nehmen und Nebenerwerbsbetriebe sowie 1 145 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Substanz. Die übrigen Gewerbeabmeldungen erfolgten durch Fortzüge und Übergaben (Verkauf, Verpachtung, Erbfolge, Änderung der Rechtsform, Gesellschafteraustritt).
Die meisten Gewerbeanmeldungen (1 185 Anzeigen), aber auch die meisten Gewerbeabmeldungen (1 292 Anzeigen) gab es in den ersten sechs Monaten 2020 im Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Auch bei den Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, wie beispielsweise Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau, Zeitarbeitsfirmen, Reisebüros oderReiseveranstalter, gab es viele Marktbewegungen. Hier wurden 698Gewerbe an- und 623 Gewerbe abgemeldet.
In Thüringen kamen im ersten Halbjahr 2020 auf 10 000 Einwohner 24 Gewerbeanmeldungen und 23 Gewerbeabmeldungen. Regional betrachtet, gab es jedoch erhebliche Unterschiede.
Die meisten Gewerbeanmeldungen je 10 000 Einwohner wurden in der Stadt Erfurt (33) sowie in den Städten Weimar und Eisenach mit je 30 Anmeldungen angezeigt; die wenigsten im Kyffhäuserkreis (15), im Saale-Holzland-Kreis (18) sowie im Wartburgkreis und im Altenburger Land mit je 19 Anzeigen.
Die wenigsten Abmeldungen je 10 000 Einwohner gab es im Wartburgkreis und im Landkreis Gotha mit je 18 Anzeigen sowie in den Landkreisen Nordhausen, Sömmerda und im Saale-Holzland-Kreis mit je 19 Anzeigen; die meisten in der Stadt Weimar (33) sowie in den Landkreisen Sonneberg (29) und Greiz (27).
Autor: redIm Monat Juni lag die Anzahl der Gewerbeanmeldungen wieder auf Vorjahresniveau. Die übermittelten Gewerbeabmeldungen sind erstmals nach vier rückläufigen Monaten wieder angestiegen. Mögliche Gründe für den Rückgang im 1. Halbjahr sind die durch die Corona-Pandemie verursachten Einschränkungen wie Ausgangsbeschränkungen, Einstellung des Besucherverkehrs und Personalengpässe in den Gewerbeämtern, aber auch Soforthilfemaßnahmen des Bundes und der Länder sowie die Aussetzung der Insolvenzanzeigepflicht.
Die 5 166 Gewerbeanmeldungen blieben mit 708 Anzeigen bzw. -12,1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die Anzahl der Gewerbeabmeldungen ging auf 4 913 Anzeigen zurück (-1 281 Anzeigen bzw. -20,7 Prozent). Auf 100 Anmeldungen kamen 95 Abmeldungen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 105 Abmeldungen.
Rund vier Fünftel aller Gewerbeanmeldungen entfielen auf gewerbliche Neugründungen. Den größten Anteil an den Neugründungen machten die Kleinunternehmen und Nebenerwerbsbetriebe aus (71,8 Prozent). Die restlichen 28,2 Prozent waren sogenannte Betriebsgründungen mit größerer wirtschaftlicher Substanz wie Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Betriebe mit Beschäftigten.
Die Anzahl der Neugründungen ging von Januar bis Juni 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 734 Anträge (-15,2 Prozent) auf 4 100 Anzeigen zurück, die der Kleinunternehmen und Nebenerwerbsbetriebe um 432 Anmeldungen (-12,8 Prozent) auf 2 944 Anzeigen und die der Betriebsgründungen um 302 Anträge auf 1 156 Anzeigen (-20,7 Prozent). Die übrigen Gewerbeanmeldungen be- trafen Zuzüge und Übernahmen (Kauf, Pacht, Erbfolge, Änderung der Rechtsform, Gesellschaftereintritt).
3 866 Anmeldungen stammten von Einzelunternehmen und 787 von Gesellschaften mit beschränkter Haftung einschließlich Unternehmensgesellschaften (haftungsbeschränkt) sowie 249 Anmeldungen von Gesellschaften des bürgerlichen Rechts. Anzeigen für andere Rechtsformen spielten eine eher untergeordnete Rolle.
Rund ein Drittel der Einzelunternehmen wurden von Frauen angemeldet, 12,1 Prozent weniger als von Januar bis Juni 2019.
88,6 Prozent aller Einzelunternehmen wurden im ersten Halbjahr 2020 von Deutschen angemeldet. Lediglich 442 Einzelunternehmer, die ein Gewerbe angemeldet haben, stammen aus dem Ausland, hier vor allem aus der Türkei (48), Rumänien (42) und Bulgarien (27).
Hauptgrund für die 4 913 Gewerbeabmeldungen von Januar bis Juni 2020 war mit 78,5 Prozent die vollständige Aufgabe des Gewerbes (-1 172 Anzeigen bzw. -23,3 Prozent), darunter 2 711 Kleinunter- nehmen und Nebenerwerbsbetriebe sowie 1 145 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Substanz. Die übrigen Gewerbeabmeldungen erfolgten durch Fortzüge und Übergaben (Verkauf, Verpachtung, Erbfolge, Änderung der Rechtsform, Gesellschafteraustritt).
Die meisten Gewerbeanmeldungen (1 185 Anzeigen), aber auch die meisten Gewerbeabmeldungen (1 292 Anzeigen) gab es in den ersten sechs Monaten 2020 im Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Auch bei den Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, wie beispielsweise Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau, Zeitarbeitsfirmen, Reisebüros oderReiseveranstalter, gab es viele Marktbewegungen. Hier wurden 698Gewerbe an- und 623 Gewerbe abgemeldet.
In Thüringen kamen im ersten Halbjahr 2020 auf 10 000 Einwohner 24 Gewerbeanmeldungen und 23 Gewerbeabmeldungen. Regional betrachtet, gab es jedoch erhebliche Unterschiede.
Die meisten Gewerbeanmeldungen je 10 000 Einwohner wurden in der Stadt Erfurt (33) sowie in den Städten Weimar und Eisenach mit je 30 Anmeldungen angezeigt; die wenigsten im Kyffhäuserkreis (15), im Saale-Holzland-Kreis (18) sowie im Wartburgkreis und im Altenburger Land mit je 19 Anzeigen.
Die wenigsten Abmeldungen je 10 000 Einwohner gab es im Wartburgkreis und im Landkreis Gotha mit je 18 Anzeigen sowie in den Landkreisen Nordhausen, Sömmerda und im Saale-Holzland-Kreis mit je 19 Anzeigen; die meisten in der Stadt Weimar (33) sowie in den Landkreisen Sonneberg (29) und Greiz (27).