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Sa, 19:39 Uhr
12.09.2020
Das Wort zum Sonntag von Tobias Reinhold, Pfarrer in Teistungen

Mut zur Versöhnung

Vergeltung, Rache und Hass sind heute leider keine Fremdwörter, zu sehr erleben wir sie. Ungerechtigkeit, Streit, und Unfrieden geben sich allem Anschein nach die Hand, bestimmen die Geschicke der Welt und die Schicksale von Menschen....


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Der Unfriede, der schließlich zu Streit, Krieg, zur handgreiflichen, brutalen Auseinandersetzung führt, beginnt nicht erst im Großen, sondern bereits in ganz kleinen Dingen.

„Mit dem will ich nichts zu tun haben.“ „„Dem werde ich es zeigen...“ solche und ähnliche Reden sind uns bekannt. Sie gehören leider zum alltäglichen Vokabular. Einer will oder kann mit einem anderen nicht, weil zwischen ihren Familien schon seit jeher Streitigkeiten bestehen. Dem anderen gefällt die Hautfarbe, die Nase, das Gesicht nicht….

Kriege entstehen, weil keiner nachgeben und vergeben will. Das morgige Sonntagsevangelium greift diese Wirklichkeit und Sehnsucht von uns Menschen auf. Jesus beschreibt einen Weg, der uns der Vergebung näher bringen will. Wer nicht vergeben kann, ist auch nicht fähig, selbst Vergebung und Verzeihung anzunehmen.

Der Kreislauf von Gewalt mit Gegengewalt kann somit nur schwer unterbrochen werden. Wo aber Vergebung stattfindet, wo Menschen sich und anderen noch eine Chance geben, da ereignet sich etwas, was uns alle aufatmen lässt. Es passiert etwas, das wir das Wirken des Geistes Gottes nennen, etwas, was zuerst ganz unscheinbar beginnt und dennoch weite Kreise ziehen kann. Etwas, was sich vielleicht nur als ein Wort, nur als eine liebevolle Geste, nur als ein freundlicher Blick beschreiben lässt.

Gott will mit seiner Botschaft unsere Herzen anrühren, uns weiten, damit wir nicht spekulieren, nicht unversöhnt leben müssen, nicht nur irgendwie überleben, sondern damit wir zum wahren Leben finden, das er selber verheißen hat.
Dann gilt nicht mehr „Wie du mir, so ich dir“, sondern - „Wie Gott mir, so ich dir.“

Gott beschenkt uns Menschen, damit andere an uns erleben können, wie gut Gott ist und wie erfüllt ein Leben mit Gott sein kann.
Pfarrer Tobias Reinhold
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