Sa, 17:20 Uhr
03.10.2020
Fazit zu 30 Jahren deutsche Einheit
Wo steht die Thüringer Wirtschaft?
Die regionale Wirtschaft hat sich nach der Wiedervereinigung gut entwickelt und ist heute geprägt von positiven Wachstumsraten, einer niedrigen Arbeitslosigkeit sowie einem nachhaltigen Branchenmix. Anhand einiger wirtschaftlicher Indikatoren gibt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt einen kurzen Überblick darüber, wie die Entwicklung im Freistaat Thüringen in den vergangenen 30 Jahren verlaufen ist.
Verglichen mit der Ausgangssituation ist Thüringen in puncto Produktivität einen großen Schritt vorangekommen. Lag diese im Freistaat 1991 gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Erwerbstätigen erst bei rund 30 Prozent des westdeutschen Niveaus, waren es 2019 nur oder bereits 78 Prozent, informiert IHK-Präsident Dieter Bauhaus. Allerdings verlangsame sich die Ost-West-Angleichung bei der Produktivität seit Mitte der 1990er Jahre und komme seit den 2000er Jahren nur noch in sehr kleinen Schritten voran. Ein Grund für die nach wie vor bestehende Produktivitätslücke zwischen Ost und West sei die vergleichsweise kleinteilig strukturierte Wirtschaft. So arbeiten in Thüringen mehr als 90 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, davon 87 Prozent unter 20 Mitarbeitern.
Als unverzichtbarer Garant für Wachstum und Beschäftigung erwies sich in den letzten 30 Jahren zweifellos die Thüringer Industrie. Trotz der momentanen großen strukturellen Herausforderungen, vor denen Branchen wie die Automobil- und Zulieferindustrie oder der Maschinenbau stehen, bleibt das Verarbeitende Gewerbe die Basis für einen innovativen und modernen Wirtschaftsstandort, so Bauhaus. Knapp ein Viertel der Bruttowertschöpfung des Landes wurde 2019 in der Industrie erarbeitet. 1991 war der Wert noch deutlich niedriger. Und auch im regionalen Vergleich bewege sich Thüringen deutlich über dem ostdeutschen Durchschnitt von 15 Prozent.
Auch über die Ländergrenzen hinweg erfreuen sich Produkte Made in Thuringia großer Beliebtheit. Ein Blick auf die Entwicklung der Exportquote der Industrie zeigt, dass die Unternehmen inzwischen mehr als jeden dritten Euro im Ausland verdienten. Besonders gefragt seien die Produkte der Automobil- und Zulieferindustrie.
Zu den Erfolgsgeschichten zählt zweifellos auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Bedingt durch die demografische Entwicklung und die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der Thüringer Firmen ist die Zahl der Jobsuchenden deutlich gesunken, berichtet der IHK-Präsident. Zu Beginn der 90er Jahre hätte sich die Arbeitslosenquote des Freistaats noch bei knapp 16 Prozent bewegt. Inzwischen belaufe sich infolge von Corona die Quote auf 6,1 Prozent (Quote vor Corona 5,3 Prozent) und liegt damit unter dem bundesdeutschen Niveau von 6,2 Prozent. Allerdings entstehe durch diese Entwicklung auch ein Nachteil: qualifizierte Fachkräfte würden immer knapper. Daran dürfte auch die Corona-Krise dauerhaft nichts ändern.
Trotz der aktuell sehr schwierigen Situation sollten wir weiterhin auf unsere Stärken vertrauen. Gerade jetzt kommt es darauf an, dass Unternehmer innovativ und kreativ ihr Geschäftsmodell ohne staatliche Einschränkungen ausprobieren können. Der Staat ist für die Rahmenbedingungen da, regulierende Eingriffe sollten auf das Allernötigste beschränkt sein. Dazu gehört auch eine wirtschaftsfreundliche und Unternehmen zugewandte Politik, die ideologiefrei akzeptiert, dass nur in einer ausgeglichenen Balance zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern die Nachwendeerrungenschaften finanziert werden können, mahnt Bauhaus abschließend.
Autor: redVerglichen mit der Ausgangssituation ist Thüringen in puncto Produktivität einen großen Schritt vorangekommen. Lag diese im Freistaat 1991 gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Erwerbstätigen erst bei rund 30 Prozent des westdeutschen Niveaus, waren es 2019 nur oder bereits 78 Prozent, informiert IHK-Präsident Dieter Bauhaus. Allerdings verlangsame sich die Ost-West-Angleichung bei der Produktivität seit Mitte der 1990er Jahre und komme seit den 2000er Jahren nur noch in sehr kleinen Schritten voran. Ein Grund für die nach wie vor bestehende Produktivitätslücke zwischen Ost und West sei die vergleichsweise kleinteilig strukturierte Wirtschaft. So arbeiten in Thüringen mehr als 90 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, davon 87 Prozent unter 20 Mitarbeitern.
Als unverzichtbarer Garant für Wachstum und Beschäftigung erwies sich in den letzten 30 Jahren zweifellos die Thüringer Industrie. Trotz der momentanen großen strukturellen Herausforderungen, vor denen Branchen wie die Automobil- und Zulieferindustrie oder der Maschinenbau stehen, bleibt das Verarbeitende Gewerbe die Basis für einen innovativen und modernen Wirtschaftsstandort, so Bauhaus. Knapp ein Viertel der Bruttowertschöpfung des Landes wurde 2019 in der Industrie erarbeitet. 1991 war der Wert noch deutlich niedriger. Und auch im regionalen Vergleich bewege sich Thüringen deutlich über dem ostdeutschen Durchschnitt von 15 Prozent.
Auch über die Ländergrenzen hinweg erfreuen sich Produkte Made in Thuringia großer Beliebtheit. Ein Blick auf die Entwicklung der Exportquote der Industrie zeigt, dass die Unternehmen inzwischen mehr als jeden dritten Euro im Ausland verdienten. Besonders gefragt seien die Produkte der Automobil- und Zulieferindustrie.
Zu den Erfolgsgeschichten zählt zweifellos auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Bedingt durch die demografische Entwicklung und die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der Thüringer Firmen ist die Zahl der Jobsuchenden deutlich gesunken, berichtet der IHK-Präsident. Zu Beginn der 90er Jahre hätte sich die Arbeitslosenquote des Freistaats noch bei knapp 16 Prozent bewegt. Inzwischen belaufe sich infolge von Corona die Quote auf 6,1 Prozent (Quote vor Corona 5,3 Prozent) und liegt damit unter dem bundesdeutschen Niveau von 6,2 Prozent. Allerdings entstehe durch diese Entwicklung auch ein Nachteil: qualifizierte Fachkräfte würden immer knapper. Daran dürfte auch die Corona-Krise dauerhaft nichts ändern.
Trotz der aktuell sehr schwierigen Situation sollten wir weiterhin auf unsere Stärken vertrauen. Gerade jetzt kommt es darauf an, dass Unternehmer innovativ und kreativ ihr Geschäftsmodell ohne staatliche Einschränkungen ausprobieren können. Der Staat ist für die Rahmenbedingungen da, regulierende Eingriffe sollten auf das Allernötigste beschränkt sein. Dazu gehört auch eine wirtschaftsfreundliche und Unternehmen zugewandte Politik, die ideologiefrei akzeptiert, dass nur in einer ausgeglichenen Balance zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern die Nachwendeerrungenschaften finanziert werden können, mahnt Bauhaus abschließend.