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Fr, 09:00 Uhr
26.11.2021
Lichtblick zum Wochenende

Vorfreude, schönste Freude

Was tun wenn sich die Vorfreude schmollend hinter dem Sofa verkriecht weil sich die Unsicherheit zu breit gemacht hat? Pfarrerin Theresa Hauser ist genau das passiert, aber sie hat ihre Vorfreude jetzt wieder gefunden...

Meine Vorfreude ist zurück! Träge war sie geworden. Müde hat sie sich in der letzten Zeit in der Ecke verkrochen. Einmal habe ich sie schmollend hinter dem Sofa gefunden. Es gab einfach kaum was zu tun für sie, da hat sie sich zurückgezogen.

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Die Unsicherheit hatte sich ja auch viel zu breit gemacht. Ständig war da dieses Zittern: Kann das Fest stattfinden? Wird es noch was mit dem Urlaub? Die Unsicherheit hatte jede Menge Bedenken. Da hat sich die Vorfreude gar nicht mehr rausgetraut.

Aber jetzt ist sie zurück. Jetzt reicht es ihr. „Ich bin auch wichtig“, hat sie verkündet und sich neben die Unsicherheit auf Sofa plumpsen lassen. Die ist vor Schreck gleich ein kleines bisschen geschrumpft.
„Der Advent ist meine Zeit. Die Stuben schmücken, Plätzchen backen, Kerzen anzünden, auf das Heil der Welt warten. Das ist genau mein Ding“, freut sich die Vorfreude. „Aber was soll das denn für eine Adventszeit werden“, wendet die Unsicherheit ein. „Ohne Weihnachtsmärkte, ohne Singen und ohne zu wissen, wie wir den Heilig Abend feiern können.“ „Eine Zeit des Wartens ist immer auch eine Zeit der Unsicherheit. Also ist der Advent durchaus auch deine Zeit,“ wiegt die Vorfreude ihren Kopf. „Für die Traurigkeit machen wir auch Platz. Ist ja echt Mist, dass so vieles wieder nicht geht. Und gerade deshalb braucht ihr noch mich als Dritte im Bunde!“, spricht die Vorfreude und stellt sich hinüber ans Fenster.

Draußen leuchtet die Straßenlaterne im Dämmerlicht und ein erster Stern am Himmel. Die Nachbarskatze schleicht zwischen den parkenden Autos entlang. Gegenüber blinkt eine Lichterkette im Fenster. Ich bin mir nicht sicher, warum meine Vorfreude auf einmal wieder aufgetaucht ist. Vielleicht hat die Planung für die Adventsgottesdienste und für das Plätzchenbacken sie angelockt. Auf jeden Fall ist sie wieder da und lässt mich nicht mehr allein mit der Unsicherheit und der Traurigkeit. Wir werden zusammen Lieder singen und Kerzen anzünden und auf das Heil der Welt warten. Ein bisschen unsicher, ein bisschen traurig und sehr vorfreudig.

Eine vorfreudige Adventszeit wünscht Ihnen allen,
Theresa Hauser, Pfarrerin, Pfarrbereich Greußen
Autor: red

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